Kinder des Mondes

Kinder des Mondes
Preis: 2,99 €
Autor:
Genre: Belletristik
Webseite: www.evadeen.wix.com/novels
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781502732644
Während eines Schulausflugs finden Katherine, Trevor und Chryseis, Schüler der ‚Pemberton Akademie‘, ein Zeitportal und gehen auf die Reise ihres Lebens. 12 000 Jahre in der Vergangenheit war doch alles ganz anders, oder? Sie wollen ein einmaliges Projekt der Quantenphysik abliefern und stürzen sich spontan in eine uralte, faszinierende Welt. Statt Höhlenmenschen oder einem rauchenden Vulkan, entdecken sie jedoch die vorgeschichtliche Stadt Sydonia und eine vergessene Zivilisation. Dort treffen sie einen anderen Zeitreisenden und erfahren, dass sie in der Zukunft positives bewirken könnten. Doch sollen sie die Vergangenheit wirklich erforschen und wer sind überhaupt diese ‚Kinder des Mondes‘? Als es nach einem Zwischenfall gefährlich wird, fragen sie sich, ob die Zeitreise nicht doch ein grosser Fehler war.
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Leseprobe

Warum musste ich ausgerechnet jetzt daran denken? Ich hatte doch nur einen kurzen Moment durch das grosse Fenster auf meinen dampfenden Johannesburger Garten hinausgesehen. Auf dem grossen Avocadobaum und den pinken Proteabüschen glitzerten noch Regentropfen vom Sommergewitter letzte Nacht. Ich musste mich wieder auf meine Übersetzung konzentrieren; ein dringendes Gerichtsdokument. Ein Scheidungsurteil. Das Telefon klingelte.

“Ja, Hallo.”

“Kann ich bitte mit Bokkie sprechen?”

“Ehem, es gibt hier keinen Bokkie.”

“Aber das ist doch Bokkies Nummer.”

“Tut mir leid, aber Sie haben die falsche Nummer gewählt.”

“Oh – sorry.”

“Kein Prob —“ Der Mann hatte schon aufgelegt.

Ich kannte mal einen Bokkie in Botswana…ein unangenehmer Mensch. Da war er wieder — der Gedanke an Botswana. Hatte sich einfach so angeschlichen.

Ich wusste nicht mal, dass das afrikanische Land Botswana existierte, als meine Schwester Claire beschloss dort zu arbeiten. Mir wurde allein beim Gedanken an Afrika schon mulmig. Vor allem das südliche Afrika, mit seinen riesigen Flächen durstiger Wüste, erschien mir nicht gerade einladend. Claire hatte das nicht gestört. Es war genau das was sie wollte. Dann verschwand sie dort dort am 16. Juli 1988.

Vermisst. Ein hässliches Wort. Oh, wie sehr ich Claire vermisste! Ich musste wohl vorrübergehend den Verstand verloren haben. Warum sonst hätte ich einfach so die Zelte in England abgebrochen und wäre halsüberkopf nach Afrika gegangen? Ich nahm damals meinen ganzen Mut zusammen, musste mich selbst davon überzeugen was passiert war.

Anfangs beunruhigte mich vor allem die Stille. Der westliche Rythmus vibrierte noch tief in mir, und ich brauchte eine Weile bis ich gelernt hatte der Stille zuzuhören.

Das Telefon klingelte wieder. Warum klingelte das Telefon immer dann, wenn man keine Lust zum Reden hatte?

“Hallo?”

“Kann ich mit Bokkie sprechen?”

“Falsche Nummer.”

Diesmal legte ich auf. Ich setzte mich wieder an den Schreibtisch beim Fenster und blickte in den Garten hinaus. Ein gelber Webervogel zog Streifen von einem Palmblatt ab, um sein Nest an der Spitze eines wippeneden Zweigs zu flechten. Meine Gedanken schweiften.

Ganze zwei Wochen hatte es damals gedauert bis wir von Claires Verschwinden erfahren hatten. Zwei lange Wochen!

In ihrer neuen Firma hatte man doch tatsächlich geglaubt, dass Claire einfach noch ein paar Tage an ihre Kurzreise ins Okavango Delta drangehängt hatte. Angeblich war machten das alle. Es war auch ganz normal in Afrika zu spät zu kommen.

Ich wusste es damals noch nicht – dass die Zeit in einem Land wie Botswana langsamer vergeht. Ein paar Tage hier und da machten keinen Unterschied. ‘African time’ nannte man das. Deshalb war niemand wirklich beunruhigt gewesen. Mehr Zeit verstrich, bis endlich die Polizei in Botswana eingeschaltet wurde. Dann Scotland Yard. Hätte es einen Unterschied gemacht – die Zeit?

Die Erinnerung an das Jahr vor Botswana war bittersüss. Wir nannten uns gegenseitig Fumpy. Sogar noch im Alter von 22 Jahren. ahrscheinlich haben alle Zwillinge so komische Ausdrücke, die nur sie selbst verstehen können.

Ich bin Bridget und um ganze zwei Minuten die ältere Schwester. Wir haben zwar dieselben blau-grünen Augen, aber Claire ist blond und zierlich (genau wie Mom). Ich schlage mehr nach der Familie meines Vaters, bin grösser und brünett. Mein Gesicht ist rundlicher, meine Haut rosiger.

Wir waren wandelnde Gegensätze und Claire hatte mir einiges voraus. Sie lächelte immer und war überall beliebt. Ich war ernst und zurückhaltend. Um Claire scharten sich die Jungs, was sie mit selbstbewusster Gleichgültigkeit hinnahm. Sie hatte ja meist einen festen Freund. Ich war eher schüchtern, schätzte eine kleine Gruppe von Freundinnen und liess mich auf halbherzige Affären ein.

Sie wollte reisen. Nach Kalifornien, Dänemark und Peru. Wir waren gerade mit unserer Freundin Liz in Peru gewesen. Für ganze drei Wochen! Ich hatte danach eine zeitlang genug vom Reisen, aber Claire wollte mehr.

Ich war zufrieden mit meinem ruhigen Leben in England. Ich hatte meine Arbeit als freiberufliche Übersetzerin und Claire war Bauzeichnerin.

Jeden Winkel unserer Kleinstadt kannte ich, weit entfernt vom Gedränge der Grossstadt. Mir gefiel alles in Cambridge. Die moosbewachsenen Dächer und die mittelalterliche Atmosphäre, der Weihnachtschor bei Kerzenschein im King’s College; die Bootsleute, die auf dem Fluss unter den Brücken herumgondelten.

Warum sollte ich woanders hinwollen? Die Welt war gross und angsteinflössend.Voll unverständlicher Dinge.

Nach der Peru-Reise machte Claire ernsthafte Pläne Cambridge zu verlassen. Claire hatte es sich in den Kopf gesetzt, einen zweijährigen Vertrag mit einer internationalen Baufirma zu unterschreiben und nach Botswana zu ziehen. Botswana war ganz unten in Afrika! Ein Ozean und ein Kontinent würden zwischen uns liegen. Ich konnte es mir kaum vorstellen. Und überhaupt – was war mit mir?

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Seitenaufrufe: 39 mal Aufgerufen Am 6. September 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Abenteuer, Afrika, Botswana, Roman, Schwestern
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