Krok

Krok
Preis: 3,99 €
Autor:
Genres: Fantasy, Kinder & Jugend
Webseite: www.acheronian.de
Erscheinungsjahr: 2017
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783740724467
Dies ist die Geschichte des jungen Goblins Krok, der nicht ist, wie er sein sollte. Denn er ist alles andere als begabt, ein guter Dieb zu sein und jede andere Schurkerei will ihm auch nicht so recht gelingen. Ganz im Gegensatz zur Familientradition. Nun wird es auch noch Zeit, für die Aufnahmeprüfung zur Diebesschule, die ein jeder Goblin besucht, der etwas auf sich hält. Krok aber zweifelt, ob dies sein Weg ist. Von seinem einst erfolgreichen Vater belächelt und vom Bruder gehänselt, will Krok seine Familie unterstützen, um zu beweisen, dass in ihm sehr wohl ein wahrer Goblin steckt. Er geht arbeiten. Nur ein weiterer Schandfleck in seiner Laufbahn als abwegiger Goblin. An seiner Arbeitsstelle begegnet er einen Konkurrenten, dem mit goblischen Methoden einfach nicht beizukommen ist. Krok muss sich nun entscheiden, ob er in die Fußstapfen seiner Familie tritt, oder auf eigenem Weg seine Ziele zu erreichen versucht. Krok wählt das Schicksal und stürzt ungeahnt in ein gefährliches Abenteuer.
Leseprobe online lesen
Leseprobe herunterladen
Jetzt das Buch bei Weltbild.de kaufen.
Jetzt das Buch bei Thalia.de kaufen.
Jetzt das Buch bei Amazon kaufen.
Jetzt das Buch bei Amazon Kindle kaufen.

Leseprobe

Ein kräftiger Luftzug wirbelte wild durch sein spärliches, dunkles Haar. Nicht, dass Krok je viele Haare auf seinem großen, grünen Kopf gehabt hatte, schließlich war er auch noch sehr jung. Dennoch achtete er normalerweise stets darauf, dass alle, die ihm bereits gewachsen waren, immer ordentlich in einer Richtung lagen. Nur jetzt darauf zu achten war ein denkbar schlechter Augenblick, weshalb er den Wind missmutig gewähren ließ.
Es war ja auch nicht so, dass einer der anderen leichten Luftzüge, die ständig durch das alte Haus fegten, sein Haar nicht weniger in Bewegung hielte. Was diesen kräftigen Luftzug von allen anderen unterschied, war das tiefe Grollen, das ihn durch das ganze Haus begleitete. Es stammte von Kroks Vater, der die alte Haustür krachend aus ihrem Rahmen getreten hatte und so den lauen Spätsommerwind Einlass gewährte. Kroks Mutter, eine stattliche Goblinfrau mit vollem Haar, hatte sich so sehr erschrocken, dass sie  Kroks kleinen Bruder Purg den gekochten Spinnenbrei vor Schreck nicht in den Mund, sondern in das linke, für einen so jungen Goblin ungewöhnlich große, Ohr schob.

Mit verstohlenen Augen und frischer Sturmfrisur blickte Krok an seiner Mutter vorbei, hoch zu seinem erschöpft und leicht wütend wirkenden Vater, der noch immer stöhnend am Türrahmen stand. Der durch das Haus fegende Wind blies die Kleidung des groben Goblins auf. Dieser schien nur darauf zu warten, dass ihn die Wogen des Wetters in die Wohnung schoben, denn er mochte keinen Schritt mehr tun.
Kroks Mutter reinigte mit ihrer Schürze das Ohr ihres jüngsten Zöglings und sah dabei verärgert ihren grummelnden Ehegoblin an. »Nun mach schon die Tür zu, das Ungeziefer rennt raus.«
Der muskulöse Goblin, der im Gegensatz zu seiner Frau kein einziges Haar auf seinem Kopf trug, grunzte erneut und warf die klapprige Brettertür mit seinen unbesohlten Füßen zurück in das verrostete Schloss.
»Heute gibt es«, begann er, stampfte auf den großen Tisch in der Mitte des Zimmers zu, an dem seine Familie saß, und schleuderte dabei einen großen, alten, aber leer wirkenden Sack von seinem Rücken. Klappernd ließ er den spärlichen Inhalt auf den geschundenen Tisch purzeln. »Das gleiche wie gestern.«
Er schnaufte verächtlich über seine lächerliche Ausbeute eines ganzen Arbeitstages; ein alter Schuh, ein wie ein Kiefernzapfen geformter Stein, ein kleines schmutziges Fell und ein großer roter Hosenknopf kullerten geräuschvoll über das rissige, alte Holz des Tisches.
»Oh, toll!«, rief Krok, nahm den Knopf und sah ihn sich staunend an. »Wo hast du den denn her?«
»Gefunden«, grummelte sein Vater. Nicht gerne gab der alte Goblin dies zu. Schließlich war er ein ausgebildeter Dieb, wie es sich für einen anständigen Vertreter seines Volkes gehörte. Einst galt er als einer der besten seines Fachs, weshalb ihm die Tatsache seines täglichen Versagens in den vergangenen Monaten immer mürrischer machte. Dass er zu alledem dann auch noch etwas gefunden hatte, beschämte ihn und natürlich auch seine Familie. Aber besser ein Knopf als gar nichts. Noch vor Monaten gab es Abende, da hatte Kroks Vater so viel Beute beschafft, dass die gesamte Familie in angenehmem Wohlstand leben konnte, um den ihre Nachbarn sie beneideten. Sein Vater war stets gut gelaunt und hatte Spaß daran, seinen zweitjüngsten Sohn, der sich selbst jetzt noch über diesen Knopf freute, damit aufzuziehen, dass er es wohl nie zu etwas Gescheitem bringen würde. Dies änderte sich jedoch, als Krok völlig unerwartet den Bescheid der Diebesschule erhalten hatte, dass er zur Aufnahmeprüfung zugelassen worden war. Er hatte sich Anfang des Jahres ohne das Wissen seiner Eltern dort vorgestellt. Seit er den Brief bekommen hatte, übte er sich in vielerlei Gaunereien, bisher jedoch ohne jeden Erfolg. Sein Vater hatte ihm anfangs stolz und geduldig einige Kniffe beigebracht, obwohl er erkennen musste, dass Krok kein besonders geschickter Taschenspieler war.
Dann allerdings wandelte sich der allabendliche Erfolg des Goblinvaters plötzlich in ständige Misserfolg und somit auch der Glaube an den eigenen Tricks. Dabei lag es nicht einmal an ihm selbst, kein einziger Goblin im ganzen Viertel, welches im nordöstlichen Teil des Schattenwaldes lag, konnte noch Beute vorweisen. Nach und nach waren auch die anderen Wesen im Wald von der seltsamen Flaute betroffen. Selbst der Holzfäller hatte bereits sein Geschäft geschlossen, da sich niemand mehr etwas kaufen konnte. Und wie Kroks Vater mussten die Goblins, Trolle, Kobolde und all die anderen Anwohner jeden Tag noch weiter laufen, in der Hoffnung, einen Menschen zu finden, den sie überfallen konnten oder eine Ortschaft aufzuspüren, die nicht verlassen oder zerstört war, um diese zu plündern. Warum die Dörfer und Siedlungen verschwanden oder verkamen, konnte sich niemand erklären. Die Menschen hatten sich immer mehr und mehr zurückgezogen, lebten weit weg, eingepfercht in riesigen Burgen hinter gigantischen Mauern.

Bewertung: 5.0 von 5 (1 Bewertung)
Sending
Seitenaufrufe: 2436 mal Aufgerufen Am 7. Juni 2017 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Acheronian, Coming of age, Fantasy, Goblin, Humor, Jugend, Troll
Kommentare zum Buch Buch melden / Problem klären
Das Werk einschließlich aller Inhalte ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder Reproduktion (auch auszugsweise) in irgendeiner Form (Druck, Fotokopie oder anderes Verfahren) sowie die Einspeicherung, Verarbeitung, Vervielfältigung und Verbreitung mit Hilfe elektronischer Systeme jeglicher Art, gesamt oder auszugsweise, ist ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des oben genannten Autors bzw. der Autoren untersagt. Alle Übersetzungsrechte vorbehalten.

Diese Bücher könnten Dich auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.