Mord in San Vincenzo: Ein Italien-Krimi

Mord in San Vincenzo: Ein Italien-Krimi
Preis: 3,99 €
Autor:
Genres: Humor, Krimi & Thriller
Webseite: http://edina1966.wixsite.com/edina-stratmann
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als E-Book
Sommer, Sonne, Meer und Morde - Die erfolgreiche Krimiautorin Francesca hat die Nase voll. Ihr Freund hat sie wegen einer Jüngeren verlassen und Ideen für ein neues Buch wollen ihr auch nicht kommen. Sie braucht dringend eine Auszeit. Da kommt ihr ein überraschender Anruf der italienischen Verwandtschaft gerade recht: Sie soll in das idyllische Städtchen San Vincenzo fahren und in dem familieneigenen Hotel aushelfen. Francesca sieht sich schon im perfekten Urlaub: Erholung am Strand, auf der Terrasse Spaghetti essen und mit einem Glas Wein den Tag ausklingen lassen. Doch dann erschüttern mehrere Morde den kleinen Ort. Und statt ihre Auszeit zu genießen, kann Francesca es nicht lassen, ihre Nase in die Ermittlungen zu stecken. Das passt dem gut aussehenden Commissario Monte gar nicht, doch Francesca lässt sich nicht so leicht abschütteln. Eine liebenswürdige Protagonistin, ihre chaotische, aber charmante Familie und Romantik vor der traumhaften Kulisse Italiens.
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Leseprobe

»Als ich mich über die Leiche beugte, wurde mir übel. Ich bin eine
Mörderin, dachte ich, während ich mich auf eine Obstkiste setzte.
Warum ist sie nicht weggelaufen? Sie wusste doch, dass ich sie nicht
leiden kann! Ich schrie sie oft an, fand die Vorstellung, mit ihr unter
einem Dach zu leben, unerträglich. Ich drohte ihr des Öfteren, aber
sie nahm mich nicht ernst. Ich musste sie vergiften, mich aus dieser
Zwangsgemeinschaft befreien. Eine andere Wahl hatte ich nicht.
Ich stand langsam auf, zog Gummihandschuhe an und legte das
leblose Vieh in die Mülltonne. Mir ging es richtig schlecht.«
Meine Nachbarin schüttelte sich, als sie mir den Vorfall mit der
Ratte in ihrer Küche erzählte. Lorena hatte gestern Abend, als wir
uns im Garten begegnet waren, völlig verzweifelt ausgesehen.
»Wie schaffen Sie es nur, mörderische Geschichten zu schreiben?
«, fragte sie mich stirnrunzelnd. »Sie sehen so harmlos aus!«
»Ich finde Krimis einfach faszinierend«, antwortete ich. »Agatha
Christies Bücher inspirieren mich. Wenn ich könnte, würde ich
Poirot und Miss Marple adoptieren. Die beiden sind doch genial,
finden Sie nicht?«, fragte ich mit funkelnden Augen.
»Ich weiß nicht.« Meine Nachbarin schüttelte skeptisch den Kopf.
»Ich lese lieber zuckersüße Liebesromane. Wenn ich mich in den
Bücherläden umschaue, sehe ich überall Cover mit Blutstropfen
und Messern. Wer bitte schön liest denn so etwas?«
»Es gibt viele Menschen, die es regelrecht genießen, sich beim
Lesen zu gruseln und Gänsehaut zu bekommen«, schmunzelte ich.
»Es gibt aber auch genug harmlose Geschichten zu kaufen.«
»Die Märchen von den Grimm-Brüdern habe ich als Kind auch
nicht gemocht«, erinnerte sich Lorena. »Besonders schlimm fand
ich die Erzählung von Schneewittchen. Ich stelle mir heute noch
vor, was wohl passiert wäre, wenn der Jäger nicht so einen guten
Charakter gehabt hätte. Ich male mir aus, wie er seinen Auftrag
letztendlich doch erfüllt, das Herz des Mädchens herausschneidet
und es der Königin auf einem Silbertablett präsentiert. Diese öffnet
eine Flasche Chianti und genießt den Abend in vollen Zügen.«
»Sie haben eine lebhafte Fantasie«, lachte ich. »Sie könnten doch
wunderbare Horrorgeschichten schreiben!«
Nach meiner Unterhaltung mit Lorena war die Nacht alles andere
als erholsam. Ich träumte von Hänsel und Gretel, zwei süßen Kindern
mit Kulleraugen, und davon, wie die beiden, ein Liedchen
pfeifend, die Hexe in den Ofen schoben. Kurz bevor der Braten fertig
war, erschienen einige Zwerge, diesmal ohne weibliche Begleitung.
Die gut gelaunten Minenarbeiter versammelten sich rasch um einen
hübsch gedeckten Gartentisch herum. Die kleinen Männer begrüßten
einen Koch, der plötzlich aus dem Knusperhäuschen zum
Vorschein kam, die Kinder zum Händewaschen schickte und wie
mein Ex, Giovanni, aussah, mit einem lauten »Hi ho, hi ho!«. Alle
freuten sich auf die leckere Mahlzeit. Der Koch erklärte seinen Gästen
kurz, dass Kochen Männerarbeit sei, und holte die dampfende
Hexe aus der Röhre. Es roch unangenehm nach verbranntem
Fleisch, aber die gute Frau schien den Backprozess fast unbeschadet
überstanden zu haben. Sie kreischte laut, während sie aufgekratzt
hin und her hüpfte und schließlich meinen Exfreund in den Ofen
schubsen wollte. Ich hörte, wie Giovanni mich laut um Hilfe anflehte,
stand aber wie angewurzelt in der Küchentür.
Schweißgebadet wachte ich auf. Mein Herz klopfte so laut, dass
ich mir ernsthaft überlegte, an die Tür zu gehen. Im Halbschlaf
wanderten meine Gedanken zu all meinen Protagonisten, zu den
Helden der Verbrecherbekämpfung, und ich dachte an die Recherchen,
die ich einst für meine Bücher betrieben hatte. Ich spürte, dass
ich von Morden und Mördern erst einmal genug hatte. Wenn ich
schon von einem Kindermärchen Alpträume bekam, sollte ich wohl
besser die Finger von der dunklen Seite des Lebens lassen. Ich
brauchte eine neue Herausforderung, neue Inspirationen. Obwohl
sich meine vorherigen Bücher (ich hatte bis jetzt ausschließlich Krimis
geschrieben) gut verkauft hatten, fühlte ich mich plötzlich leer
und vollkommen unfähig, meine Gedanken zu ordnen, geschweige
denn literarische Spuren in der Welt zu hinterlassen …
Vielleicht sollte ich mich eine Zeit lang ausschließlich den schönen
Dingen des Lebens widmen, überlegte ich, nachdem ich mich
aus dem Bett gequält hatte. Ich entschloss mich, eine Auszeit zu
nehmen und die nächsten Wochen mit Gartenarbeit, langen Spaziergängen
und Museumsbesuchen zu verbringen, und hoffte darauf,
dass mir neue Ideen wie von allein »zufliegen« würden. Mein
Plan gefiel mir, und ich dachte im Traum nicht daran, dass mir das
Leben einen Strich durch die Rechnung machen könnte. Natürlich
kam alles anders als geplant …

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Seitenaufrufe: 39 mal Aufgerufen Am 29. August 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Humor, Italien, Krimi, Toscana
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