Hinter der Maske

Hinter der Maske
Preis: 8,51 €
Autor:
Genre: Sachbuch
Webseite: www.Fecht-Hut.de
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781508968535
Fechten ist ein alter Begriff, jeder scheint darunter etwas anderes zu verstehen, doch was bedeutete er ursprünglich? Dieses Buch nimmt mit auf die Reise hinter die Maske des Fechters und seine Welt, die einst mit den viele Jahrhunderte alten Schriften eines heute unbekannten Meisters begann. Denn dies ist kein bloßes Technikbuch, hier geht es um das Denken hinter den Klingen. Was hat dieser Meister seinen Schülern mitgegeben? Können wir dieses Wissen heute vielleicht noch immer nutzen?
Jetzt das Buch bei Amazon kaufen.
Jetzt das Buch bei Amazon Kindle kaufen.

Leseprobe

Warum dieses Buch?

Sind denn nicht schon genug Fechtbücher auf dem Markt?

So wenige sind es ja nun tatsächlich nicht, die das Fechten mit dem Schwert wieder sichtbar machen. Doch es sind reine Technikbücher, die nur die Kampftechniken der alten europäischen Meister wieder aufleben lassen und dieses alte Kampfsystem zu neuer Blüte treiben wollen.

Was gerade bei den deutschen Handschriften recht einfach ist, schrieben doch die Autoren recht pragmatisch und schnörkellos direkt auf die Techniken zu, ohne sich wie in späteren, oftmals italienischen Schriften in Selbstlob oder Hymne auf das Fechten als Kunst zu ergehen.

Einfach war die Sprache der deutschen Meister gehalten und die sogenannten Glossen sollten dem Schüler schnellen effizienten Rat geben können.

Also habe ich genau wegen dieser Geradlinigkeit für die kommenden Kapitel die älteste bekannte Handschrift in deutscher Sprache genommen. Übrigens sind die meisten erhaltenen Fechtschriften des Spätmittelalters in deutscher Sprache verfasst worden, aber allesamt nach der hier genutzten entstanden. So schien mir diese dem Ursprungsgedanken am nächsten zu sein.

Zuerst ordnete man die Zeilen einem Meister namens Hanko Döbringer zu, doch ist man sich inzwischen nicht mehr sicher und nutzt das Kürzel HS. 3227A für einen unbekannten Meister.

Ich nenne ihn statt der abstrakten Benennung einfachheitshalber den Meister (die bürgerlichen Namen der Künstler oder Schreiber wegzulassen war in der Gotik üblich), so kommt er hier nun unbekannter Weise wieder zu Wort.

Dieser namentlich unbekannte Meister zeigt als Erster sehr schön, was man mit einem langen Schwert wirklich alles machen kann, und er erklärt wesentlich mehr Grundregeln als die späteren Meister, die wohl davon ausgingen, dass der Leser diese schon verinnerlicht hatte.

So bekommt man bei dieser Handschrift einen guten Einblick in die Techniken. Man kann mit ihr schon sehr viel über das Fechten selbst lernen.

Aber da war noch eine andere, leisere Seite, an der man all zu leicht vorbei eilt in der Hoffnung, möglichst schnell besonders tollen Kampfsport zu lernen. Es ist eine besorgtere Seite, eine, in der der Meister immer wieder dem Schüler auch über den Kampf hinaus Rat zu geben scheint, denn der Kampf beginnt und endet eben nicht an der Klinge. Diesen leiseren Tönen folgt dieses Buch, vergleicht sie mit dem, was gelehrt werden soll, und schlägt eine Brücke von der alten Zeit ins Jetzt.

Auch einen kleinen Einblick hinter die Maske des Fechters zu geben, was Gefecht beinhalten kann, will dieses Buch leisten. Es will zeigen, was Fechten für eine mentale Leistung darstellen kann und wie viel dahintersteckt, es dabei zu etwas zu bringen, oder sich im besten Falle, was dazugehört, sich sogar selbst zu meistern. Denn Fechten hört nicht an der Hallentüre auf; es begleitet den Lernenden mit in sein Leben, in seinen Alltag hinaus.

Was für eine Leistung es war, solch eine offensichtlich effiziente Kampfkunst überhaupt am Leben zu halten und zu überliefern, wird sich beim Lesen auch ein bisschen zeigen, denn das System und das Denken ist einerseits sehr direkt, aber andererseits wie die zwei Schneiden des Schwertes auch immer zweischneidig. So lassen sich im Original nicht nur unterschiedliche Textpassagen auf verschiedene Art und Weise verknüpfen, sondern auch im Fechten selbst je nach Situation die Techniken unterschiedlich anpassen, was einen bisweilen verschlungenen Schreibstil ausmachen kann, der bei den Originalen, immer schön in einem alten Umgangsdeutsch geschrieben, dann immer wieder von wiederholenden Ermahnungen unterbrochen wird, die bis heute nichts an ihrer Gültigkeit verloren haben.

Doch zu aller erst ein kleiner Einblick in das, was historisches Fechten eigentlich ist und wie es zu dieser kleinen doch unerwarteten Renaissance kam.

Bewertung: 5.0 von 5 (2 Bewertung)
Sending
Seitenaufrufe: 219 mal Aufgerufen Am 15. April 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Fechten, Geist, Historisches, Kampfkunst, Körper, Philosophie, Schwert, Training
Kommentare zum Buch Buch melden / Problem klären
Das Werk einschließlich aller Inhalte ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder Reproduktion (auch auszugsweise) in irgendeiner Form (Druck, Fotokopie oder anderes Verfahren) sowie die Einspeicherung, Verarbeitung, Vervielfältigung und Verbreitung mit Hilfe elektronischer Systeme jeglicher Art, gesamt oder auszugsweise, ist ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des oben genannten Autors bzw. der Autoren untersagt. Alle Übersetzungsrechte vorbehalten.

Diese Bücher könnten Dich auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.