Lena Halberg – Paris ’97

Lena Halberg – Paris ’97
Preis: 14,50 €
Autor:
Genre: Krimi & Thriller
Webseite: www.ernestnyborg.com
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783868411256
1997 - Es ist die Nacht von Lady Dianas Tod. In der Nähe der Tragödie stirbt auch ein Fotograf einen mysteriösen Tod. War etwas auf seinem Film, wofür er sterben musste? Heute - Die Journalistin Lena Halberg stößt bei Recherchen auf unglaubliche Fakten. Sie entdeckt Machenschaften der Waffenlobby, die bis in höchste Regierungskreise reichen. Lena entgeht nur knapp einem Anschlag und erkennt, dass sie nur eine Chance hat: Sie muss ihr Wissen an die Öffentlichkeit bringen, bevor sie selbst zum Opfer wird.
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Leseprobe

Es war bereits nach Mitternacht, aber die Hitze des Spätsommers klebte noch am Asphalt der Pariser Straßen. Franco war mit dem Fiat, den er als Leihwagen genommen hatte, im Kriechgang entlang der Seine unterwegs. Viel zu langsam für die Schnellstraße, dachte er und hoffte, in keine Verkehrskontrolle zu geraten.

Vielleicht war die Auskunft seines Informanten ungenau gewesen, oder er hatte seine Gelegenheit bereits verpasst, weil er noch schnell am Nachtpostamt beim Louvre die Ansichtskarte an seine Mutter eingeworfen hatte.

Noch in Gedanken, sah er im Rückspiegel ein größeres, dunkles Fahrzeug auf der Überholspur, das schnell näher kam. Unmittelbar dahinter tauchte ein Motorrad auf. Franco war wie elektrisiert: Eine Limousine mit Eskorte, das mussten sie sein. Er trat aufs Gas, um seinen Wagen zu beschleunigen, und griff auf den Beifahrersitz nach seiner schussbereiten Nikon.

Als die Limousine, die Franco jetzt als schwarzen Mercedes erkannte, schon fast auf gleicher Höhe war, beschleunigte das Motorrad, zwängte sich noch links an den beiden vorbei und schnitt unmittelbar danach scharf wieder zur Mitte. Das alles passierte in Sekundenbruchteilen und der Fahrer des Mercedes konnte einem Unfall nur noch entgehen, indem er auswich und den schweren Wagen nach rechts zog.

Shit, dachte Franco, das wird verdammt knapp!

Franco ließ die Kamera aus, die zwischen seinen Beinen auf den Wagenboden polterte, und packte das Lenkrad mit beiden Händen. Unmittelbar vor ihnen lag die Einfahrt zur Unterführung der Alma Brücke, flankiert von massiven Betonbegrenzungen zu beiden Seiten.

In letzter Sekunde, bevor er in Francos Wagen krachte, riss der Fahrer des Mercedes den Wagen zurück auf die Überholspur, das Heck brach dabei aus und die Limousine streifte noch die Seite des Fiats. Aus den Augenwinkeln sah Franco dabei für einen Moment die Frau auf dem Rücksitz, die hysterisch aufschrie – Lady Diana.

Der Mercedes war nach diesem Manöver nicht mehr abzufangen. Kaum war er an Francos Fiat vorbeigezogen, prallte er auch schon ungebremst auf einen der Betonpfeiler des Tunnels auf. Das schwere Fahrzeug bäumte sich auf, wurde innerhalb kürzester Zeit förmlich zerrissen und mit einem ohrenbetäubenden Geräusch auf die Straße zurückgeschleudert.

Für Franco gab es keine Möglichkeit mehr anzuhalten, also blieb er weiter auf dem Gas, um von der Stelle wegzukommen. Instinktiv krümmte er sich zusammen, um den Stoß einer Kollision abzufangen. Der Mercedes – oder das, was von ihm noch übrig war – schlitterte vom Pfeiler zurück auf Francos Spur und verfehlte den Fiat nur um Zentimeter. Hinter ihm krachte etwas an die Wand der Unterführung. Franco trat in die Bremsen und blieb stehen. Ein Blechteil schepperte noch über sein Dach, dann war es still, nur die Hupe des Mercedes heulte gespenstisch in der Unterführung.

Franco war voller Adrenalin und zitterte am ganzen Körper. Im Rückspiegel sah er den schwarzen Blechhaufen. Hier lebt garantiert keiner mehr, dachte er und atmete schwer. Hinten kamen nun einige Lichter auf die Tunneleinfahrt zu, und auch in der Gegenrichtung blieb bereits ein Fahrzeug stehen.

Er blickte wieder nach vorn und konnte es nicht fassen – direkt hinter der Ausfahrt der Unterführung stand das Motorrad mit den beiden Gestalten, die den Mercedes abgedrängt hatten, quer zur Fahrbahn. Nur wenige Augenblicke später drehten die beiden ab und fuhren weiter. Sofort liefen Francos Gedanken auf Hochtouren. Hier an der Unfallstelle wären bald genügend Leute und im Mercedes waren sicher alle tot, da konnte er nichts mehr tun. Nein, er würde lieber die Rowdys stellen, die den Unfall von Lady Diana verursacht hatten, so eine Chance gab es in einem Fotografenleben schließlich nur einmal.

Er trat wieder aufs Gas.

Als er aus dem Tunnel fuhr, sah er das Motorrad gerade noch in der langgezogenen Linkskurve des Kais. Er schaltete zurück und trat das Gaspedal bis zum Anschlag durch, dass der Fiat gequält aufheulte.

Auf der anderen Seite der Seine war der Eiffelturm, wo auch nachts einiges los war. Franco vermutete, dass die beiden vorhatten dort unterzutauchen. Er tastete unter dem Sitz nach seiner Nikon. Sie war noch schussbereit, wie er mit einem kurzen Blick zufrieden feststellte, als er sie hochhob. Seine Hand zitterte dabei vor Aufregung.

Cool bleiben, dachte er, während er mit sturer Entschlossenheit dem Motorrad folgte. Die Maschine bewegte sich nun in gemäßigtem Tempo, die Männer klappten die Visiere der Helme nach oben und schwenkten vor dem Eiffelturm nach links ein, in Richtung der Seine.

Franco öffnete das Fenster, hob die Kamera und stieg aufs Gas. Als er dicht neben dem Motorrad war, rief er laut. Die beiden rissen die Köpfe herum und schauten genau in die Nikon. Franco drückte den Auslöser.

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Seitenaufrufe: 31 mal Aufgerufen Am 18. April 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Attentat, Lady Diana, Lena Halberg, Nybørg, organisierte Kriminalität, Paris, Waffenlobby
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