iCats Kamikatze

iCats Kamikatze
Preis: 9,90 €
Autor:
Genres: Belletristik, Krimi & Thriller
Webseite: www.i-cats.de/kamikatze
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783958400481
Berlin. Katzen-Agentin Inghean verschwindet bei eigenen Ermittlungen zu Deutschlands größten Bauskandalen. Wider Willen macht sich ihr kranker Bruder Ian auf die Suche nach ihr und gewinnt mit Albino-Kater Maxim einen starken, aber glücklosen Verbündeten. Zusammen mit Hunde-Modezar Honeyball, Spatzen-Fliegerass Kilo Foxtrott, dem halben Regenwurm 3.1 sowie Xplode, der durchgeknallten Ratte mit zweifelhafter Begeisterung für Sprengstoff, bilden sie eine Eliteeinheit. Die heiße Spur führt die ungewöhnlichen Gefährten in die Kanalisation - mitten in den High-Tech-Überwachungsstaat ihres alten Bekannten Professor Sumo. Um Inghean aus dessen Klauen und der tödlichen Gefahr in einer Tierversuchsanstalt zu retten, zählt jede Sekunde. Doch in den Katakomben von Berlin lauert das Unheil schon auf sie … In diesem rasanten, humorvollen Katzenkrimi sind Zweibeiner Nebensache und Parallelen zu ihrer Welt natürlich rein zufällig!
Jetzt das Buch bei Weltbild.de kaufen.
Jetzt das Buch bei Thalia.de kaufen.
Jetzt das Buch bei ebook.de kaufen.
Jetzt das Buch bei Amazon kaufen.
Jetzt das Buch bei Amazon Kindle kaufen.

Leseprobe

Am Boden

„Nimm deine dreckigen Pfoten von meinem Schwanz!“ Inghean war fuchsteufelswild. In nur wenigen Sekunden war sie von Ratten umstellt worden. Sofort ging die bunt gescheckte Main Coon-Katze in Angriffsposition und suchte nach Rückendeckung. Doch da war nichts. Auf dem verlassenen Flur des Finanzministeriums für Liegenschaften und offizielle Prachtbauten, kurz „FLoP“ genannt, stand sie wie auf dem Präsentierteller. Die größten unter den Nagern packten zu und versuchten sie am Schwanz festzunageln. Inghean fauchte, drehte sich im Kreis und schnappte nach Ihnen. Einige hielten Abstand und hatten etwas in den Pfoten, das wie ein Blasrohr aus einer Filzstifthülle aussah. Schienen noch Jungtiere zu sein. Die KatzenGeheimBund-Agentin ahnte nicht, was das bedeuten sollte. Sie war zu beschäftigt, die Angreifer auf Abstand zu halten. Der Erste, der sie ansprang, wurde noch in der Luft zu ihrer Beute. Wie ein trockener Zweig brach sein Genick in ihrem Maul. Das hatte er davon! Befriedigt schleuderte sie den Leichnam in hohem Bogen an die blütenweiße Wand mit den Bildern von großen Bauvorhaben. Sie hatte nichts verlernt. Ihr Nahkampf-Ausbilder beim KGB wäre stolz auf seine Schülerin gewesen.

„Miautsch!“ Etwas Spitzes hatte sie in die Flanke gestochen. Verdammt, sie hatte nicht aufgepasst. Doch außer einer feuchten Papierkugel, gespickt mit kleinen Stacheln, sah sie nichts. Sie schnaufte verächtlich, ein kleiner Pieks im Bein war halb so wild. Kinderkram. Schnell zog sie das Ding mit spitzen Zähnen raus und tackerte den nächsten sprungbereiten Attentäter mit ihren scharfen Krallen fest. Ein riesiger Kerl.

„Wage es …“ zischte sie und schnappte zu … Das heißt sie wollte zuschnappen … Komisch. Die Ratte war ganz weich im Maul. Wie Watte. Sie bekam den Kiefer nicht richtig zu, um den Nager zu zerbeißen. Ein Sabberfaden lief ihr aus dem Maulwinkel. War der Stachel doch nicht so harmlos gewesen?

Ihr Opfer wand sich frei und griff an. Scheinbar auch das Signal für die anderen. Unter dem geballten Ansturm der Armee fing sie an zu schwanken. Die Angreifer sahen sofort den Schwachpunkt: Das lange, ungepflegte Fell wurde der KGB-Agentin zum Verhängnis. Die Ratten sprangen daran hoch und klammerten sich an den verfilzten Strähnen fest. Erst nur ein paar. Dann mehr und mehr. Bis die schlanken Beine der Katze das Gewicht kaum noch tragen konnten.

Inghean würde sich nicht unterkriegen lassen. Nicht von Ratten! Erhobenen Hauptes stand sie steifbeinig und stolz da – eine gefühlte Ewigkeit. Wie ein kätzisches Ehrendenkmal. Ihre Beine zitterten, sie wankte immer stärker. Um nicht zu fallen, suchte sie sich einen Fixpunkt an der Wand: die Skizze vom Flughafen Berlin Schönefeld. Sie allein hatte den Grund für sein Scheitern gefunden. Ebenso wie für die vielen weiteren Großbauvorhaben, die in Deutschland Ärger machten. Doch sie war zu weit gegangen. Würde sie ihr Wissen je weitergeben können?

Eins war klar: Wenn sie nicht heim kam würde sich ihr kleiner Bruder Sorgen machen. Fand er den versteckten Hinweis? Doch. Sicher fand er ihn! Ian war schlauer als alle, die sie kannte – auch wenn er ziemlich durch den Wind war. Traurig dachte sie an ihr einziges Familienmitglied und sein Handicap. Er war zum Hauskater geworden, weil er sich nicht mehr unter Seinesgleichen traute. Was würde werden aus ihm, wenn sie nicht mehr war?

Allein der Gedanke raubte ihre letzte Kraft. Die Pfoten knickten weg. In Zeitlupe brach sie auf dem kalten Steinfußboden zusammen. Es machte ihr Angst, dass die Ratten jetzt frei über sie hinweg liefen und sie nichts dagegen tun konnte. Inghean hatte ihre Kampfkraft und Klugheit überschätzt. Hilflos wie Gulliver in Lilliput lag sie auf dem kalten Stein an ihren eigenen Haaren von Ratten nieder gezurrt. Sie wollte sich aufbäumen, doch sie hatte keine Kontrolle mehr über ihre Glieder.

Zig kleine Pfoten zerrten die schlaffe Katze rückwärts über den polierten Granit. Andere entsorgten ihre gefallenen Kumpane und wischten fieberhaft den Gang sauber. Profis. In ein paar Minuten würde nichts mehr an den Kampf erinnern, der hier statt gefunden hatte.

Die Sieger tanzten der Katze hämisch vor der Nase herum und wetzten drohend ihre langen, gelben Schneidezähne. Säbelrasseln vor dem Feind. „Das war’s für dich, meine Hübsche“ flüsterte ihr der Anführer, der dem Tod nur knapp entronnen war, ins Ohr. „Schöne Grüße von Professor Sumo. Du hättest dich nicht mit ihm anlegen sollen, Dummchen. Jetzt gehst du an einen Ort ohne Wiederkehr!“

„Geh weg!“ seufzte sie schwach. Irgendjemand musste das Licht ausgemacht haben. So dunkel. Sie glitt ins Nichts.

Bewertung: 0.0 von 5 (0 Bewertung)
Sending
Seitenaufrufe: 22 mal Aufgerufen Am 27. September 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Bauskandale, Berlin, BND, Drogen, Humor, Katze, KGB, Krimi, Regierung, Tiere
Kommentare zum Buch Buch melden / Problem klären
Das Werk einschließlich aller Inhalte ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder Reproduktion (auch auszugsweise) in irgendeiner Form (Druck, Fotokopie oder anderes Verfahren) sowie die Einspeicherung, Verarbeitung, Vervielfältigung und Verbreitung mit Hilfe elektronischer Systeme jeglicher Art, gesamt oder auszugsweise, ist ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des oben genannten Autors bzw. der Autoren untersagt. Alle Übersetzungsrechte vorbehalten.

Diese Bücher könnten Dich auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.