Kurzgeschichten zum Staunen … Träumen und Schmunzeln

Kurzgeschichten zum Staunen … Träumen und Schmunzeln
Preis: 2,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Fantasy
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783734794049
Der Alltag kann stressig sein. Einfach mal die Seele baumeln lassen. Zerbrochene, einsame Herzen ... gequälte, zernarbte Seelen. Gedichte und Kurzgeschichten zusammengefasst und gebannt in einem Buch. Taucht ein, in fremde und bizarre Welten, voller Magie. Spürt den Zauber und die Macht der Worte in Euren Herzen. Lasst Eure Seelen auf meinen Worten reiten, seht die Welt einmal aus anderen Augen.
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Leseprobe

Hallo liebe Mama,

es tut uns leid, wenn wir auch dieses Jahr, wieder nicht zu Deinem Geburtstag und Muttertag kommen können, aber Du bist ja im Altenheim nicht alleine und wirst versorgt.

Du weißt ja, die Reise hatten wir schon lange gebucht und nun steht der Termin fest. Wir schicken Dir deshalb diese Zeilen hier. Sobald wir zurück sind, rufen wir Dich mal an.

Wir denken an Dich und haben Dich lieb.

Deine Familie

Mit Tränen in den Augen erinnert sich die Mutter, als sie diesen Brief liest.

Sie erinnert sich, an die schweren, aber auch glücklichen Zeiten, die sie als Mutter mit ihren Kindern verbrachte. …

Unter Schmerzen gebar sie ihre Kinder.

Als sie die Kleinen an ihrer Brust stillte und sie die Wärme spürte.

Berge von stinkenden Windeln.

Sie hörte die ersten brabbelnden Worte und sie verstand jedes einzelne Wort, das schönste Wort hieß … Mama.

Die ersten Schritte … wie sie dann die kleinen, zarten Händchen hielt.

Als die Kleinen nachts nicht schlafen konnten … hatte sie die Monster unter dem Bett verjagt und die Kleinen dann in den Schlaf gesungen.

Als sie dann zur Schule gingen und sie unermüdlich mit den Kleinen übte.

Den Trost, den sie spendete, als die erste Liebe der Kleinen zerplatze, wie eine Seifenblase.

Den Stolz, den sie spürte, wie ihre Kleinen groß wurden. Das Glück, das sie fühlte, als die Kleinen groß wurden und selber Kinder hatten.

Die Jahre purzeln in ihren Gedanken vorbei … Jetzt ist sie alt und ihre Worte sind manchmal wirr, aber niemand versteht sie.

Jetzt ist es ihr peinlich, dass sie selber Windeln trägt.

Jetzt kann sie manche Nacht nicht schlafen, aber es ist niemand da, der ihr Trost spendet.

Jetzt kann sie nicht mehr richtig schreiben, aber niemand übt mit ihr.

Jetzt ist sie alt, aber sie trägt immer noch Liebe in ihren Herzen.

Jetzt ist sie alt, aber sie versteht, dass ihre Kinder keine für sie Zeit haben, … denn sie ist eine Mutter.

~

Der alte Mann

Wenn du einsam bist … und eine kalte Leere in dir spürst, die deine Seele frieren lässt.

Du dann in der dunklen Nacht, ruhelos durch die Straßen irrst und nicht weißt warum.

Du spürst, dass dir etwas fehlt, das du dir nicht erklären kannst … jedes Mal, wenn du in deinem innersten die brennenden Schmerzen spürst und es dich nach draußen zieht.

Du nachts nicht schlafen kannst und du keine Wärme spürst, die dein Herz berührt.

Die dunklen Gassen, die deine Gefühle widerspiegeln, gefüllt mit aufgeplatzten Müllbeuteln. Das flackernde Licht einer alten, verrosteten Straßenlaterne, gespenstische Schatten an die kahlen Häuserwände wirft. Schatten, die wie Dämonen im Mondlicht zucken.

Dann fragst du dich … was hat das alles für einen Sinn?

Dein Blick wandert die dunkle, dreckige Gasse entlang. Und plötzlich spürst du es, erst ein Hauch, dann wie ein Wind. Eine schemenhafte Gestalt am Ende der Gasse, in einem weiten dreckigen Umhang, die sich mühsam an den Mülltonnen zu schaffen macht.

Langsam gehst du näher ran und erkennst einen alten Mann, jede seiner Bewegungen scheint ihm eine Qual zu sein. Als du fast an ihn herangetreten bist, bricht er vor deinen Augen wie ein nasser Sack zusammen. Voller Angst und Panik beugst du dich über ihn und siehst in ein altes vernarbtes Gesicht, bedeckt mit Hunderten von Falten. Jede einzelne Falte scheint dir eine Geschichte erzählen zu wollen von einem erfüllten Leben. Das schneeweiße, schulterlange Haar liegt wie die Aura der Sonne um sein Gesicht. Du siehst in zwei himmelblaue, klare Augen, in denen sich die Sterne spiegelten. Die Augen … sie sind so voller Güte und Wärme. Sie treffen dich wie ein Blitz. Diese Augen, sie starren dich an und blicken in das innerste deiner Seele.

»Soll ich einen Notarzt rufen?« Zitternd suchen deine Hände nach dem Handy.

Er legt mit letzter Kraft seine alte, faltige Hand auf deinen Arm. »Nein, meine Zeit ist gekommen, ich spüre es.«

Sein Blick wird stechend, du kannst die Schmerzen spüren, die dieser alte Mann in sich trägt.

Es sind die Schmerzen seiner Seele, die sein Herz zernarbt haben, wie sein Gesicht.

Mühsam formen sich leise Worte auf seinen Lippen und du gehst mit deinem Gesicht so nah ran, dass du seinen warmen Atem spürst.

»Das, was du suchst, das wirst du niemals in der dunklen Nacht, in den einsamen dreckigen Gassen finden. Suche danach, wenn die Sonne scheint, und öffne dein Herz. Lass Licht in deine Seele und sei offen für das Neue. Wenn du auch nicht weißt, was du suchst, so wird es dich finden. Sei immer bereit, es kann dich überall treffen, wenn du es nur zulässt.«

Seine Augen werden trübe und ein letzter Atemhauch lässt das Leben entgleiten. Vor deinen Augen zerfällt der alte Mann zu Staub. Ein leichter, warmer Windstoß lässt den Staub, wirbelnd wie eine Wolke, in den sternenklaren Nachthimmel steigen. Das flackernde Licht der alten, rostigen Straßenlaterne, lässt den Staub funkeln, wie Tausende kleine Diamanten.

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Seitenaufrufe: 138 mal Aufgerufen Am 17. Juni 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Fantasy, Gedichte, Herzschmerz, Liebe, Lyrik, Seele, Träumen
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