Kiss me, Tamagotchi

Kiss me, Tamagotchi
Preis: 0,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Humor
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als E-Book
Eine humorvolle und mit Augenzwinkern geschriebene Kurzgeschichte, die zum Schmunzeln anregt. Man liest, geniest, lacht und denkt sich - genau so ist es! Und: Kommt es wirklich auf die Größe an? Lola bringt die letzten »Tabuthemen« der Menschheit auf eine sehr lockere und satirische Art und Weise zur Sprache und gibt ihnen eine wunderbare Plattform. Dabei zeigt sich, wie viel Sinnliches in unserem Alltag steckt - wenn man nur mal genauer hinsieht. … und auch ein Tamagotchi hat Gefühle.
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Kapitel 1

Kommt es nun auf „die Größe“ an – oder nicht?

Diese Frage habe ich mir schon immer gestellt. Zumindest seit meinem zwölften Lebensjahr, als ich eines Tages von Tante Trude diesen überdimensionalen Kugelschreiber geschenkt bekam…

Eine Zeitlang lag dieses Objekt auch mehr oder weniger unbeachtet auf meinem Schreibtisch zwischen einigen anderen, weniger gut „gebauten“ Kugelschreibern. Eines schönen Tages jedoch begann meine Neugier zu wachsen – kein Wunder – Schließlich hatte ich dieses „Kaliber“ täglich vor meinen Augen – zumindest dann, wenn ich eigentlich meine Hausaufgaben erledigen sollte. Tante Trude hatte mit Sicherheit nicht im Geringsten an etwas anderes als den Gebrauch eines solchen als Schreibutensil gedacht, als sie mir dieses orange-farbige „Monster“ schenkte. Ich nahm ihn also in die Hand, zum ersten Mal ganz bewusst. Er fühlte sich gut an, war aber etwas kalt. Und glatt. Meine Finger glitten von seiner Spitze, aus der eine kleine blaue Miene ragte, zum anderen Ende, welches einen Haken besaß, damit man sich das Teil an die Jackentasche klemmen konnte. Eine lustige Vorstellung bei dieser Größe..  Mein Unterleib zog sich etwas zusammen in diesem Augenblick. Nicht unangenehm, wie ich bemerkte und kurz danach hatte ich das Verlangen, dieses Gefühl gleich noch einmal zu verspüren. Doch da klopfte meine Mutter kurz und heftig an die Zimmertür. Und weg war das Gefühl und das Verlangen danach. Als ich nach dem Mittagessen mein Zimmer wieder betrat, fiel mein Blick sofort auf den Tisch, auf dem das Monster-Schreibgerät lag. Und da war wieder dieses Gefühl im Unterleib. Komisch – Nur vom Anblick desselben? Kann dadurch ein Gefühl ausgelöst werden? Von einem Kugelschreiber? „Hast ja nix besseres zum Angucken!“, ging es mir durch den Kopf. Was wäre dann beim Anblick eines „richtigen“…? Da war wieder das Gefühl, als presste jemand meinen Uterus zusammen. Wie eine Orange, die man erst auspresst, um dann genüsslich ihren Saft zu schlürfen. Doch in diesem Moment wurde mir wieder einmal schmerzlich bewusst, dass die anstehende Mathe-Arbeit tatsächlich doch wichtiger war, als mein unbeschreibliches Gefühl im Unterleib. Ich schmiss wehmütig seufzend den „Riesen-Schreiberling“ in die oberste Schublade meines Schreibtisches und gab mich nun der Mathematik und ihren Gesetzen hin.

Die Gesetze der Mathematik begleiteten mich ebenso die nächsten Jahre meines Lebens wie die Frage nach dem Sinn oder Unsinn mancher Gegenstände: Zum Beispiel die Banane. Eine Frucht, die ich schon immer gerne gegessen habe. Man kann so eine Banane nun essen, oder – „genießen“. Dies probierte ich an einem trüben November-Samstagabend aus, an dem ich mir meiner alleinigen Gegenwart sicher war. Meine Eltern waren auf irgendeiner Weihnachtsfeier eingeladen, von denen es in dieser grauen Jahreszeit unzählig viele gab. Unser Obstkorb war wie immer, randvoll mit den unterschiedlichsten Obstsorten, die man ja im Winter in großen Mengen zu  sich nehmen soll – wegen der Abwehrkräfte. Die rötlich-orange Mango, die sich zwischen rotbackigen Äpfeln und wächsern glänzenden Mandarinen versteckt hatte, erinnerte mich von der Form her ganz stark an eine „Gebärmutter“. Weswegen ich sie auch einfach „Gebärmutterfrucht“ nannte. Ich betrachtete nun also diese phallusartigen, satt gelben und wohlgeformten Früchte in der Schale und mir drängte sich die Frage nach deren Maßen auf. Irgendwo im Nähkästchen meiner Mutter war ein Maßband, erinnerte ich mich und schnappte es mir mit einem etwas schlechten Gewissen. Ich war überrascht – und begeistert: Zwanzigkommafünf Zentimeter  durchschnittliche Länge! Viereinhalb Zentimeter in der Breite. Die Breite war übrigens bei allen gleich. Zurück zu meinem überdimensionalen Kugelschreiber: Natürlich  hatte ich auch diesen vermessen: Er brachte es auf satte Zweiundzwanzig Zentimeter! So drängte sich mir im Laufe meiner „Vermessungen“ irgendwann die Frage auf, welche Ausmaße denn nun die realen, männlichen „Gewächse“ haben würden…

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Seitenaufrufe: 58 mal Aufgerufen Am 4. März 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Biografie, Humor, Kurzgeschichte, Lachen, Leben, Liebe, Maße, satire, schmunzeln
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