Icelands: Der Anfang

Icelands: Der Anfang
Preis: 2,99 €
Autor:
Genres: Fantasy, Kinder & Jugend
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als E-Book
„Zeigt mein Kind Anzeichen einer Begabung? Verschwinden neuerdings immer wieder kleine Gegenstände in seiner Umgebung? Kann es fliegen? Dinge mit Gedankenkraft bewegen? Herzlichen Glückwunsch! Ihr Kind ist begabt! Melden Sie es noch heute auf dem Icelands an, um sich in seinen Fähigkeiten ausbilden zu lassen! Ab dem 14. Lebensjahr ist hier jeder willkommen, sei es nun ein Feuerelementarist oder ein Telekinet. Wir vom Icelands versprechen jeden jungen Begabten zu lehren seine Kräfte in sicherer Umgebung für die Gesellschaft einzusetzen.“ Der Prospekt des „Icelands“ war voll mit Fragen und Antworten rund um Begabungen, die Unterkunft der Kinder und den Lehrmethoden des Internats. Seit der großen Krise 2015 war es Pflicht für sämtliche Begabte sich im Umgang mit ihren Kräften ausbilden zu lassen, um ein sicheres Zusammenleben zwischen Begabten und Nicht-Begabten Menschen zu gewährleisten. Die ersten 14 Jahre ihres Lebens glaubte Mona Koch, ein ganz normaler Mensch zu sein, bis eines Tages bei einem Familienausflug ihre Kraft aus ihr heraus brach. Plötzlich war sie nicht mehr einfach nur die stille Einzelgängerin ihrer Schule, sondern ein Freak, eine Laune der Natur, die in der Lage war, Dinge einzufrieren, wo sie doch Kälte so sehr hasste. Mona lässt sich jedoch nicht unterkriegen und versucht an der neuen Schule Anschluss, ja vielleicht sogar Freunde zu finden, doch dieses Unterfangen stellt sich als ausgesprochen schwierig heraus.
Jetzt das Buch bei Amazon Kindle kaufen.

Leseprobe

„Ich sag’s euch! Der Typ ist vom Dach gesprungen, wollt sich umbringen oder so. Aber nicht mit meinem Nachbarn! Der kam auf einmal um die Ecke, sieht den Kerl fallen und fliegt nur so durch die Luft, schnappt den Typen und fliegt mit ihm davon. Alter, voll Krass!“

– aufgeregter Passant, Miami 1983

„Es kann nicht sein, dass wir in ständiger Angst vor Übergriffen leben müssen! Erst gestern hat einer dieser Elementaristen wieder ein Haus nieder gebrannt. So kann es nicht weiter gehen, diese ‚Begabten‘ müssen nach strengen Auflagen leben und nicht frei unter uns. Wir müssen endlich handeln und nicht nur reden!“

– Web Blog der G.E.M., 2015 kurz vor der zweiten großen Krise

Kapitel 1 – Eine Reise

Das Haus der Familie Koch war schon von weitem gut erkennbar. Es lag etwas außerhalb der Stadt auf einem Hügel, umringt von Bäumen und einer kunstvoll gehauenen Steinmauer. Eine lange Auffahrt schlängelte sich hinauf, führte durch ein gusseisernes Tor, durch den liebevoll gepflegten Garten, bis hin zu der marmornen Treppe. Eine filigran verzierte Eingangstür hieß schließlich die Besucher willkommen.

Für gewöhnlich lag das Anwesen friedlich da, doch heute herrschten Aufregung, Hektik, Lärm und Geschrei. Ein Junge weinte.

„Mona soll nich‘ gehen“, nuschelte der Siebenjährige, strampelte sich los und rannte hinüber zu Mona.

Mona, das war seine sieben Jahre ältere Schwester. Sie war für ihr Alter hoch gewachsen und zeigte auch keinerlei Ambitionen bald mit dem Wachsen aufzuhören. Im Gegensatz zu Léon, der mehr nach ihrer Mutter kam, war Mona sehr blass. Und anders als ihr Bruder, war sie meistens beherrscht und ruhig, aber am heutigen Tag war das anders.

„Ich will das nicht anziehen!“

Mit vor der Brust verschränkten Armen starrte sie voller Abscheu auf das Kleidungsstück, das ihre Mutter ihr hinhielt.

„Schätzchen, grün ist très chic und passt ‘ervorragend zu deinen Augen“, betonte ihre Mutter. „Außerdem ist es Pflicht an deiner neuen Schule.“

Mona war es egal, wie gut grün zu ihr passen würde. Sie trug nichts Buntes. Seit ihrem elften Lebensjahr hatte sie nur noch schwarze Kleidung getragen. Was dachte sich diese blöde neue Schule überhaupt, ihr vorschreiben zu wollen, was sie zu tragen hatte?

„Cheriè, bitte. Wir sin‘ spät dran.“

Mona warf ihr nur einen bösen Blick zu.

„Schick Mona nicht weg, Mama!“, flehte Léon und schmiegte sich an Monas Bein.

Mona reichte es. Genervt blies sie sich eine Strähne aus dem Gesicht und riss ihrer Mutter die Uniform aus der Hand.

„Man, ich geh nur auf ‘ne andere Schule. Hör auf so zu heulen, wie alt bist du, zwei?“, blaffte sie ihren Bruder an, wandte sich abrupt ab und stapfte auf ihr Zimmer. Auf dem Weg die Treppe hinauf hörte sie noch, wie ihre Mutter versuchte ihren Bruder zu beruhigen.

Mona ließ die Tür zu ihrem Zimmer hinter sich ins Schloss fallen und lehnte sich dagegen. Missmutig betrachtete sie die Uniform in ihrer Hand, schloss die Augen und atmete tief durch. Es brachte nichts sich wie ein kleines Kind zu benehmen. Immerhin war sie schon vierzehn! Und sie musste auf diese Schule, dieses Internat, gehen. Ob sie wollte, oder nicht. Vielleicht war der Schulwechsel ja sogar etwas Gutes, zwang sie sich zu denken. Immerhin wäre sie dann unter Leuten, die – wie hatte ihr Vater es genannt?

‚Die genau so besonders sind wie du, mein Schatz.‘

„Besonders. Na klar“, flüsterte sie.

Aber vielleicht, ganz vielleicht, war es der Ort, an den sie passte. Vielleicht würde sie an dieser neuen Schule Freunde finden. Mona seufzte und ging zu ihrem Schreibtisch. Dort lag ihre Aufnahmebestätigung und ein mittlerweile stark zerlesenes Prospekt der Schule. Die Aufnahme war eine reine Formsache, Mona hatte gute Noten und ihre Eltern konnten die Schulgebühr problemlos bezahlen. Seit der großen Krise vor zehn Jahren war es zur Pflicht geworden, dass sich Begabte in der Verwendung ihrer Kräfte ausbilden ließen. Mona hatte von den Unruhen damals nichts mitbekommen, sie war noch zu klein gewesen, aber laut ihrem Vater und ihrer großen Schwester war es wohl eine schlimme Zeit.

Sie legte die Kleidung über den Stuhl und betrachtete das Prospekt. Abgebildet war ein Schloss auf einem Berg, in der rechten unteren Ecke war ein stilisierter Vogel zu sehen. In geschwungenen Lettern prangte zentral der Name der Schule:

„Icelands“

Allein schon der Name ließ Mona einen Schauer über den Rücken laufen. Die Schule lag weit im Norden, so weit nördlich, dass es schon fast nicht mehr Deutschland war. Der Gedanke so weit weg von zu Hause zu sein, ohne jemanden, den sie kannte, war beängstigend.

Mona fröstelte und vergrub sich tiefer in ihrem Pullover. Sie mochte die Kälte nicht und doch war sie ihr neuer, stetiger Begleiter. Ihr war seit einem Monat nicht mehr wirklich warm geworden. Nicht seit jenem Tag auf der Spree.

Bewertung: 5.0 von 5 (1 Bewertung)
Sending
Seitenaufrufe: 50 mal Aufgerufen Am 10. September 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Abenteuer, Elementarkräfte, Elemente, Freundschaft, Icelands, Internat, Jugendfantasy, Mädchen, Mutationen
Kommentare zum Buch Buch melden / Problem klären
Das Werk einschließlich aller Inhalte ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder Reproduktion (auch auszugsweise) in irgendeiner Form (Druck, Fotokopie oder anderes Verfahren) sowie die Einspeicherung, Verarbeitung, Vervielfältigung und Verbreitung mit Hilfe elektronischer Systeme jeglicher Art, gesamt oder auszugsweise, ist ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des oben genannten Autors bzw. der Autoren untersagt. Alle Übersetzungsrechte vorbehalten.

Diese Bücher könnten Dich auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.