Ich will alles und noch mehr

Ich will alles und noch mehr
Preis: 11,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Sachbuch
Webseite: www.maria-peters.com
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783950396508
Maria steht mit ihren knapp dreißig Jahren mit beiden Beinen im Leben. Sie ist erfolgreich im Beruf und führt eine glückliche Beziehung. Nichts kann sie aus dem Gleichgewicht bringen – denkt sie. Doch dann kommt alles anders. Ihr perfekt geplantes Leben gerät aus den Fugen. Die Dinge überschlagen sich, und ehe ihr so richtig bewusst wird, was mit ihr geschieht, schlittert sie in Erschöpfung und Depression. Gepeinigt von Panikattacken, wird ihr Alltag zur unüberwindbaren Hürde. Marias Geschichte zeigt eindringlich, wie sie an ihren selbst aufgestellten Anforderungen an ihr Leben beinahe zerbricht. Verweigert der Körper den Dienst, ist jeder dem hilflos ausgeliefert. Es sei denn, man findet den Weg aus dieser Sackgasse wieder heraus …
Leseprobe online lesen
Leseprobe herunterladen
Jetzt das Buch bei Amazon kaufen.
Jetzt das Buch bei Amazon Kindle kaufen.

Leseprobe

Kapitel 23 Am Ende

Januar 2011

Die Monate vergehen, und es ist bereits tiefer Winter. Meine Energie ist nach wie vor

am Nullpunkt, und ich kämpfe immer noch sehr mit mir selbst.

Meine Sitzungen bei Frau Doktor Hanisch sind ein Segen, und ich möchte sie nicht

mehr missen. Jedes Mal, wenn ich von ihr zurück bin, fühle ich mich wieder gestärkt

und habe Hoffnung, dass es doch bergauf geht. Leider brauche ich sehr viel Geduld

mit mir, denn diese Phase der Erschöpfung samt Panikattacken kann noch lange

andauern, das wird mir immer bewusster.

Ich hasse den Januar, obwohl ich in diesem Monat geboren bin. Mit dem Winter an

sich habe ich kein Problem, doch damit, dann meine Eltern immer für einen guten

Monat entbehren zu müssen. Das jagt mir gewaltige Angst ein. Nächste Woche

wollen die beiden, wie jedes Jahr, nach Gran Canaria fliegen.

Ich werde dann auf mich alleine gestellt sein und muss mich um alles kümmern, vor

allem muss ich funktionieren und darf nicht ausfallen. Das wird dieses Mal eine noch

größere Herausforderung für mich werden, denn ich fühle mich alles andere als fit.

Fabian ist derzeit sehr viel in Russland, also nicht greifbar, und meine

Schwiegermutter ist um diese Jahreszeit beruflich stark eingespannt. Es wäre also

eine Katastrophe, wenn mich jetzt die Angst dahinraffen würde. Wer kümmert sich

dann um meinen sü.en Kleinen?

Schon alleine der Gedanke daran beschert mir wieder eine Panikattacke per

excellence.

Na, das kann ja was werden. Ich hoffe, ich halte durch …

Meine Eltern sind seit zwei Wochen im Urlaub, und ich hangele mich mehr schlecht

als recht durchs Leben – kurzum es ist ein katastrophaler Zustand. Ich bin ständig

komatös müde, schlecht gelaunt, antriebslos und schleppe mich durch den Tag mit

der Hoffnung, dass ich irgendwie durchhalte, bis meine Eltern wieder da sind.

Zwischen Fabian und mir kriselt es ständig, beide sind wir total angespannt und

damit, dass es mir so schlecht geht und ich nichts mehr bewegen kann, völlig

überfordert. Ich sehe aber keinen Ausweg mehr. Mein Zustand verschlechtert sich

wieder, und Panikattacken zählen zu meinem Alltag.

Frau Doktor Hanisch hat mir zwar tolle Tipps gegeben, wie ich am besten mit den

Panikattacken umgehe, aber die sind leider nicht immer anwendbar und umzusetzen.

„Wenn Sie merken, dass die Angst kommt, bewegen Sie sich, denn nur so kann Ihr

Körper das ausgeschüttete Adrenalin besser abbauen. Fragen Sie sich immer, was Sie

in diesen Momenten genau brauchen“, lauten ihre guten Ratschläge. Auch frische

Luft wirke oft wahre Wunder.

Eine Panikattacke schwächt mich aber immer so sehr, dass ich zu schwach bin, mich

zu bewegen. Am liebsten würde ich mich dann sofort hinlegen, auch wenn genau das

kontraproduktiv sein soll. Ich kann mir in solchen Momenten auch nicht jeden

Wunsch erfüllen, denn, wenn ich mir nichts mehr als Ruhe wünsche, kann ich Luca ja

nicht partout das Wort verbieten und ihm sagen, er soll sich für die nächsten Stunden

in Luft auflösen.

Ständig weine ich wegen allem und nichts. Auch Luca bemerkt meine Veränderung,

obwohl wir versuchen, alles von ihm fernzuhalten. Letztens hat er mich gefragt,

warum ich so viel schlafe und so oft weine. Das Schlimmste wäre für mich, wenn er

einen Schaden davontrüge.

Leider aber ist es für meine Genesung nicht gerade förderlich, wenn ich mich ständig

verstellen muss und mich wegen ihm unter Druck setze.

Auch von einigen „Freunden“ habe ich mich im Zuge dieser Sache getrennt, denn

irgendwann habe ich meine Energieräuber erkannt.

Ich neige dazu, immer für jeden da zu sein und mir alle Probleme anzuhören. Jetzt,

wo es mir aber mal schlecht geht, sind die Aufmerksamkeit und das Mitgefühl von

angeblichen Freunden nur annähernd so vorhanden, wie ich es ihnen gegenüber

aufbringe oder aufgebracht habe. Obwohl es mir wirklich schlecht geht, jammern sie

mir etwas vor, ohne Rücksicht auf mich zu nehmen.

Bewertung: 0.0 von 5 (0 Bewertung)
Sending
Seitenaufrufe: 53 mal Aufgerufen Am 17. Juni 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Beziehung, Burn Out, Depression, Ehe, Familie, Frau, Kind, Leistungsdruck, Mutter, Panikattacken
Kommentare zum Buch Buch melden / Problem klären
Das Werk einschließlich aller Inhalte ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder Reproduktion (auch auszugsweise) in irgendeiner Form (Druck, Fotokopie oder anderes Verfahren) sowie die Einspeicherung, Verarbeitung, Vervielfältigung und Verbreitung mit Hilfe elektronischer Systeme jeglicher Art, gesamt oder auszugsweise, ist ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des oben genannten Autors bzw. der Autoren untersagt. Alle Übersetzungsrechte vorbehalten.

Diese Bücher könnten Dich auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.