Mysteriöse Zeitkapsel … wäre sie doch nie gefunden worden!

Mysteriöse Zeitkapsel … wäre sie doch nie gefunden worden!
Preis: 12,95 €
Autor:
Genre: Horror & Mystery
Webseite: www.verlag-der-schatten.de
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783981712391
Zeitkapseln! Sie gelten als Hinterlassenschaften der Vergangenheit, als Botschaften für die Zukunft. Ihr Ziel ist es, der Menschheit nach einem zumeist festgelegten Zeitraum vom Leben zur Zeit der Archivierung zu berichten. Dafür werden in der Regel Behälter zur Aufbewahrung von Gegenständen benutzt, mit dem Zweck, zeittypische Dinge für nachfolgende Generationen zu bewahren. Eigentlich sind sie stumme Zeitzeugen. Und doch erzählen sie uns etwas. Die Gegenstände, die in dieser Zeitkapsel gefunden wurden, gaben zwar zunächst Rätsel auf, doch offenbarten eine Blechdose, ein Schlüssel, ein Medaillon, eine Rose, das Bild eines Steinsargs, ein Einmachglas, eine Feder, ein Schweizer Taschenmesser, ein Brief, ein Amulett und drei Sätze – auf ein Blatt Papier gekritzelt – uns am Ende ihre Geheimnisse. Die Wahrheit, die mysteriösen Geschichten, die sich hinter den einzelnen Dingen verbergen, haben wir in dieser Anthologie für Sie zusammengetragen.
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Leseprobe

„Erinnerungsnächte“ von Nicole Geier

Schwarzer Schmerz tropft tausendfach von unseren Herzen und sammelt sich im ewig tiefen Brunnen der Einsamkeit.

Die grauen Tage versponnen sich zu einem verschwommenen Netz aus Wirklichkeit und Erinnerungen, die nach Wehmut und Gleichgültigkeit schmeckten. Gefesselt in diesem Körper, der mich stets durch Menschenmassen trug, fühlte ich, wie mein einziger Begleiter trotzdem die Einsamkeit war.

Genau dieser Weggefährte trieb mich immer und immer wieder in die Tiefen der angrenzenden Wälder, in deren Dunkelheit sich weder Vögel noch andere Tiere verirrten. Viele Menschen mieden diese düsteren Orte. Kamen sie ihnen nur ein Stück zu nahe, stürzten sie sich in die Oberflächlichkeiten unserer banalen Welt – ich jedoch setzte mich mit der Schwermütigkeit zusammen und ließ mir von ihr meinen Kummer ausschmücken. Dort – alleine im Schatten der Bäume – schienen die Gefühle, die mich heimsuchten, wenigstens berechtigt.

Die Geschichten, die der Wald mir über sich stets wispernd ins Ohr zu hauchen versuchte, interessierten mich nicht, schließlich war er für mich stets da, um mir zuzuhören. Im Nachhinein bereute ich es, mich dem Inneren seiner Seele so sehr verschlossen zu haben. Hätte ich nur ein Mal gelauscht, hätte ich die Hoffnungslosigkeit, die er in sich trug und die ihn zerstörte, verstanden. So aber musste er mich mit grausamer Hand in einer kalten, grauen Winternacht dazu zwingen.

Starr griffen die Silhouetten der nackten Bäume mit ihren dünnen, langen Fingern gen Himmel, während der Wind sanft eine kühle Decke aus nächtlichen Wolken um Mond und Sterne wickelte. Die weiße Scheibe am Firmament war wohl das grausamste Geschöpf dort oben. Wie viele winzige Wesen hatten schon zu ihm hinaufgeschaut und von ihm wissen wollen, wer sonst noch in den kurzen Momenten eines einzelnen Lebens selbiges getan hat. Kalt lächelte er stets weiter – in tiefem Schweigen vergraben.

Fröstelnd entzog ich mich seinem Bann und tauchte den Blick erneut in das Schwarz des Waldes. Die Zeit am heutigen Tag war so schnell geschwunden, und die Nacht hatte sich die Landschaft bissig zu eigen gemacht. Die Wege, die mich hierhergeführt

hatten, schienen wahllos Pfade durch die Dunkelheit zu schlagen und woben so eine Art Labyrinth. Obwohl ich mir immerfort eingeredet hatte, dass das Leben wertlos sei, und ich mich daher Tag für Tag mehr vergraben hatte, begab sich plötzlich – neben der Einsamkeit – ein neuer Sozius an meine Seite. Wie ein böser Geist lief er grinsend neben mir her und lauschte, wie sich meine schnellen Atemzüge und das laute Pochen meines Herzens zu einer Hymne – wie für ihn komponiert – verwandelten.

Die Angst war eine grausige Gestalt der Finsternis. Es entzückte sie, wenn ihre schwachen Opfer um ihr Leben zu rennen begannen, nur um ihr zu entfliehen, denn sie wusste eines ganz genau – sie war immer dort, wo man ihr den Raum dazu ließ. Und in diesem endlosen Gehölz war unendlich viel Platz für sie.

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Seitenaufrufe: 48 mal Aufgerufen Am 5. Januar 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Anthologie, Botschaften, Drama, Kurzgeschichten, Mystery, Zeitkapseln
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