INFORMIUM – Tödliches Experiment

INFORMIUM – Tödliches Experiment
Preis: 2,99 €
Autor:
Genres: Historisch, Krimi & Thriller
Webseite: www.stillerstiller.com
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als E-Book
ISBN: 9783738065183
Mitten in der ägyptischen Wüste stößt das Ausgrabungsteam um Peter Conrad auf ein riesiges Gräberfeld. Schnell wird den Archäologen klar, dass hier einiges nicht zusammen passt. Die Mumien lassen sich nicht datieren und zeigen Anzeichen von schweren Erbkrankheiten. Und auch die religiösen Inschriften, mit denen der Fundort übersät ist, geben Rätsel auf. Während Ägyptologin Lisa Franks Hinweise entdeckt, dass bereits die Nazis hier unter höchster Geheimhaltung gegraben haben, wird ein Mitarbeiter des Teams erstochen aufgefunden. Zur gleichen Zeit wird Ost-Berlin von einer Mordserie erschüttert, die den Volkspolizei-Hauptmann Josef Keller mit einer Verschwörung konfrontiert, deren Ursprung in Zeiten des Dritten Reiches liegt und anscheinend mit den Ereignissen in Ägypten in Zusammenhang steht. Nach einem Überfall auf das Grabungshaus können Peter und Lisa aus Ägypten fliehen. Doch das ist erst der Anfang einer tödlichen Jagd nach einer Geheimgesellschaft im geteilten Berlin.
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Leseprobe

Sie liefen Hals über Kopf den Weg zurück von der Grabungsfläche zum Grabungshaus. Keiner von ihnen sprach ein Wort. Peter konnte einfach nicht fassen, was er gerade gesehen hatte.

Gefährlich schlitterten sie die Schotterpiste an der ersten Klippe hinunter. Der Lichtkegel der Taschenlampe hüpfte in Rhythmus seiner Schritte, und die meiste Zeit folgten sie der Richtung der tiefen Spurrillen der schweren Geländewagen, die sich dunkel gegen den Sand abzeichneten.

In weniger als der Hälfte der Zeit, die sie hinauf zur Grabung gebraucht hatten, schafften sie den Rückweg. Sie sahen bereits die ersten Palmen und Feldränder vor sich. Nur noch ein kleines Stück weiter und das Grabungshaus würde in Sicht kommen. Lisa blieb japsend an einem Strommast gelehnt stehen. Peter hielt neben ihr an und versuchte selbst, wieder zu Atem zu kommen. Er hatte keine Ahnung, wie er die fürchterliche Nachricht überbringen sollte, aber sie mussten zumindest Bergen sofort erzählen, was sie gesehen hatten. Und die Polizei musste man ja auch rufen. Peter kämpfte gegen die Übelkeit an, als er an das dachte, was von Pauls Gesicht übriggeblieben war.

Als Lisa wieder Luft bekam, gingen sie schweigend die letzten Meter Richtung Grabungshaus. Sie bogen eben um die Umfassungsmauer des Grundstückes, als ein Schuss die Luft zerriss.

„Was war das? Was verdammt nochmal-“, raunte sie leise, aber Peter schob ihr die Hand vor den Mund und schüttelte entschieden den Kopf. Schließlich nickte sie und blieb stumm.

Peter fühlte sein Herz an der Kehle pochen, als er vorsichtig um den Vorderreifen eines Geländewagens herumspähte. Der sandige Hof zwischen Garagen und Grabungshaus war leer, aber er sah frische Reifenspuren, die ein wahres Gewirr zeichneten und von mehreren Fahrzeugen stammen mussten. Nach Spur- und Reifenbreite zu schließen wahrscheinlich von Lastwagen.

Etwa eine Minute lang beobachtete er den Eingang zum Grabungshaus und die Fenster auf der ihnen zugewandten Seite, aber die Fensterläden waren geschlossen und an der Tür bewegte sich nichts. Was sollten sie nun machen? Was hatte der Schuss zu bedeuten?

Mit mehr Kaltblütigkeit, als er sich selbst zugetraut hätte, entschied Peter, dass sie näher ans Gebäude mussten, um herauszufinden, was im Haus geschah. Lisa kauerte neben ihm im Schatten und erwiderte sein Handzeichen mit einem Nicken. Geduckt schlichen sie zum Heck des Land Cruisers, hinter dem sie Deckung gesucht hatten. Von dort rannten sie in die Schatten der Garagen und dann weiter zur hinteren Umfassungsmauer des Hofes, vor der ein paar dürre Palmengewächse ihr Dasein fristeten. Sie huschten zwischen den Pflanzen an der Mauer entlang, die nach wenigen Metern an die Hauswand stieß. Tief geduckt erreichten sie das erste Fenster des Unterkunftsbereiches.

Ein lauter Schrei ließ sie beide zusammenzucken. Ein Mann stieß einen arabischen Fluch aus, den Peter zwar nur zur Hälfte verstand, der ihn aber sicher sein ließ, dass er diese Stimme noch niemals gehört hatte. Lisa schnitt eine aufgebrachte Grimasse in seine Richtung. Sie war längst beim zweiten Fenster, das zum Aufenthaltsraum gehörte, den sie ironisch „Salon“ getauft hatten. Kurz schielte sie durch eine herausgesplitterte Ecke des Fensterladens, dann winkte sie Peter heran und zeigte mit ihren Fingern eine Sechs an.

Das Grabungshaus, das die Philosophische Fakultät der Freien Universität Berlin in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Archäologischen Institut, einer der ältesten und renommiertesten altertumswissenschaftlichen Forschungseinrichtungen der Welt, eingerichtet hatte, war von schwarzgekleideten, zum Teil vermummten Männern mit Gewehren und furchteinflößendem Auftreten gestürmt und okkupiert worden.

Peters Gedanken rotierten. Die ägyptischen Behörden und die Altertümerverwaltung hatten diese Grabung genehmigt; die Polizei in Faiyum und auch im Dörfchen Qarun kannte sie und hatte ihren Aufenthalt legitimiert und war ihnen eigentlich immer freundlich und interessiert begegnet. Wer zum Teufel sind diese Kerle?

Da begann der eine Mann wieder zu sprechen. Obwohl sein Arabisch nicht schlecht war, konnte Peter kaum etwas verstehen, denn der Mann sprach leise. Peter rückte wieder näher an die kaum handgroße Lücke im hölzernen Fensterladen, um wenigstens zu sehen, was geschah. Schläfe an Schläfe mit Lisa beobachtete er, wie Layla kopfschüttelnd auf die Fragen des verhörenden Soldaten – oder wer genau die Männer auch immer waren – antwortete. Der reagierte mit einer Ohrfeige.

Wegen des ungünstigen Winkels sah Peter erst jetzt, dass auch Thomas in dem Raum war. Festgebunden an einen Stuhl saß er Layla gegenüber in einer Ecke des Salons. Auch bei ihm stand einer der Männer, die das Grabungsteam überfallen hatten. Im Gegensatz zu den anderen hatte er bisher noch kein Wort gesprochen und schien Laylas Verhör zu folgen. Außerdem war er älter als die anderen, offensichtlich arabischen, Angreifer; und sein Aussehen wirkte europäischer, obwohl er alles andere als hellhäutig war.

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Seitenaufrufe: 59 mal Aufgerufen Am 23. Mai 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: ägypten, Archäologie, Berlin, ddr, Drittes Reich, Geheimbund, Kalter Krieg, Verschwörung, Volkspolizei
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