Königin der Spiegelkrieger

Königin der Spiegelkrieger
Preis: 3,99 €
Autor:
Genres: Fantasy, Historisch
Webseite: www.wernerkarl.org
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als E-Book
Einst war sie eine Römerin. Jetzt ist sie die Königin der Picten. Ihr Ziel ist die Befreiung Britanniens von den Römern. Die Armee der Spiegelkrieger hat die Schlacht am Hadrianswall gewonnen. Doch immer noch ist der größte Teil Britanniens von Römern besetzt. Und in den eigenen Reihen gibt es einen Verräter, der seine eigenen Pläne mit der dunklen Macht hat …
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Kapitel I

A. D. 182, Dezember

Sétanta

Das Pferd des Druiden hatte sichtlich Mühe, im Schnee voranzukommen. Seine Hufe hinterließen tiefe Trichter, von denen lang gezogene Schleifspuren zum nächsten Loch führten. Aber Sétanta interessierte das nicht. Er fror, denn die Kälte hatte seine alten Knochen längst durchdrungen. Er trieb das erschöpfte Tier immer weiter. Seit dem frühen Morgen kämpften sich beide durch die weiße Landschaft, die in ihrer Pracht nur dann unterbrochen wurde, wenn die Schneelast auf den Wipfeln der Bäume so schwer wurde, dass sie herunterrutschte und dahinter finsteres Braun und dunkle Schatten dem Auge freigab.

Wenn diese Mähre noch ein wenig durchhält, schaffe ich es bis zur nächsten Flut, dachte er und zog seine Kapuze tiefer ins Gesicht.

Er befand sich an der Westküste des Landes Breith, dass die Römer Britannien und dessen nördlichste Völker Picten und Caledonier nannten, anstelle der richtigen Bezeichnung Cruithin. Aber auch das kümmerte den hochgewachsenen Druiden im Augenblick nicht. Sollten sie ihren schlimmsten Albtraum doch nennen, wie sie mochten. Er hatte anderes im Sinn.

Erneut trieb er sein Reittier an und schlug ihm härter als nötig die Hacken in die Seiten. Das müde Tier wieherte protestierend, ergab sich aber seinem Befehl und schritt weiter. Es musste die Beine weit heben, um aus dem vorherigen Loch, das es damit getreten hatte, herauszukommen und in dem tiefen Schnee ein neues zu schaffen. Das kostete Kraft und ein rücksichtsvoller oder vernünftiger Reiter hätte eine andere Route genommen. Durch den Wald wäre eine Alternative gewesen. Der war zwar auch an den lichteren Stellen schneebedeckt und dessen Wipfel dicke weiße Hauben trugen, aber die Schicht auf dem Boden war deutlich dünner als im offenen Gelände. Doch der Weg durch die Wälder hätte trotzdem länger gedauert und Sétanta wollte nicht zulange dem Heerlager Arianrhods, der Witwe Túan mac Ruiths, fernbleiben.

Sein Pferd schnaubte heftig, als er es am einfachen Riemen riss, der ihm als Zügel diente. Beinahe hätte er in dem allgegenwärtigen Weiß den schmalen Einschnitt verpasst, der zwischen zwei steilen Bergen hinunter an die Küste führte.

»Na endlich«, murmelte er leise und ungeduldig in sich hinein und trieb sein Reittier, dem er noch nicht einmal einen Namen gegeben hatte, wieder an.

Der Wind pfiff mit zunehmender Schärfe durch den sich öffnenden Spalt. Die Kälte, die seinen hageren, aber zähen Körper längst ausgekühlt hatte, kroch ihm mit eisigen Krallen bis in die Knochen. Den Göttern sei Dank lag in dem Spalt – wahrscheinlich gerade wegen des starken Abwindes – nur eine geringe Schneedecke und Ross und Reiter vermerkten es jeder für sich dankbar.

Das Pferd verfiel sogar in einen leichten Trab, weniger um seinem Reiter zu Willen zu sein, sondern um ihn schnellstmöglich loszuwerden. Es hatte schon oft diesen Weg genommen und wusste, dass am Strand ein einfacher Stall mit Heu und spärlicher Wärme auf es wartete. Ein Stalljunge würde es mit ein wenig Glück sogar mit Hafer versorgen und trocken reiben.

Der hagere Druide aber hatte nur einen Blick für den Weg und konnte es kaum erwarten, den letzten Ausläufer des Bergrückens zu umreiten, der ihm bis jetzt noch den freien Blick auf das nahe Meer der skotischen See verwehrte. Der Wind peitschte die salzige Gischt bis zu ihm herauf, aber er nahm es als letzte Wegmarke hin und nicht als weitere Prüfung seines Plans. Als es schließlich soweit war, kniff er seine steingrauen Augen zusammen und spähte über den Strand und das Wasser.

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Seitenaufrufe: 43 mal Aufgerufen Am 10. Februar 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Britannien, Druiden, dunkle Mächte, Hadrianswall, Liebe, Picten, Pikten, Römer, Schlachten, Spiegelkrieger
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