Johanniskind – Bedrohung

Johanniskind – Bedrohung
Preis: 4,99 €
Autor:
Genres: Fantasy, Historisch
Webseite: http://silvianagels.de
Erscheinungsjahr: 2017
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
Aus den Aufzeichnungen Bruder Oswalds von Egmond 980 n. Chr. ›Auf gemeinsamen Beschluss der Könige der Licht- und Dunkelwelt wurde ich ausersehen, den dritten Teil des Lapis nitidus für die Menschenwelt zu bewahren ... Mir obliegt es, den Stein sicher zu verbergen. Mit Gottes Hilfe werde ich einen angemessenen Platz finden und ihn somit dem Zugriff des Bösen entziehen ... ‹ Fast vierhundert Jahre gelingt es, den Lapis nitidus in Rungholt auf der Halbinsel Strand zu verbergen, bis der Schwarzmagier Nekke ihn aufspürt. Um den Stein in seine Hände zu bekommen, beschwört er eine Sturmflut, die die norddeutsche Insel verschlingt. Dem Rungholter Schmied Ingwer und seinen beiden Gefährten, die wie er in einer Johannisnacht geboren wurden, ist es bestimmt, den Stein in Sicherheit zu bringen. Während der abenteuerlichen Flucht versuchen sie, ihr Schicksal zu erfüllen, bevor Nekke in den Besitz des Lapis nitidus gelangt und das Gleichgewicht der Welten zerstört.
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Leseprobe

Drachen – Erinnerungen
Lange vor dem großen Krieg gab es acht Drachen in der Zwischenwelt.
Sie hatten Licht- und Dunkelwelt nach den Himmelsrichtungen unter sich aufgeteilt und sorgten dafür, dass die jeweiligen Reiche geschützt und sicher waren.
Sie waren Einzelgänger, stießen sie aufeinander, fühlten sie sich bereits nach kurzer Zeit unwohl und suchten höflich Entschuldigungen, um sich zu verabschieden. Nur alle tausend Zeitenwechsel trafen sie sich zu einem Drachenthing in der Einöde im Norden, die Incendius, der oberste Drache der Dunkelwelt, bewohnte. Dort erörterten sie die Ereignisse der vergangenen Zeitenwechsel und besprachen die Planung zum Fortbestand ihrer Rasse.

Incendius warf einen Blick über den Thingplatz vor seinem Hort. Acht große Steinblöcke dienten als Sitzgelegenheit, damit sich keiner seiner Brüder und Schwestern benachteiligt fühlte, waren sie kreisförmig angeordnet. Pferdekadaver zur Stärkung lagen vor jedem Fels, alles war bereit, nur die anderen sieben Drachen fehlten.
Unruhig blickte der Golddrache zum Himmel. Gestalt und Farbe erinnerten an einen gigantischen Löwen, die spitzen Stacheln umgaben sein Haupt wie eine Mähne und raschelten, als er den breiten Schädel besorgt schüttelte. Hatte er noch genug Zeit, um mit den Feuerelfen zu sprechen und sie an ihr Versprechen zu erinnern? Er würde es wagen. Auf seinen kräftigen, mit scharfen Krallen bewehrten Beinen stapfte er auf einen großen Felsen am Rande der Ödnis zu.
»Feurius, Filuma? Wo seid ihr?«, flüsterte er und neigte seinen Kopf hinab zu einem Erdloch hinter dem Felsen. Die zwei Feuerelfen krabbelten aus dem Loch und verneigten sich ehrerbietig.
»Meister Incendius, du hast gerufen?«, fragte Feurius.
»Ja, meine Kinder. Hört zu, ihr wisst, dass heute das große Drachenthing stattfindet.«
Die beiden Elfen nickten.
»Gut, ich wollte mich nur vergewissern, dass ihr es nicht vergessen habt. Wie lauten meine Anweisungen an euch?« Incendius lächelte, als Filuma versuchte, auf seine Schnauze zu klettern. Als sie es geschafft hatte, stand sie auf seinem abgeflachten, breiten Maul und blickte dem Golddrachen in die Augen.
»Du hast uns und unseren Kindern verboten, unsere Wohnhöhle zu verlassen. Solange die Drachen hier sind, darf uns niemand sehen oder hören. Wir werden dich nicht enttäuschen und deinen Befehl befolgen.«
Incendius zwinkerte mit den grüngoldenen Augen und verkniff sich ein Lächeln. »Das ist richtig, es würde nur böses Blut unter den anderen Drachen geben, wenn sie euch entdecken. Wir möchten doch keinen Ärger, oder?«
Feurius gesellte sich zu seiner Frau. »Nein, großer Drachenvater, wir möchten nicht, dass du unseretwegen Probleme bekommst, deshalb haben wir die Kinder in die hinterste Wohnhöhle geführt und werden persönlich den Eingang bewachen.«
»Sehr gut, meine Kleinen, und habt ein besonderes Auge auf Flix, euren Jüngsten. Der Kleine nutzt jede Gelegenheit, um auszureißen. Jetzt geht, ich höre die ersten Drachen kommen.« Incendius legte seine Schnauze auf den Boden, um den Feuerelfen das Herabklettern zu erleichtern und beobachtete zufrieden, wie die beiden in der Erdhöhle verschwanden. Der Goldrache drehte sich um und kehrte in den Steinkreis zurück.
Incendius begab sich zu seinem Stein, ließ sich mit einem Hüpfer darauf nieder und faltete die Schwingen zusammen. Nach und nach erschienen die anderen Drachen und nahmen ihre Plätze auf den Felsen ein.
Das Zischen und Fauchen, mit dem sich die Drachen begrüßten, hallte von den Felswänden wider, die den Thingplatz umgaben. Furor der Rote, der den Vorsitz innehatte, richtete sich auf, um das Treffen zu eröffnen. Seine schlangenähnliche Gestalt überragte seine Brüder und Schwestern, die ledrigen Schwingen wirbelten den Staub auf, als er ein heiseres Brüllen erklingen ließ. Der Drache aus dem Süden der Dunkelwelt ließ den Blick seiner silbrigen Augen über die Anwesenden gleiten bis Ruhe einkehrte.
Er blieb an Sarma hängen, der reptilienartige Drachendame aus dem Osten der Lichtwelt, die ausgiebig ihre gelben Schuppen putzte. Die Zunge glitt aus ihrer lang gezogenen, krokodilähnlichen Schnauze, als sie versuchte, ein letztes Körnchen Staub zu beseitigen, das sich in ihren spitzen Halsdornen verfangen hatte. Furor schnaubte und Sarma hob den Kopf. Ihre Blicke trafen sich und sie nickte unmerklich.
Der Rotdrache sah sich um. Niemand der anderen schien den Blickwechsel bemerkt zu haben und er forderte seinen Bruder Incendius auf, als Erster zu berichten. Nach und nach erhielten die Drachen einen Eindruck davon, was sich in den vergangenen Zeitenwechseln in den einzelnen Gebieten der Zwischenwelt ereignet hatte. Im Anschluss verzehrten sie die Happen, die Incendius für sie vorbereitet hatte und jeder befand sich in Gedanken schon auf dem Heimflug, als Fidibus Blaudrache, der oberste Drache der Lichtwelt und Bewacher der nördlichen Meeresküste, sich umsah und das Wort ergriff.

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Seitenaufrufe: 29 mal Aufgerufen Am 12. Juli 2017 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Drachen, Elfen, Fantasy, Historisch, Norddeutschland, Prophezeiung, Roman, Rungholt, Untergang, Zwerge
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