Im Bann der Finsternis: Mercure – der Bote des Lichts

Im Bann der Finsternis: Mercure – der Bote des Lichts
Preis: 12,95 €
Autor:
Genre: Fantasy
Webseite: www.verlag-der-schatten.de
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783946381020
Lange konnte der Krieg zwischen Vampyren und Göttern verhindert werden. Jetzt, da die Menschheit nahezu ausgerottet ist, scheint eine Auseinandersetzung unvermeidbar. Mercure, der Götterbote, will als Vermittler auftreten und mit den Halb-Vampyren ein Bündnis gegen die Vollblut-Vampyre schmieden. Dabei kommt er der Vampyrin Serenety, die ihm nicht nur seine Grenzen aufzeigt, sondern auch ein längst vergessen geglaubtes Feuer in ihm entfacht, gefährlich nahe. Kann der Bote sich darauf einlassen, ohne seine Aufgabe aus den Augen zu verlieren? Ohne den Krieg damit erst recht zu provozieren? Ohne eine Verbannung aus der Götterkuppel zu riskieren? Und wird Serenety sich auf seine Seite und damit gegen ihren Vater, den Vampyr-König, stellen?
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Leseprobe

Die nymphischen Fälle. Gewaltige Wassermassen stürzten dort inmitten des Dschungels über die Abbruchkante tosend in die Tiefe. Ich kniete am Rand einer Landzunge – wenige Meter davon entfernt – und sah nach oben. Nur ein Geduldeter durfte sie sehen, konnte ihre Kraft und Faszination erahnen. Und ein von einer Nymphe Gesegneter wie ich konnte sogar unter den Fällen stehen, ohne zertrümmert zu werden.

Ein Hauch von Ehrfurcht streifte mich. Das stetige Rauschen, der Sog und die Kälte des Wassers im Kontrast zur hinter dem Felsmassiv hervorstrahlenden Sonne ließen mich innehalten. Und vergessen.

Ich zog die Hand aus dem Nass, stand auf, löste mein Gewand, verbarg meinen Caduceus – einen Kurzstab – darunter und legte die Jagdstiefel ab. Nackt stieg ich in den klaren, nicht sehr tiefen See und ging auf den Wasserfall zu. Das kühle Element jagte ein Kribbeln über meinen Körper.

Kurz vor der Kaskade blieb ich stehen und schloss die Augen. Zuvor verweilten sie auf einem Punkt in der Ferne. Mir war nicht entgangen, dass mich eine Schar Nymphen beobachtete. Sie kicherten, hielten aber respektvollen Abstand. Nur eine nicht.

Kaltes Wasser ergoss sich auf mein Haar, trommelte auf meine Schultern und lief meinen Körper hinab, als ich unter den Katarakt trat.

Eine der Nymphen begann, zu singen. Ihre Stimme vermischte sich mit dem Rauschen des Wassers. Sie war so sanft, so leise und doch so stark, um dagegen zu bestehen. Ein zweites dieser nahezu unsterblichen Wesen stimmte mit ein.

Der Gesang entlockte mir ein Seufzen, und ich hatte das Gefühl, dass sie von Ankunft sangen, von Verführung und von der einen unter ihnen, die einen Lichten so sehr begehrte und doch Abstand von ihm halten musste.

Eigentlich ist nymphischer Gesang wie ein Gewebe aus Traum und Realität, aus Wirklichkeit und Unwirklichkeit. Dieser war anders. Er handelte von etwas Persönlichem – von der Nymphe, die den Splitter der Liebe in sich trug.

Ich kannte diese Nymphe. Ich kannte sie gut. Vor vielen Jahren hatte ich wegen ihr unvorsichtig gehandelt. Weil ich verliebt gewesen war? Wollte ich ihr in meinem jugendlichen Wahn etwas beweisen? Ich kann es nicht mehr sagen.

Der Gesang brach ab. Selbst das Brausen des Wassers schien für einen Augenblick zu verstummen. Verwirrt schlug ich die Augen auf. Der Wind wehte seltsam unnatürlich. Über die Wasseroberfläche zogen Wellen, als würde ein Schiff langsam dahingleiten. Der Duft von Zitrone erfüllte die Luft.

»Cardea.« Meine Stimme war nur ein Hauchen.

Eine Nymphe, größer als die anderen und in voller Grazie aufgerichtet, kam auf mich zu. Je näher sie kam, desto mehr gab sie von sich preis. Ihr Körper glitt aus dem Wasser, als wären dort Stufen verborgen, die sie erklomm. Gischt regnete wie bei leichtem Schneetreiben auf die Oberfläche zurück.

Nackt wie die anderen war Cardea. Ihre zarten Rundungen lockten wie Nektarinen und erhitzten mein Gemüt. Mein Verstand drohte, in die Richtung meiner Lenden zu sinken.

Inzwischen schritt die Nymphe auf dem Wasser. Ihre Füße hinterließen schimmernde Schatten, und mit jedem Schritt schwang sie aufreizend ihre Hüfte. Eine Hitzewelle erfasste mich, während mir das dritte Gebot der Götter durch den Kopf ging: Ein Lichter schaut nie zu Nymphen auf.

»Du bist zurück?«, rief ich ihr mit rauer Stimme zu und trat einen Schritt nach vorn – heraus aus dem Schatten des Wasserfalls.

In einer fließenden Bewegung tauchte ihr Körper ins Wasser und wieder auf. Wie eine Meerjungfrau legte sie so die wenigen Meter, die uns noch trennten, zurück.

»Dich trifft keine Schuld an dem, was damals passiert ist, Mercure«, hauchte sie, bevor sie lächelte: »Komm! Was wir damals nicht tun konnten, wollen wir jetzt machen. Mein Körper sehnt sich schon so lange nach dir. Noch immer bin ich erfüllt von diesem Begehren.« Sie umfasste meinen Arm und führte ihn um ihren Rücken.

Ich ließ es geschehen. Meine Augen folgten ihrer Hand wie einer Filmaufnahme. Ich fühlte mich mehr als Zuschauer denn als Handelnder. War es wirklich kein Traum?

»Das Wasser ist unser Element. Wir formen es und spielen damit, wie wir wollen«, erklärte Cardea und ließ sich langsam in die Höhe steigen.

»Ihr spielt nicht nur mit dem Wasser«, erwiderte ich.

Sie lächelte wissend und schlang ihre Beine um meinen Kopf, dass meine Wangen ihre Oberschenkel streiften. Mir schwanden zunehmend die Sinne. Ein Kribbeln durchzog meinen Bauch, gefolgt von einer sanften Woge.

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Seitenaufrufe: 47 mal Aufgerufen Am 4. April 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Götter, Krieg, Liebe, Vampyre
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