Im Zeichen von Licht und Schatten

Im Zeichen von Licht und Schatten
Preis: 12,99 €
Autor:
Genre: Fantasy
Webseite: www.heike-rissel.de
Erscheinungsjahr: 2012
Erhältlich: Als gedrucktes Buch
ISBN: 9783941653269
Raffael McConnor ist der Anführer der Lichtkrieger, einem sonnenresistenten Zweig von Vampiren. Auf der Suche nach der für ihn vorbestimmten Auserwählten, die seine Vormachtstellung festigen soll, lernt er die Verlegerin Kate Neyron kennen. In ihr glaubt Raffael, seine Seelengefährtin gefunden zu haben. Aufgrund eines unglücklichen Zufalls trifft Kate auf den eiskalten Dexter, der ein Anführer der Schattenkrieger und ärgster Widersacher Raffaels ist. Der Schattenfürst hofft durch eine Verbindung zwischen sich und der jungen Auserwählten, Raffael zu stürzen und sich selbst an die Spitze einer vereinten Vampirnation zu setzen.
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Stille. Kälte. Dunkelheit. Das Glühen der untergehenden Sonne wurde gerade erst von einem blassen Mond abgelöst, der die Lichtung nur unzureichend beleuchtete. Aber ausreichend für die scharfen Augen des Jägers, der seiner Beute lautlos bis hierher gefolgt war. Seine kalten, blassen Augen belauerten jede Bewegung seines Opfers, das völlig ahnungslos auf der Waldlichtung stand und nach dem sportlichen Training nun im Mondschein seine Muskeln dehnte. Der Jäger konnte das heiße, frische Blut riechen, das von dem heftig pochenden Herz durch den Körper gepumpt wurde. Das Pulsieren des Blutes in den Adern seines Opfers dröhnte laut in den empfindlichen Ohren des Beobachters. Seine Fangzähne fuhren in jäher Vorfreude aus seinem Kiefer und seine Zunge leckte erwartungsvoll über seine grausam verzogenen Lippen. Noch bezwang er seine Gelüste. Er liebte es zu spielen. Fast noch mehr als die Befriedigung seines Durstes, liebte er die Jagd. Den süßen Duft der Angst, den seine Opfer ausströmten, wenn sie plötzlich seine Gegenwart bemerkten und ihr Unterbewusstsein diesen grausamen Jäger als der Angst und der Qual seiner Beute. Aus diesem Grund bevorzugte er die Abgeschiedenheit der Wälder für seine Jagdzüge. Die belebten Innenstädte versprachen zwar leichte Beute, aber dort musste er das gestellte Wild schnell und geräuschlos zur Strecke bringen, um keine unerwünschten Störungen und Unterbrechungen zu erleben. Seine Kräfte machten es ihm leicht seinen Fang schnell und wirksam zu beeinflussen. Diese Sterblichen hatten ihm ja so wenig entgegenzusetzen. Hier draußen in der Einsamkeit der riesigen Wälder konnte er dagegen seine grausamen Spiele mit den Opfern treiben.

Er liebte es bisweilen, seinen unfreiwilligen Blutspendern die abwegige Hoffnung auf Schonung einzugeben. Er trank dann nur so viel, dass sein unmittelbarer Durst gelöscht war und ließ seine Beute fliehen. Die Hoffnung auf ein Entkommen wurde jedes Mal brutal zerstört. Seine unmenschliche Schnelligkeit erlaubte es ihm, den Menschen einen vermeintlich großzügigen Vorsprung zu geben, aber es gab niemals ein Entkommen.

Heute Abend hatte er es sich zum ersten Mal, seitdem er die Spur der menschlichen Auserwählten seines ärgsten Rivalen verfolgte, wieder einmal gegönnt seinen Neigungen und nicht nur der Pflicht nachzugeben. Die Blutopfer der vergangenen Tage hatten vorwiegend dazu gedient, seine Gefolgsleute bei Laune zu halten und natürlich eine unübersehbare Spur für die sterblichen Polizeikräfte zu legen. Er war sich sicher gewesen, dass deren kriminalistische Fähigkeiten ihn direkt zu Cathleen Neyron führen würden. Die Auswahl der Mordopfer, die seinen Männern als Nahrung dienten, war sehr zweckgebunden gewesen. Alle hatten in irgendeiner Weise in der Vergangenheit mit der Auserwählten zu tun gehabt und auch die dümmsten Sterblichen mussten über kurz oder lang über diese Gemeinsamkeit stolpern. Gestern endlich war es so weit gewesen. Seine Gefolgsleute hatten den Aufenthaltsort der Gesuchten lokalisiert, allerdings war ein Eingreifen unmöglich. Irgendetwas schützte die Umgebung von Cathleen. Es schien wie eine riesige, unsichtbare Schutzglocke alle Aggressionen von ihr fernzuhalten. Also hatte sich der dunkle Jäger dazu entschlossen zu warten. Seine Männer hatten das Haus im weiten Umkreis umstellt und harrten seiner Befehle. Heute endlich nutzte er die Gelegenheit, seinen eigenen Bedürfnissen in befriedigender Weise nachzukommen.

In manchen dieser Fälle geschah es, dass sich in der Hitze der Jagd noch ganz andere Bedürfnisse entzündeten, als die reine Befriedigung seines Durstes nach Blut. Wenn ihm die Gier nach seinem Opfer nicht nur seine Fangzähne wachsen ließen, sondern auch andere Körperteile diesem Bedürfnis nach Wachstum nachkommen wollten. Aus genau diesem Grund bevorzugte er vorwiegend junge Menschenfrauen, um sein Verlangen zu befriedigen. So war es ihm auch in diesem Fall geschehen. Es mochte sein, dass die leichte Ähnlichkeit seines potentiellen, unfreiwilligen Blutspenders mit der Auserwählten Raffaels den Ausschlag für diese Regungen gegeben hatte, jedenfalls wurde ihr diese Ähnlichkeit nun zum Verhängnis. Ihr Körper war ebenso klein und zierlich wie der ihrer Doppelgängerin und auch das lange rote Haar erinnerte den Jäger entfernt an sie. Der Schattenkrieger verfolgte sie schon eine ganze Weile in sicherem Abstand. Für einen Moment

übernahm er ihr Bewusstsein, um sie dazu zu bewegen, ihren Lauf nicht schon vorzeitig abzubrechen. So bog sie, ganz entgegen ihrer Gewohnheiten, in den nahen Wald ab und joggte dort bis zu dieser, von jeder menschlichen Ansammlung weit entfernten, Lichtung.

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Seitenaufrufe: 95 mal Aufgerufen Am 20. Mai 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Blut, Erotik, Lichtkrieger, Liebe, Schattenfürst, Schwert, Seelengefährte, Seherin, Traumführer, Vampire
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