Land der Entführten

Land der Entführten
Preis: 3,99 €
Autor:
Genre: Krimi & Thriller
Webseite: www.at-buecher.de
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781537291673
"… Plötzlich packt mich etwas an meinen Fußgelenken. Ich werde nach hinten gezogen. Verzweifelt schreie ich auf. Arme und Beine schleifen schmerzhaft auf dem Blech entlang. …" Entführt in ein verborgenes Land, steht Sandra unter der Aufsicht des selbsternannten Herrschers. Sein persönliches Interesse an ihr, könnte San­dra das Leben erleichtern. Doch selbst kleine Fehler haben schwere Folgen. Die junge Frau erlebt mit anderen Entführten jahrelange Qualen, die auch nach der Befreiung nicht enden. Zu leicht urteilen wir nach unseren eigenen Gefühlen. Doch wenn sich die Welt umkehrt, wo gehören wir dann hin? "Die Geschichte zeugt von Talent und Ideenreichtum." (Scripta), "...einfach der Hammer. Konnte und wollte nicht aufhören mit dem Le­sen." (Leserin), "...spannend geschrieben (man muss eigentlich immer weiterlesen...)"(Le­ser) Ein packender Dystopie-Thriller für alle, die gern in einem Buch versinken.
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Leseprobe

1. Kapitel

Es ist dunkel. Meine Hände sind auf dem Rücken gefesselt, die Augen verbunden. Ich weiß nicht, wo ich bin, wie ich hierher gekommen bin. Eben noch verließ ich mein Haus, wollte meine Freundin besuchen. Jetzt bin ich hier. In einem Transporter.

Ich werde entführt.

Panik steigt in mir auf. Das Herz schlägt kräftig, so dass ich das Beben im ganzen Körper spüre. Ich bekomme keine Luft mehr. Zusätzlich zieht ein ekliger Geruch nach altem Lappen von meiner Augenbinde in die Nase. Mir wird übel. Zugleich juckt es mich unter der Binde. Mit meiner Schulter versuche ich mich zu kratzen, komme aber nicht an die entsprechende Stel­le. Irgendwie muss ich mich ablenken, mich auf etwas anderes konzentrie­ren.

Unter mir spüre ich den Boden. Er ist hart, vibriert mit den Bewegungen des Transporters. Die Vibration überträgt sich auf meinen Körper, wie ein Kribbeln. Jede Kurve, jedes Schlagloch, jede Unebenheit der Straße fühle ich.

Rücken, Po und Beine schmerzen. Ich atme tief ein und puste die Luft langsam durch meine Lippen, versuche mich, dadurch zu beruhigen. Der Geruch nach Abgasen und Schweiß, erschwert mir das Durchatmen.

Rechts neben mir berührt mich ein Mann. Er keucht, als würde ein Über­gewichtiger den Marathon laufen. Genauso riecht er auch. Es ekelt mich. Also rutsche ich etwas nach links, berühre dort aber einen anderen Arm. Sofort halte ich inne. Auch wenn ich beruflich viel mit fremden Menschen zu tun habe, hasse ich es, wenn sie mich berühren. Sie können mit mir reden, meinetwegen auch blöde Sprüche machen. Aber mich anfassen – das geht gar nicht. Erneut werde ich panisch. Um mich herum wird es enger. Die Menschen kommen näher. Atmen lauter. Keuchen, Schnaufen, Husten.

Du musst Dich beruhigen. Beruhige Dich! Konzentriere Dich auf etwas anderes. Auf Deine Atmung… Ich atme ein. Der warme, schwüle Luftsog strömt in mich hinein. Langsam puste ich ihn wieder heraus. Noch einmal sauge ich Luft in mich, um sie allmählich wieder herauszulassen.

„Panik ist der Feind der guten Ideen.“ sagte mein Yogalehrer. Er war Buddhist und weise. Zumindest ging immer Erhabenheit von ihm aus. War er jemals in einer Situation, wie dieser? Musste er je gegen Panik ankämp­fen? Ich stelle mir vor, dass er mir gegenüber sitzt. In weißem Anzug. Seine Hände im Schoß. Er lächelt mich an. Sein sanftes Gemüt beruhigt mich.

„Was soll ich tun?“ frage ich.

„Bleibe bei Dir. Konzentriere Dich. Nimm wahr, ohne zu urteilen. Dann wirst Du die Lösung finden.“

Der Wagen stoppt und reißt mich aus meinem Traum. Ich konzentriere mich auf meine Umgebung; höre, wie Fahrer und Beifahrer aussteigen. Ihre dumpfen Schritte führen am Auto entlang zur hinteren Tür. Mit einem lau­ten Krachen wird sie geöffnet.

„Los raus! Alle aussteigen!“ schreit uns einer der Beiden an. Seine Stim­me klingt rau, als hätte er sein Leben lang geraucht. Ich drehe mich zur Sei­te, um auf die Knie zu kommen. Doch der Dicke rempelt mich an und ich verliere meinen Halt. Ein fester Griff packt mich am Oberarm und verhin­dert damit, dass ich falle. Seine Finger bohren sich schmerzhaft in meine Haut, ziehen mich aus dem Auto. Unsanft stürze ich auf den Boden. Sofort werde ich wieder nach oben gezogen.

„Geh!“

Langsam bewege ich einen Fuß vor den anderen, habe Angst, nochmals zu fallen. Meine Beine schmerzen. Eine Hand schiebt mich von hinten. „Lauf schneller!“ schnauzt mich der Raucher an. Nun kann ich es auch rie­chen, diesen Gestank nach erkaltetem Zigarettenqualm. Ekelhaft! Ich laufe so schnell, es mein Vordermann zulässt. Dann drückt der Raucher meinen Kopf herunter. Kaum nimmt er seine Hand von mir, bewege ich meinen Kopf wieder nach oben. Ein dumpfes Krachen und darauf folgender Schmerz macht mir bewusst, dass die Decke niedrig ist.

Geduckt gehe ich vorsichtig weiter. Es ist eng. Auch wenn ich es nicht sehen kann, ich fühle es. Von den Seiten, von oben. Immer wieder stoße ich irgendwo an. Der Boden ist uneben und führt die meiste Zeit abwärts. Es riecht feucht und erinnert mich an das Haus meiner Oma, mit ihrem uri­gen Kellergewölbe, das voller Ungeziefer ist. Schon als Kind fand ich es dort gruselig. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass da jemand freiwillig hin­ein ging. Aber meine Oma tat es. Sie holte Kohlen oder Kartoffeln nach oben, die manchmal Bissspuren von Ratten oder Mäusen aufwiesen. Ob hier auch Ratten sind?

Es wird hell um mich herum. Mehr Platz. Ich stelle mich gerade hin. Nur ganz langsam, um sicher zu gehen, dass ich mich nicht stoße. „Alle stehen bleiben!“ ruft der Raucher. Mein Vordermann schafft es schneller zu reagie­ren, als ich, weshalb ich ihm hinten drauf laufe. Mit einer kleinen Bewegung zurück nehme ich wieder Abstand.

Ein Schlüsselbund klappert. Dann wird eine Tür aufgeschlossen. Schritte. Viele Schritte. Wieder werde ich geschoben. Dieses Mal nach links. Ich gehe vorwärts, immer noch unsicher. Dann fällt die Tür hinter uns zu.

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Seitenaufrufe: 13 mal Aufgerufen Am 5. Dezember 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Dystopie, Entführung, Gewalt, Thriller
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