Kalte Gefühle

Kalte Gefühle
Preis: 1,99 €
Autor:
Genre: Krimi & Thriller
Webseite: www.kim-rylee.de
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
Viktoria ist zuverlässig, effizient und verschwiegen. Eiskalt geht sie ihrem Job nach: der Beseitigung von Ungeziefer. Und damit sind nicht nur Kakerlaken oder anderes Kleintier gemeint. Gefühle sind für sie nur körperliche Symptome, die sie normalerweise abschüttelt wie lästige Insekten. Als sie ihren nächsten Auftrag, die Beseitigung eines Drogenbarons in San Francisco, ausführen will, spürt sie, dass sich etwas verändert hat. Bedroht diese Veränderung nun ihr Leben?
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Leseprobe

Viktoria beobachtete ihn. Er verhielt sich ungewöhnlich. War nervös. Ein Zustand, den sie so noch nie bei ihm erlebt hatte.

Dr. Darka faltete die Hände hinter dem Rücken und ging einige Schritte auf und ab, bis er sich schließlich hinter seinen Schreibtisch begab. Aus einer Schublade kramte er eine Packung Zigaretten und Streichhölzer heraus. Umständlich nahm er eine Zigarette aus der Verpackung und versuchte sie mit einem Streichholz zu entzünden. Es brach ab. Verärgert ging er zum Fenster, schaute hinaus und versuchte dann wieder seine Zigarette anzuzünden. Seine Hände zitterten, und nachdem ihm auch das vierte Streichholz abgebrochen war, das er auf der Fensterbank ablegte, stand Viktoria plötzlich bei ihm. Seine Unbeholfenheit war unübersehbar, und sie musste wissen, was in ihm vorging. Überrascht blickte er sie an, da er nicht bemerkt hatte, dass sie sich ihm genähert hatte. Sie nahm ihm die Streichhölzer ab und gab ihm Feuer. Er rang sichtlich um seine Beherrschung.

»Danke«, sagte er knapp, als er einen kräftigen Zug genommen und den Rauch aus der Lunge geblasen hatte.

Sie runzelte die Stirn.

Dr. Darka biss sich auf die Lippen und zog unruhig weiter an der Zigarette. Mit einer Geste forderte er Viktoria auf, sich wieder zu setzen.

»Ich möchte Sie anheuern. Sie sollen André Murony für mich umbringen.« Er blies laut etwas Rauch aus der Lunge und sah sie entschlossen an, während er die Hand zum Krawattenknoten führte und daran zog, bis der Knoten sich öffnete. Mit einem Schwung landete die Krawatte auf dem Schreibtisch.

Viktoria kam seiner Aufforderung nach, ging zurück zum Sofa und setzte sich. Es schien, als hätte sie mit diesem Gespräch keine Probleme, denn ihr Körper begann sich sichtbar zu entspannen.

»Wieso sollte ich das tun?«, fragte sie skeptisch, und Dr. Darka löschte hektisch die Zigarette im Aschenbecher auf dem Schreibtisch.

»André Murony ist ein Verbrecher. Er ist der Drogendealer in ganz San Francisco. Die unantastbare Nummer eins, um genau zu sein. Er kontrolliert den Drogenverkauf in der ganzen Stadt. Ich will, dass es aufhört.« Gespannt wartete er auf ihre Reaktion, doch sie ließ ihn zappeln. Während sie überlegte, starrte sie an ihm vorbei. Sollte sie das Angebot annehmen?

»Nun? Machen Sie es?« Er konnte seine innere Unruhe kaum noch im Zaum halten.

»Warum ich?« Ihre Frage klang wie die eines unschuldigen Kindes.

»Sie wären perfekt für diesen Job.« Dann wandte er sich kurz von ihr ab. »Und Sie passen genau in sein Beuteschema«, sprach er so leise zu sich selbst, sodass Viktoria es nicht mitbekommen konnte.

»Sie können mich nicht bezahlen«, lehnte sie sein Angebot in einem frostigen Tonfall ab und beobachtete, wie er sich ihr abrupt wieder zuwandte und seine Augenbrauen in die Höhe schnellten.

»Das lassen Sie meine Sorge sein«, erwiderte er gekränkt, »schließlich habe ich eine gut gehende Praxis.«

»Was ist, wenn ich trotzdem ablehne?«, provozierte sie ihn weiter, um herauszufinden, ob er es wirklich ernst meinte.

Er schnaubte und sein Blick verfinsterte sich. Er hatte seine Selbstsicherheit wiedergefunden.

»Das würde ich mir gut überlegen, Viktoria.«

»Sie drohen mir, Dr. Darka?«, langsam beugte sie sich nach vorn und stützte die Unterarme auf ihren Oberschenkeln ab.

»Nein. Entschuldigen Sie. Es lag mir fern, Ihnen zu drohen.« Seine Hand öffnete den obersten Knopf seines Hemdes. »Ich biete Ihnen lediglich ein Geschäft an. Sie können die Stadt von diesem Mann und seinen üblen Machenschaften befreien. Ich bezahle, was Sie verlangen. Also, machen Sie es?«

»Was stört Sie wirklich an André Murony?«

Dr. Darka schloss für einen Moment die Augen und schüttelte gedankenverloren den Kopf. Als er die Augen wieder öffnete, war sein Blick klar und seine Stimme fest.

»Ich weiß, dass es kein Einzelfall ist, aber eine seiner ehemaligen Freundinnen ist bei mir in Behandlung. Leider kann ich nicht zur Polizei gehen, wie Sie selbst am besten wissen. Und das Mädchen hat zu viel Angst davor, dass er sich an ihr rächen könnte. Er ist skrupellos. Sie hingegen sind Profi. Und das ist genau das, was ich jetzt brauche. Einen Profi, der diese Stadt von dieser mächtigen Ratte befreit.«

Viktoria sah ihn mit schief gelegtem Kopf an.

»Ich will fünf!«, unterbreitete sie ihm ihren Preis und machte ihm mit einem vielsagenden Blick klar, dass diese Summe nicht verhandelbar war.

Verblüfft sackte seine Kinnlade herunter.

»Fünftausend Dollar?«

Sie schloss kurz die Augen, schüttelte den Kopf und seufzte gekränkt.

»Fünfhunderttausend. Für fünftausend Dollar bekomme ich noch nicht einmal das Gewehr und die dazugehörige Munition«, erklärte sie sachlich.

Er überlegte nicht lange.

»Einverstanden.«

Sie nickte als Zeichen, dass sie sich einig waren.

»Die Hälfte jetzt, den Rest nach Erledigung des Jobs.«

Sie hielt ihm ihre Handfläche hin und sah in sein verblüfftes Gesicht.

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Seitenaufrufe: 191 mal Aufgerufen Am 7. Dezember 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Auftrag, Drogen, Killer, Mord, Psychiater, Scharfschütze, Verbrechen
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