Im Schatten der Welt 1 – Rabenfeder

Im Schatten der Welt 1 – Rabenfeder
Preis: 0,99 €
Autor:
Genres: Fantasy, Horror & Mystery
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als E-Book
ISBN: 9783739340067
Katharina gönnt sich eine Auszeit vom Stadtleben und mietet sich ein kleines Häuschen außerhalb des Dorfes Heyn, doch schon nach kurzer Zeit erfährt sie, dass es hier einen mysteriösen Mord gegeben hat. Sie erkundet die Umgebung und macht merkwürdige Entdeckungen. Das Mädchen beobachtet Gespenstisches an einer Burgruine, Raben, die sich ungewöhnlich verhalten und Federn, die sich scheinbar in Luft auflösen. Von allen Seiten bekommt sie den Ratschlag, nachts nicht mehr das Haus zu verlassen. Immer wieder beschleicht Katharina das Gefühl, dass in diesem Dorf etwas nicht stimmt. Warum ist ihr Vermieter so launisch und benimmt sich so eigenartig? Und wer ist die Stumme Dame, die außer klugen Ratschlägen nichts von sich preis gibt? Zum Glück trifft sie Seymen, mit dem sie zusammen versucht, die unerklärlichen Dinge aufzudecken. Doch es geschehen weiter Morde, und der letzte Mord wirft Katharina vollkommen aus der Bahn...
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Heyn. Ein neuer tragischer Unglücksfall ereignete sich vergangenen Samstag. Im ländlichen Ort Heyn wurde ein junger Mann tot aufgefunden. Er war mit einer Kamera nahe der Burgruine gewesen, so wird vermutet. Am Hals wurden die gleichen zwei Einstiche entdeckt, wie schon bei dem Toten vergangenen Monat. Ob es sich um Mord handelt oder ob wilde Tiere dafür verantwortlich sind, ist unklar. Heyn ist schon länger ein Ausflugsort für viele Touristen. Gerade die Burgruine von Heyn zieht die Menschen in ihren Bann. Letzten Monat wurde das erste Mal ein Mann tot aufgefunden. Auch er hatte eine Kamera bei sich. Die Anzahl der Touristen erhöhte sich in den vergangen Wochen. Aber ob Heyn weiterhin gut besucht wird, bleibt abzuwarten.

1.

Ein weißhaariger Mann mit einem langen Bart öffnete vorsichtig die Tür. Er runzelte die Stirn. „Ja bitte?“

Katharina trat zögernd einen Schritt vor. Wie alt mochte der Mann sein? Achtzig? Neunzig? Trotzdem sah er noch recht fit aus. „Guten Abend Herr Bergmann. Katharina Locksley. Wir hatten telefoniert.“

Die Miene des Mannes erhellte sich. Lächelnd öffnete er die Tür und bat Katharina mit einer Handbewegung herein. „Seien Sie gegrüßt. Haben Sie gut her gefunden?“ Er geleitete seine Besucherin ins Wohnzimmer und deutete ihr sich zu setzen. Katharina folgte seiner Aufforderung und sah sich schüchtern in dem kleinen Raum um. Es sah so anders aus als man es sonst gewohnt war. Es gab nur zwei Sessel in dem Zimmer, die schon relativ alt und antik aussahen. An der einen Wand war ein hohes Bücherregal, vollgestopft mit dicken Wälzern. Am Fenster stand ein Teleskop und ein Fernrohr lag auf der Fensterbank. Neben der Tür befand sich ein kleiner Schreibtisch. Keine Bilder, keine Pflanzen, keine Dekoration. Sehr bescheiden.

„Danke, ich habe mich nur einmal verfahren, aber zum Glück kam ich sehr schnell wieder auf den richtigen Weg. Entschuldigen Sie bitte die Verspätung.“

Herr Bergmann schüttelte lächelnd den Kopf. „Das macht doch nichts. Möchten Sie einen Tee?“

Katharina nickte. Sie lehnte sich im Sessel zurück und sah aus dem Fenster. Von hier aus konnte man die Burgruine sehen, für die Heyn bekannt war. Viel wusste sie nicht über die Burg. Sie hatte sich noch nie so für die Vergangenheit interessiert. Die Zeitung hatte sie auf Heyn aufmerksam gemacht. Sie war freiberufliche Autorin und brauchte dringend Anregungen für einen neuen Roman. Ihr letztes Manuskript wurde gerade erst veröffentlicht und das mit einem riesigen Erfolg. Mit den Einnahmen wollte sie mal ein paar Wochen raus, raus ihrer Wohnung und raus aus der Stadt. Mal schauen was das Land und die Natur so zu bieten hatte.

Der alte Mann kam mit einem Tablett zurück, auf dem zwei Tassen und eine dampfende Kanne standen. Er goss den Tee ein und drückte Katharina eine Tasse in die Hand. Der Tee roch nach Natur und Freiheit. Wie sie darauf kam, wusste sie nicht. Es war der erste Eindruck, der ihr in den Kopf schoss. Seltsam.

„Robert, ich hoffe es ist okay, wenn ich Katharina sage. Bleiben wir doch beim Du.“

„Einverstanden.“ Katharina wärmte ihre Hände an der dampfenden Tasse. Draußen war es schon herbstlich und die Abendstunden wurden bereits recht kühl. Sie war froh, nicht mehr im Auto sitzen zu müssen. Robert räusperte sich.

„Es wundert mich, dass eine so junge Frau wie du es bist den Mut hat, hier in Heyn Urlaub zu machen, nach dem, was passiert ist. Alle Reservierungen für das Ferienhaus wurden sofort storniert. Schlecht für mich, wie du sicher verstehst. Als alleinlebender alter Mann ist man froh, wenn man jungen Menschen eine schöne Zeit schenken kann. Wie kommt es, dass du dich so kurzfristig nach dem Ferienhaus erkundigt hast?“

Die junge Frau stellte ihre Tasse auf dem kleinen Tisch ab. „Ich brauche dringend einen Tapetenwechsel. Auf langweiligen Strandurlaub habe ich keine Lust. Ich möchte etwas erleben. Außerdem suche ich ein bisschen Ruhe fern vom Großstadtlärm. Wie lange kann ich hier bleiben?“

Robert lachte kurz auf. „Ich habe keine Reservierungen. Das Ferienhaus ist frei. Du kannst solange du möchtest hier bleiben. Mit der Miete werden wir uns schon einig. Ich bin froh, wenn das Haus nicht die ganze Zeit leer steht.“

Katharina lächelte erfreut. „Das ist schön! Arbeiten kann ich nämlich auch hier, ich bin nicht an einen Ort gebunden.“

Robert stand auf und ging zum Schreibtisch. Er öffnete die Schublade und holte einen Schlüsselbund heraus. „Ich denke, du solltest dich auf den Weg zum Haus machen, bevor es ganz dunkel ist. Es ist schon spät!“

Auf einmal schien er es eilig zu haben, Katharina los zu werden. Verwirrt stand sie auf und nahm die Schlüssel entgegen. Robert begleitete sie zur Tür. „Halte dich nachts nicht draußen auf.  Man weiß nie, was passiert!“ Er wirkte ernst.

Katharina bedankte sich und ging zur ihrem Auto. Zuerst war der Mann so nett und freundlich, und dann plötzlich wie ausgewechselt. Komischer alter Kautz. Sie hatte jedoch keine Lust, sich darüber den Kopf zu zerbrechen und fuhr los.

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Seitenaufrufe: 43 mal Aufgerufen Am 7. März 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Abenteuer, Fantasy, Krimi, Mystik, Romantik
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