Lady Cardington und die Schatten der Vergangenheit

Lady Cardington und die Schatten der Vergangenheit
Preis: 2,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Romantik
Webseite: http://sybillekolar.com
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781523394975
Jetzt kurze Zeit zum Einführungspreis: Band 3 der Lady-Cardington-Reihe. (232 Seiten in der Printausgabe) - Können Samantha und Michael nun endlich das Leben mit ihren beiden Söhnen genießen? Unterdessen bahnt sich auf Cardington Manor eine zarte Romanze an. Doch wird es den beiden Turteltauben überhaupt gelingen, ihren ganz persönlichen Hintergrund zu überwinden? Und auch Samanthas Vergangenheit scheint nicht so unbefleckt zu sein, wie es den Anschein hatte. Was will dieser Mann noch immer von ihr? Da taucht plötzlich eine fremde Frau auf. Es ist Franks leibliche Mutter, die ihren Sohn wieder zu sich nehmen möchte. Das Unheil nimmt seinen Lauf.
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Leseprobe

Das kleine Mädchen war tot. Daran bestand kein Zweifel.

Es war unter ihrer Obhut gestorben.

Samantha legte den leblosen Körper in eine Wanne und füllte Wasser hinein, als wäre das in so einem Fall das Normalste der Welt. Ja, als könnte sie diese Tragödie dadurch irgendwie ungeschehen machen.

Wenigstens war der Beweis ihres Versagens auf diese Weise aus ihrem Blickfeld verschwunden.

Die ahnungslosen Eltern des Kindes näherten sich dem Haus. Gleich würden sie vor ihr stehen und ihre Tochter abholen wollen.

Und es war nun an ihr, diesen Leuten beizubringen, wie das hatte passieren können.

Dabei wusste sie es selbst nicht.

Was sollte sie nur sagen?

Sie war verzweifelt.

Das Ehepaar kam lächelnd herein.

Nach der Begrüßung begann Samantha in größter Ausführlichkeit nur immer wieder alle möglichen Ereignisse aufzuzählen, die zu dem schrecklichen Moment geführt hatten.

Zu dem Moment, den sie selbst noch nicht ein-mal auszusprechen wagte.

Die bedauernswerten Eltern waren inzwischen aufs Äußerste angespannt und forderten mit Nachdruck, endlich zu erfahren, was mit ihrem Kind geschehen war.

Samantha verstrickte sich in immer ausschwei-fendere Erklärungen. So, als würden diese armen Menschen die schlimmste aller Nachrichten dann besser verkraften. Vielleicht weil sie einfach einse-hen mussten, dass es in der Abfolge der Geschehnisse gar nicht anders hatte passieren können.

Samantha erwachte mit einem Aufschrei und fand sich aufrecht sitzend in ihrem Bett wieder. Panisch rang sie nach Luft, als wäre sie gerade dem Schafott entkommen.

Das lange dunkelblonde Haar klebte in Strähnen an ihrer schweißtriefenden Brust.

Sie blickte sich verstört um, doch in der Schwärze der Nacht war nicht viel auszumachen.

Durch die Erschütterung, die ihre abrupten Bewegungen im Ehebett ausgelöst hatten, war Michael ebenfalls wach geworden. Er murmelte etwas Unverständliches, schlief jedoch kurz darauf wieder ein.

Erst als sie im Dämmerlicht des Raumes bewusst wahrnahm, dass ihr Mann neben ihr lag, erkannte sie, dass sie nur geträumt hatte.

Nur geträumt!

Sie bemühte sich, die Einzelheiten ihres Traums in die Erinnerung zurückzuholen. Bruchstückhafte Fragmente ließen in ihrem Kopf einen schrecklichen Film entstehen, der jedoch mehr aus Gefühlen als aus Bildern bestand.

Gott sei Dank! Das war nur ein Traum.

Die kühle Nachtluft ließ ihren Schweiß kalt verdunsten. Samantha merkte plötzlich, dass sie fror, und legte sich wieder hin. Sie wendete die nass geschwitzte Bettdecke und deckte sich zu.

An Schlaf war nun nicht mehr zu denken.

Sie starrte in der undurchdringlichen Dunkelheit vor sich hin. Mit der Zeit wurden immer mehr Einzelheiten des Zimmers sichtbar: das Sideboard an der gegenüberliegenden Wand. Das Gemälde, das darüber hing. Die Tür, die zum Korridor führte. Die andere Tür, die die einzelnen Wohnräume der Suite miteinander verband. Oben an der Decke tanzten die Schatten der Bäume vor den Fenstern, vom Mondlicht gekonnt in Szene gesetzt. Das war ein harmloses, fast heiteres Schauspiel. Gerade so, als wäre nichts Schlimmes passiert.

Dann drängte sich mit einem Mal die Wirklichkeit in ihr Bewusstsein und sie begriff, dass es besser gewesen wäre, sie hätte weitergeträumt.

Das Leben, es konnte grausamer sein als der schlimmste Albtraum.

In Samanthas Augen traten Tränen und in ihrem Hals bildete sich ein dicker Kloß aus Kummer. Beim Schlucken merkte sie erst, wie ausgetrocknet ihre Kehle war. Ein heftiger Hustenreiz begann sie zu quälen, aber sie räusperte sich nur verhalten, um keine lauten Geräusche zu machen.

Weil sie verhindern wollte, ihren Mann noch einmal aufzuwecken, stand sie rasch auf und ging nach nebenan ins Badezimmer.

Wenigstens Michael sollte schlafen. Oft genug lag auch er wach und wälzte sich die ganze Nacht unruhig im Bett herum.

Nachdem sie die Badezimmertür hinter sich geschlossen hatte, machte sie das Licht an und dimmte es auf eine erträgliche Helligkeit.

Wie ein Gespenst, bleich und unwirklich, blickte Samantha ihr Spiegelbild von der Wand aus entgegen. Ihre Augen, die sonst blaugrün strahlend ihr hübsches Gesicht dominierten, lagen nur matt und ausdruckslos in den Höhlen.

Am Waschbeckenrand befand sich noch das Röhrchen mit dem Schlafmittel, das sie am Abend davor eingenommen hatte. Daneben stand ein Wasserglas. Dieses nahm sie und füllte es mit kaltem Wasser. Gierig trank sie es aus und wiederholte die Prozedur noch zweimal.

Noch immer geisterte ihr diese absurde Geschichte mit dem ihr anvertrauten und dabei zu Tode gekommenen Kind durch den Kopf.

Wie realistisch so ein Traum doch sein konnte! Kaum zu unterscheiden vom wirklichen Leben!

Dieses Phänomen wunderte Samantha schon immer. Es dauerte manchmal noch Stunden, bis sie sich von den verstörenden Eindrücken dieser Dualwelt wieder erholt hatte.

»Aber … aber« Sie sah erneut in den Spiegel, als traute sie ihren Augen nicht.

»Vielleicht habe ich ja die ganzen letzten Wochen nur geträumt!«, sagte sie vor sich hin …

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Seitenaufrufe: 29 mal Aufgerufen Am 16. Februar 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Drama, England, Erotik, Familie, Herrenhaus, Kinder, Lady Carrington, Liebe, Samantha, Verführung
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