¿Identität?

¿Identität?
Preis: 6,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Krimi & Thriller
Webseite: www.Angela-Planert.de
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781495298943
Eine berufliche Herausforderung führt Katharina nach Kolumbien. Jahrelang hatte sie von einer solchen Gelegenheit geträumt. In Bogotá soll sie gemeinsam mit der dort ansässigen Firma Vassquéz einen Geschäftszweig aufbauen, um den Export von Tropenhölzern zu reduzieren. Nach einigen Hindernissen lernt sie ihren attraktiven Geschäftspartner Antonio Nicoljaro, der im Rollstuhl sitzt, näher kennen und verliebt sich in ihn. Verwirrt und am Ende ihrer Kraft erreicht Katharina nach einer Entführung die Firma Vassquéz. Antonio umsorgt sie hingebungsvoll und überrascht sie mit einem traumhaften Wochenende. Zwei Tage nach dem Ausflug wird Antonio bei einer Explosion unter den Trümmern seines Hauses begraben und schwerverletzt geborgen. Kurz darauf verschwindet Antonio aus dem Krankenhaus. Auf der Suche nach ihm stößt Katharina auf verblüffende Tatsachen. Antonio Nicoljaro starb im Alter von fünf Jahren. Wer ist der Mann wirklich, der mit der Identität eines toten Kindes lebt?
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Leseprobe

Sie saß neben Rubén im Lada. Ihr Schwindel kehrte intervallartig zurück und ihr Puls war noch immer viel zu schnell. Irgendetwas stimmte mit ihr nicht. Sie zog in Erwägung, Doktor Rodríguez am Nachmittag aufzusuchen. Rubén lenkte den Wagen in die Seitenstraße Carrera diez, die Katharina schon vertraut war. Eine Nebelwand quoll ihnen, einem breiten Gespenst ähnlich, entgegen und verwehrte den Blick. Rubén fuhr langsamer, bis er nichts mehr erkennen konnte. Er hielt an. »¿Qué cojones?«

Katharina wurde plötzlich kalt, ihr Hals war wie zugeschnürt.

»¿Ist das Staub?« Rubén sah sie flüchtig an.

Sie spürte, wie sich ihr Nackenhaar sträubte. Augenblicklich wusste sie, dass etwas Furchtbares geschehen war. Hastig stieß sie die Autotür auf und eilte die Straße hinunter. Zum Schutz zog sie ihre Bluse vor Mund und Nase.

»¡Warte!« Rubén lief ihr nach.

Mit jedem Schritt, den sie durch die Wolke vorankam, schien sich der Staub zu legen. Das blaue Nachbarhaus wurde sichtbar.

Katharinas Herz setzte aus. Eisige Kälte rann ihr den Rücken hinunter. Sie versuchte zu begreifen, was sie sah. »Antonio?« War er nach Hause gefahren, so wie er es gestern angekündigt hatte? Ein »Nein« glitt ihr leise über die Lippen. »Bitte nicht!« Das musste ein böser Traum sein.

»¡Dios mío!«, flüsterte Rubén neben ihr. »¡Dios mío!«, wiederholte er lauter.

Mauerstücke, einzelne Steine, Dachreste und Holzpfeiler lagen wild durcheinander über die halbe Länge der Straße verstreut. »Antonio?« Sie hoffte, dass er vor dem Unglück das Haus verlassen hatte. In ihrem Inneren wusste sie aber bereits, dass es nicht so gewesen war. Deshalb konnte er nicht an sein Handy gehen. Ihre Knie fühlten sich auffallend weich an.

Antonio!

Die Außenmauern standen zum Teil, auch die Wand vom Treppenhaus wirkte stabil. Irgendwo in diesem Chaos lag Antonio. Ihre Panik löste sich auf, machte nüchternen Gedanken Platz. »Antonio?« Sie kletterte über die Trümmer zum ehemaligen Wohnzimmer.

»¿Katharina?« Rubén versuchte, sich weiter links einen Weg zu bahnen. »¡Sei vorsichtig!«

»¡Versuche«, sie balancierte über einen Holzbalken Richtung Hof, »sein Handy anzurufen!« Anhand des Klingeltones, sofern das Telefon noch funktionierte, konnten sie ihn vielleicht orten.

»Du bist gut.« Rubén blieb stehen und folgte ihrem Vorschlag. Schwach nahm sie direkt unter ihren Füßen den leisen Klingelton von Antonios Handy wahr. Ihr Herzschlag setzte erneut aus. Ausgerechnet unter dem größten Trümmerberg sollte er begraben sein?

»¿Hörst du es?«, rief Rubén ihr zu.

Katharina nickte und zeigte mit zitternden Fingern nach unten.

»¡Mierda!«

Im Hof erkannte sie unter den Trümmerteilen ein Stück der Motorhaube des beigefarbenen Autos. Für einen Moment spürte sie heftige Übelkeit. Sie schluckte und wagte sich weiter zum Hof vor, wo sie über das Treppenhaus einen Weg in die Wohnung zu finden hoffte. Der Geruch von Staub und Ruß lag in der Luft. Eine Überlebenschance für Antonio schien nicht zu bestehen, doch daran wollte sie nicht denken.

»¡Warte, ich komm zu dir rüber!«

Endlich erreichte sie den Hof, der mit Dachteilen, vor allem aber mit Holzbalken übersät war.

»¡Wir brauchen Hilfe!«, rief sie Rubén entgegen. »Allein können wir den Schutt niemals wegräumen, und uns läuft die Zeit davon.«

Rubén stand jetzt ungefähr an der Stelle, an der sie das Handy gehört hatte. Er begann einen Balken zur Seite zu räumen, dabei löste sich ein Mauerstück und fiel in Richtung Straße. »¡Du hast recht! Allein schaffen wir das nicht.« Er nahm sein Telefon heraus.

Katharina entdeckte unter einem umgefallenen Mauerstück einen kleinen Hohlraum, in den sie hineinkroch. Sie musste auf die Glasscherben und Holzsplitter acht geben, die überall herumlagen. »Antonio?« Sie hielt den Atem an und lauschte. Bedrückende Stille herrschte. Nach wenigen Metern endete der Hohlraum. Sie musste zurück, sich einen anderen Weg suchen.

»Ich hole die Taschenlampe aus dem Auto«, hörte sie draußen Rubén rufen. »¿Katharina?¿Wo steckst du?«

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Seitenaufrufe: 76 mal Aufgerufen Am 20. Februar 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Abenteuer, Basketball, Intrigen, Leben, Liebe, Mord, Rollstuhl, Spanisch, spannend, Südamerika
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