Niemand wird dich vermissen

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Preis: 9,99 €
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Genres: Belletristik, Krimi & Thriller
Webseite: www.facebook.com/pages/Uwe-K-Alexi/1525320064380594
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
Er wusste nicht, woher er kam, wer er war und wohin er wollte. Seine Vergangenheit war weg. Einfach ausgelöscht! Er trat in Martinas Leben so unerwartet wie ein Schneefall im Sommer. Er tat alles, um herauszufinden, wer er war. Ohne Erfolg. Als ihn schließlich seine Vergangenheit einholte, wünschte er sich nichts sehnlicher, als alles wieder zu vergessen. Ist die Pharmaindustrie wirklich derart skrupellos? Ein Roman, der einem aufzeigt, zu was Menschen fähig sind und wie mit dem Leid und Tod von Millionen von HIV-Infizierten ein dreckiges Geschäft gemacht wird. Reine Fiktion oder traurige Realität? Leserstimmen: „mitreißend“, „… spannender Thriller mit einer sehr ernsten Thematik“, „fesselt einen total“, „… kein Buch, das man nach dem Lesen bedenkenlos weglegen kann“.
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Abidjan/Elfenbeinküste, April 2006

Alle waren sie gekommen, die Familie, die Verwandten, die Freunde, die Bekannten, Schaulustige und noch viele andere mehr. Menschen, von denen die junge Frau die meisten nie zuvor gesehen hatte. Doch hätte sie ohnehin in ihrem Schmerz kaum jemanden erkannt. Hier auf dem riesigen Friedhof im Vorort von Abidjan wurden sie verscharrt … alle! Die Ärmsten der Armen. Sie starben weg wie die Fliegen.

Und nun auch Denise, ihre geliebte Schwester Denise! Sie war gerade mal 23 Jahre alt geworden, nur sieben Jahre älter als sie selbst. Denise war zugrunde gegangen wie ein räudiges Tier. Ihr Körper konnte den Kampf nicht mehr weiter aufrechterhalten. Ein Kampf, der von Anfang an aussichtslos gewesen war, wie bei allen anderen, die zuvor gestorben waren. Doch das wollte niemand wahrhaben.

Begonnen hatte es vor vielen Jahren mit dem Ableben ihres Vaters. Als Zweijährige hatte sie das damals noch nicht richtig mitbekommen. Einige hatten es zu dieser Zeit zwar schon vermutet, doch so richtig aussprechen wollte es keiner. Eigentlich war ihr Vater gestorben wie schon viele Afrikaner vor ihm auch. Ja, er war bei seinem Ableben noch recht jung gewesen, aber was sollte daran ungewöhnlich sein? Hier in Afrika gehörte der Tod zum Leben, vielleicht mehr als in irgendeiner anderen Region dieser Welt.

Leben und Tod, Tod und Leben. Das gehört doch zusammen seit Menschengedenken. Niemand wollte es sehen, niemand wollte es wahrhaben – man hatte es einfach verdrängt, auch wenn die Zeichen mit den Jahren immer deutlicher wurden und nicht mehr zu übersehen waren. Verdrängt, dass sich etwas geändert hatte. Dass in ihrer Stadt der Tod immer häufiger um sich griff!

Gerüchte gab es schon lange, dass diese neue Krankheit, die von den Weißen stammen sollte, nun auch bei ihnen in Westafrika kursierte. Das leidvolle Ableben von Tante Mathilde und dann nur wenig später ihrer Cousine Janine hatte sie alle aufwachen lassen. Man konnte nicht mehr die Augen vor den Fakten verschließen. Diese Geißel der Menschheit, AIDS, war auch in ihre Familie vorgedrungen!

Nur ein einziges Mal wurde offen darüber gesprochen, damals nach dem Tod ihrer Cousine Janine. Dieses kurze Gespräch blieb allen im Gedächtnis und hatte sich dort förmlich eingebrannt. Ihre Mutter hatte in ihrem Schmerz auszusprechen gewagt, was ohnehin alle schon lange wussten: Sämtliche Todesfälle der letzten Jahre innerhalb der Familie waren ausschließlich auf die Folgen von AIDS zurückzuführen! Doch kaum hatte ihre Mutter es ausgesprochen gehabt, war man sich in der Familie so einig wie noch nie zuvor: Dies war ein einmaliger Ausrutscher gewesen und niemand würde darüber noch einmal sprechen. Es konnte nicht sein, was nicht sein durfte, und daran hatte sich nichts geändert! Seitdem war es wieder zu einem absoluten Tabuthema geworden. Niemand hatte es mehr gewagt, darüber auch nur ein einziges Wort zu verlieren.

Offiziell starb Denise an einer Lungenentzündung, was im Prinzip als letztendliche Todesursache auch stimmte. Somit entsprach die offizielle Sprachregelung schon ein wenig der Wahrheit. Warum Denise jedoch so leicht an einer einfachen Lungenentzündung sterben konnte, hinterfragte unterdessen keiner. Selbst innerhalb der Familie traute sich niemand mehr darüber zu spekulieren. Zu groß war die Schande, wenn jemand an den Folgen dieser Sexualkrankheit starb. Nein, so etwas passierte nur anderswo, aber nicht in unserer Familie!

Jede kleinste Infektion, jede Verunreinigung des Essens, jeder Moskitostich konnte ein unsägliches Leiden hervorrufen. Der Körper ihrer großen Schwester hatte dem nichts mehr entgegen zu setzen gehabt. Das war am Ende keine Immunschwäche mehr gewesen. Eine Immunschwäche setzt ein irgendwie vorhandenes Immunsystem voraus. Doch davon war bei Denise schlichtweg nichts mehr übrig geblieben. Es war vom Virus restlos zerstört worden!

Aus und vorbei. Denise wurde heute verscharrt und die Stelle nur mit einem einfachen Holzkreuz markiert.

Bewertung: 5.0 von 5 (1 Bewertung)
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Seitenaufrufe: 71 mal Aufgerufen Am 8. Februar 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Afrika, AIDS, Amnesie, Folter, Frankfurt, Geldgier, HIV, Medikamentenversuche
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