Niemand trägt die Schuld allein

Niemand trägt die Schuld allein
Preis: 8,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Romantik
Webseite: www.haraldschmidt-ebooks.de
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781537486222
Vera und Peter Sobier genießen mit ihrem zwölfjährigen Sohn Patrick ein sorgenfreies Familienglück.. Das endet abrupt, als der erfolgreiche Rechtsanwalt einen folgenschweren Verkehrsunfall verursacht. Patrick erleidet ein Schädel-/Hirn-Trauma und fällt in ein Koma. Peter Sobier kommt mit leichten Verletzungen davon und sucht verzweifelt einen Weg, mit seiner schweren Schuld leben zu können. Die Liebe zu Vera wird auf eine harte Probe gestellt. Die härteste Zerreißprobe ihres Lebens fordert den Eltern alles ab, denn das Schicksal kann grausam sein. Verzweiflung, Glaubenskonflikte und Hoffnungslosigkeit zerfressen den Geist des Vaters. Außergewöhnliche Signale, die der Sohn aus seiner finsteren Welt aussendet, verändern die Sicht aller Beteiligten. Wird die Liebe der Eltern den vielen Prüfungen standhalten? Hat Patrick eine Chance, jemals wieder aus dem Koma zurück ins Leben zu finden? Auch in diesem Roman versteht es der Autor, den Leser tief eintauchen zu lassen in einfühlsame, aber auch emotional geführte Dialoge. Wie schon in früheren Titeln nimmt er ihn mit auf eine Gefühlsachterbahn - bis zum überraschenden Ende.
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Die A42 war relativ frei und Shakira schmetterte ihren WM-Song ›Waka Waka‹ durch den Äther. Laut sangen Peter und Patrick mit.

»Papa, ich glaube, es geht schon wieder los, meine Nase blutet. Hast du ein Tempo für mich?« Peter sah kurz nach hinten und klappte das Handschuhfach auf. In der äußersten Ecke fand er ein angebrochenes Paket und reichte es nach hinten. Eine Bodenwelle ließ das Auto aufschwingen, sodass die Tücher hinter den Beifahrersitz fielen. Spontan griff Peter danach. Den ausscherenden Lastwagen rechts vor ihm bemerkte er noch aus den Augenwinkeln und riss das Steuer nach links. Mit diesem Manöver hatte der überholende Kleintransporter nicht gerechnet, er katapultierte Peters Mercedes wieder zurück auf die mittlere Spur. Sein Schrei ging unter im Lärm des sich verbiegenden Metalls und zersplitternder Scheiben. In sein Unterbewusstsein fraß sich als letzte Wahrnehmung Patricks ungläubiger Blick und der geöffnete Mund. Eine gnädige Ohnmacht entriss ihm dieses Bild.

»Ich schaff das nicht aus meiner Position, könnt ihr das Lenkrad hochstellen? Der Arm ist eingeklemmt und scheint gebrochen zu sein, müssen wir wohl provisorisch schienen. Habt ihr den Jungen schon im Helikopter?«

Wie durch einen wabernden Nebel vernahm Peter Wortfetzen der Unterhaltung. Er versuchte, die Augen zu öffnen und seine Gedanken zu ordnen. Jeder Atemzug schmerzte höllisch. Er spürte, wie Hände an ihm zogen, ihn bewegen wollten. Schemenhaft nahm er die um ihn herumhängenden Säcke der Airbags wahr. Irgendjemand versuchte, sie zur Seite zu drücken.

»Hallo … können Sie mich verstehen? Wir haben Sie gleich hier raus, bleiben Sie ganz ruhig, alles wird gut.«

»Patrick … Patrick … wo?«

Er hauchte die Worte so leise, sodass einer der Helfer sein Ohr dichter an Peters Mund hielt.

»Was haben Sie gesagt? Bitte wiederholen Sie.«

»Wo ist Patrick … ist er gesund?«

Die gekrächzten Worte hatte der Sanitäter jetzt verstanden und sah hilfesuchend zum Notarzt.

»Mein Name ist Doktor Hoffmann. Der Junge ist bereits auf dem Weg ins Essener Klinikum. Wir hatten für ihn einen Hubschrauber bestellt, damit er schnellstens versorgt wird. Der ist in guten Händen. Jetzt kümmern wir uns erst einmal um Sie. Bleiben Sie bitte ganz entspannt sitzen, damit wir Sie aus dem Sitz befreien können. Sie werden dann ebenfalls in das gleiche Krankenhaus gebracht.«

Gespräch unter Freunden

»Peter, kann ich dich kurz sprechen? In meinem Büro.«

Peter Sobier war auf dem Weg zum Archiv und sah seinen Freund und Partner erstaunt an. Eigentlich bereitete er sich auf den Fall Demontex vor, der am nächsten Tag vor dem Essener Landgericht verhandelt werden sollte, aber es schien Klaus Meinert wichtig zu sein. Sie hatten ein sehr freundschaftliches Verhältnis und Peter war Klaus zu Dank verpflichtet, da er ihm vor vier Jahren eine Partnerschaft in seiner Kanzlei angeboten hatte. Klaus hatte das Glück, dass er die väterliche, sehr gut eingeführte Kanzlei übernehmen konnte. Da sie schon seit dem gemeinsamen Studium befreundet waren, bot er Peter die Beteiligung an.

»Kaffee oder Wasser?«

Klaus zeigte auf einen Sessel, der Teil einer gemütlichen Sitzecke in seinem Büro war.

»Nein danke, habe gerade erst meinen Tee ausgetrunken. Was gibt es zu besprechen? Bin ein wenig im Druck, da ich die Sache Demontex noch auf dem Tisch liegen habe.«

»Ja, ich weiß, Peter. Aber das hier erscheint mir wichtiger. Ich will auch gar nicht lange herumreden und gleich auf den Punkt kommen. Du weißt, die Geschichte mit Patrick setzt auch mir zu, schließlich bin ich sein Patenonkel. Wir haben auch schon des Öfteren deine Trennung von Vera diskutiert. Darüber will ich auch heute kein Wort verlieren. Es bereitet mir allerdings Unbehagen, wie du deine Probleme angehst.«

Peter versteifte sich im Sessel und wollte etwas erwidern. Klaus hob die Hand und fuhr fort.

»Nein Peter … lass mich erklären. Wir sind jetzt seit der Studienzeit befreundet und ich glaube, dass ich mir das Recht herausnehmen sollte, dir ins Hirn zu springen, wenn du aus dem Ruder läufst. Glaubst du wirklich, dass es niemand in der Kanzlei gemerkt hat? Wir sehen deine Schwierigkeiten und deinen Kampf, mit allem fertig zu werden, aber wir sehen auch, dass du dich mit deiner Sauferei langsam umbringst.«

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Seitenaufrufe: 34 mal Aufgerufen Am 6. September 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Glaubenskonflikt, Hoffnungslosigkeit, Koma, Liebesroman, Sterbehilfe, Versuchung
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