In Animus – Auf Leben und Tod

In Animus – Auf Leben und Tod
Preis: 3,99 €
Autor:
Genres: Kinder & Jugend, Science-Fiction
Webseite: www.cordbrammer.de
Erscheinungsjahr: 2017
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
DU WILLST LEBEN, DABEI KÖNNTEST DU JEDEN MOMENT STERBEN. Als Noah erfährt, dass für ihn die Möglichkeit besteht, nach Korpus zurückzukehren, überlegt er nur kurz. Als einer von zehn Huntern nimmt er an einem Turnier teil, das sich zu einer schonungslosen Hetzjagd entwickelt, an der ganz Animus beteiligt zu sein scheint. Dabei lernt er Iris kennen, ein Mädchen von der Straße. Sie begleitet ihn auf seiner Flucht vor den kaltblütigen Trackern, bis sich ihre Wege trennen müssen. Von da an beginnt für Noah ein rasanter Wettlauf gegen die Zeit ...
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Leseprobe

Gleißend helles Licht durchdringt meine geschlossenen Augenlider. In mein Bewusstsein schleicht sich der Gedanke, nicht weiter schlafen zu dürfen, sondern langsam wach werden zu müssen.
Als ich blinzelnd meine Augen öffne, um nicht schlag-artig geblendet zu werden, zieht ein stechender Schmerz, als müsse ich alles Leid und allen Kummer dieser Welt gebündelt ertragen, durch meinen gesamten Körper. Beginnend an meiner rechten Schläfe, die Wirbelsäule hinab, durch das linke Bein, bis an die äußerste Zehenspitze des daran hängenden Fußes. Wie gelähmt lasse ich diese kurz andauernde Folter über mich ergehen und beiße mit qualerfülltem Gesicht die Zähne zusammen. Schon nach wenigen Sekunden ist alles vorüber, als habe dieser Zwischenfall nie stattgefunden, und als sei der Schmerz durch meine Zehen entschwunden.
Ich liege auf einem harten, unbequemen und kalten Untergrund. Direkt über mir befindet sich eine grell leuch-tende Deckenlampe, deren Leuchtstoffröhren ein metalli-sches Sirren von sich geben. Parallel zu ihr hängen in etwa zwei Metern Entfernung zu beiden Seiten die nächsten Lampen. Die zu meiner Rechten flackert in einem gleich-mäßigen Takt, dem sich ein Pochen in meinem linken Un-terarm angepasst zu haben scheint. Erst jetzt bemerke ich, dass sich dieser Arm ein wenig taub anfühlt. Hinzu kommt ein unangenehmer, nicht auszuhaltender Juckreiz. Als ich meinen Arm anheben möchte, um mir anzusehen, wovon dieser Juckreiz ausgelöst worden sein könnte, werde ich daran gehindert. Der Arm scheint festgeschnallt zu sein, auch den anderen kann ich nicht frei bewegen, er liegt ebenfalls dicht an meinem Körper. An beiden Handgelen-ken spüre ich einen unbezwingbaren Widerstand.
Ich versuche mich aufzurichten, doch dies gelingt mir nur bis zu einem gewissen Grad. Nach nur wenigen Zenti-metern kommt mir ein Gurt in die Quere und spannt sich fest über meinen Brustkörper. Für meine Beine gilt das Gleiche, auch sie sind über den Knien und an den Knö-cheln fixiert und beinahe unbeweglich. Allein meinen Kopf kann ich frei heben. Nachdem mir dies mühsam gelungen ist, erkenne ich, dass die Haut meines linken Unterarms im Bereich der Pulsadern in den verschiedensten Farben ange-laufen ist. Woher die blauen, roten und gelben Flecken stammen, kann ich mir nicht erklären, genauso wie ich mir nicht erklären kann, wo ich hier bin. Befinde ich mich viel-leicht in dem Aufwachraum eines Krankenhauses?
Dafür spricht einerseits, dass ich einen weißen Kittel trage, den ich bisher nur an meinem Großvater gesehen habe, als er kurz vor seinem Tod im Krankenhaus lag. An-dererseits liegen links und rechts neben mir zwei weitere Patienten, die wie ich an ein Krankenbett gefesselt sind. Jedoch reagieren sie nicht, als ich sie anspreche, sie schei-nen zu schlafen oder noch unter Narkose zu stehen. Oder sind sie vielleicht überhaupt nicht mehr am Leben? Bin ich hier in einer Art Leichenhalle? Liegen zu meinen beiden Seiten Tote?
»Hallo«, rufe ich, dabei zerre ich mit meinen Armen und Beinen an den Fesseln, die aber nicht nachgeben wol-len. »Kann mich irgendwer hören?«
Als würde ich durch Kameras beobachtet werden, quietscht nun in meiner unmittelbaren Nähe eine Tür in ihren Angeln. Ich verhalte mich völlig still und lausche in den Raum hinein. Auf dem gummiartigen Fußboden höre ich Schritte näher kommen, bis sich schließlich eine Frau über mich beugt. Sie trägt ebenfalls einen Kittel, auch wenn ihrer grün ist. Ihre blonden Haare hat sie zu einem Zopf gebunden, der bis auf ihre rechte Schulter reicht. Vor einem ihrer leuchtendblauen Augen taucht plötzlich ein Gegenstand auf, mit dem sie nacheinander in meine Augen leuchtet, die sie mit ihren Fingern geöffnet hält.
Als sie mit ihrer Untersuchung fertig ist, spreche ich sie an: »Was ist passiert? Wo bin ich hier?«
»Du brauchst dich nicht zu fürchten. Alles ist gut. Du bist in den besten Händen«, sagt sie mit einer ruhigen Stimme, die vertrauenserweckend klingen soll. Ihre Sätze wirken einstudiert, als würde sie sie täglich mehrmals her-unterbeten. »Wie fühlst du dich?«
»Es ging mir schon mal besser. Mein linker Arm tut über dem Handgelenk weh. Außerdem juckt es dort.«
»Das geht vorüber. Schon morgen wirst du es nicht mehr spüren«, sagt sie, zieht eine Dose aus ihrem Kittel und schmiert eine kühlende Salbe auf meine Wunde, die das Kitzeln auf der Haut für einen Augenblick stillt.
»Warum bin ich gefesselt? Hat das einen Grund?«
Anstatt darauf einzugehen, tritt sie ohne ein Wort an das Kopfende meines Bettes und setzt dieses in Bewegung. Gespannt darauf, wohin sie mich bringen wird, frage ich nicht weiter nach und denke auch nicht weiter an meinen linken Unterarm. Meine Aufregung legt sich über all meine Gedanken und all meine Neugier.

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Seitenaufrufe: 4 mal Aufgerufen Am 8. November 2017 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Abenteuer, Action, Jugendbuch, Jugendbücher, Leben, Noah, Roman, Spannung, Tod
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