Losing me. Verliebt in meinen Stiefbruder

Losing me. Verliebt in meinen Stiefbruder
Preis: 3,99 €
Autor:
Genres: Kinder & Jugend, Romantik
Webseite: www.christiane-boessel.de
Erscheinungsjahr: 2017
Erhältlich: Als E-Book
ISBN: 9783958181731
Er ist heiß, er ist mysteriös und er hat ein dunkles Geheimnis … Die 18-jährige Julia ist ein absolutes Sunny Girl und eine der beliebtesten Schülerinnen an ihrer Highschool in Kalifornien. Außerdem ist sie mit Brandon zusammen, dem Star des Football-Teams. Die beiden kann so schnell nichts auseinanderbringen. Auch nicht die drei Monate im Sommer, in denen Julia ihren Vater in Deutschland besucht. Oder doch? Was Julia nicht weiß: Ihr Vater hat eine neue Freundin, die ihren Pflegesohn Chris mit in die Beziehung bringt. Und damit auch in die Wohnung, in der Julia die nächsten Wochen leben wird. Chris ist ein echter Bad Boy ohne Manieren. Trotzdem fühlt sich Julia vom ersten Augenblick an wie magisch zu dem arroganten Draufgänger hingezogen …
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(…) Warum ich davon ausgegangen bin, dass dieser Pflegesohn ein kleiner Junge ist, weiß ich nicht. Natürlich arbeitet Sandra im Jugendbereich und nicht mit Kindern. Kleine Kin-der poltern in der Regel nicht so laut. Und grölen auch nicht herum. Erst recht nicht mit so einer tiefen und eindeutig betrunkenen Stimme.

Anscheinend schafft es Chris dann doch noch, die Tür aufzuschließen. Denn kurz da-rauf torkelt ein junger Mann, der aussieht wie ein auf der Erde gestrandeter Gott, ins Wohnzimmer.

Das ist also Chris.

Schätzungsweise ist er in etwa in meinem Alter, obwohl er irgendwie älter wirkt. Wa-rum, kann ich nicht genau sagen. Er strahlt etwas Erwachsenes und Trauriges aus, so als hätte er schon eine Menge erlebt. Und damit meine ich nichts Positives. Aber hätte er eine sorglose Kindheit verlebt, wäre er sicher nicht im Heim und letztendlich bei seiner Sozialpädagogin gelandet.

Was wohl der Grund ist, warum er nicht mehr zuhause wohnen kann? Sandra hat dar-über nichts erzählt. Aber es geht mich ja auch nichts an.

Trotz der alkoholbedingt glasigen Augen und des rotfleckigen Gesichts sieht er wahn-sinnig gut aus. Was für eine Ausstrahlung muss er dann erst haben, wenn er nüchtern ist? Leicht gebeugt steht er da und schwankt ein wenig hin und her, trotzdem erkenne ich, dass er nicht viel größer als ich sein kann. Maximal eins achtzig. Im Gegensatz zu Brandon ist Chris eher dünn, aber nicht ungesund hager, sondern drahtig muskulös. Wie ein verbrauchter Rockstar. So ähnlich ist er auch gekleidet. Schwarze, enge Jeans, die allerdings ziemlich angewetzt sind. Dazu trägt er ein

enganliegendes, vermutlich ursprünglich weißes Rippunterhemd, so dass man seine sehnigen Muskeln deutlich erkennen kann. Vor allem dann, wenn er, wie jetzt, seinen Arm hebt, um sich seine verschwitzten braunen Haare aus der Stirn zu wischen, die ihm in die Augen hängen. Die etwas schiefe und für sein schmales Gesicht fast zu große Ha-kennase mildert seine Attraktivität nicht, sondern lässt ihn männlicher und interessanter wirken. Wild und ganz anders als die langweiligen braven Jungs aus meiner Schule. Ich merke, wie ich ihn mit offenem Mund anstarre. Deshalb drehe ich mich schnell weg, bevor mein Vater oder Sandra noch mitbekommen, dass ich gaffe, als sei gerade Zac Efron himself hereingeschneit.

»Zieh bitte deine Stiefel aus. Ich habe heute gewischt.« Sandra benimmt sich, als re-gistriere sie nicht, dass der Typ vor ihr sturzbetrunken ist. Oder ist es ihr egal? Das würde so gar nicht zu ihr passen.

Ich befürchte schon, er werde sie für diese Anweisung übel beschimpfen, doch statt-dessen knurrt er nur etwas Unverständliches und fummelt unbeholfen an seinen Schu-hen herum.

Weil er sich ohnehin schon kaum aufrecht halten und schon gar nicht einbeinig stehen kann, plumpst er aufs Sofa und beugt sich vornüber. Nach einer Ewigkeit und viel Flu-chen hat er es endlich geschafft, die Stiefel von den Füßen zu ziehen, und kickt sie nach-einander von sich weg.

Sandra lässt sich von seinen heftigen Ausdrücken, von denen ich die Hälfte nicht ein-mal kenne, geschweige denn in den Mund nehmen würde, nicht beeindrucken. Mit vor der Brust verschränkten Armen steht sie vor ihrem Pflegesohn und schaut ihn mit hoch-gezogenen Augenbrauen von oben an.

»Aufräumen«, sagt sie bloß und deutet auf die am Boden liegenden Stiefel.

Diesmal jedoch tut er nicht, was sie will, brummt nur und lässt sich seitlich fallen. Bei-nahe sofort fängt er an zu schnarchen.

Seufzend holt Sandra Luft und verzieht ihre Lippen. Doch ihre Augen zeigen die Liebe, die sie für diesen vom Leben eindeutig gebeutelten jungen Mann empfindet. Vorsichtig greift sie seine Knöchel und legt seine Beine aufs Sofa. Er stöhnt im Schlaf und gibt unde-finierbare Geräusche von sich, wacht aber, so betrunken wie er ist, nicht auf. Er dreht sich auf die andere Seite, so dass er mit dem Gesicht zur Rückenlehne liegt. Offenbar hat mein Vater zwischenzeitlich das Zimmer verlassen, denn er kommt gerade mit einem Eimer und einer Bettdecke wieder herein. Die nimmt Sandra ihm ab und breitet sie über ihren Pflegesohn, während Papa den Eimer vor das Sofa stellt. Die beiden agieren wie ein gut eingespieltes Team. Wahrscheinlich sind sie das auch, denn Chris scheint mir nicht zum ersten Mal in solch einem Zustand nachhause gekommen zu sein.

Die ganze Situation strahlt etwas so Intimes aus, dass ich das Gefühl habe, ich habe kein Recht, diesen Absturz mitzubekommen. Doch weder Sandra noch mein Vater schi-cken mich weg. Vielleicht haben sie mich auch vergessen. Und ich selbst schaffe es auch nicht, mich zu entfernen. Der kaputte junge Mann vor mir fasziniert mich auf eine Wei-se, die ich nicht verstehe. Denn eigentlich verabscheue ich Betrunkene. (…)

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Seitenaufrufe: 99 mal Aufgerufen Am 7. März 2017 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Bad Boy, Dreiecksbeziehung, Liebe, Stiefbruder, USA, verboten
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