Hinter den Kulissen – Wenn Worte zu Geschichten werden

Hinter den Kulissen – Wenn Worte zu Geschichten werden
Preis: 3,99 €
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Genre: Belletristik
Webseite: http://autorenimnetzwerk.com
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781517735005
Es war ein ganz normaler Tag in der Facebook-Gruppe Autoren_Netzwerk. Diskussionen über Schreibblockaden, korrekte Grammatik und Marketingstrategien standen auf der Tagesordnung. Dann war plötzlich die Rede von einer gemeinsamen Anthologie. Schnell wurde klar, dass es hierbei nicht nur um heiße Luft ging, sondern alle außerordentliches Interesse zeigten. Zahlreiche SchriftstellerInnen beteiligten sich an der Erstellung eines Konzeptes und somit war der Startschuss für die Autoren_Netzwerk-Anthologie gegeben. Wir einigten uns darauf, den Gesamterlös einem wohltätigen Zweck zukommen zu lassen - der Stiftung ‚Brot und Bücher‘ von Tanja und Werner Kinkel. Unser Dank gilt allen Beteiligten, AutorInnen, LektorInnen, CoverdesignerInnen, für ihren unermüdlichen und freiwilligen Einsatz, um diese Anthologie möglich zu machen.
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Leseprobe

Verdammt!, … schoss es ihm durch den Schädel, während er versuchte, sich aufzurichten. Sein Kopf schrie ihn an, als wäre er von einem Hammer getroffen, und die Wände schlingerten für einen Moment wie das Innere einer Seifenblase. Seine Hände schnellten an die Schläfen und massierten mit kreisenden Bewegungen Klarheit in den Schädel. Die Augen zusammenkneifend legte sich die Stirn in Falten, als er versuchte, die Erinnerungen zu sortieren. Die letzten Schatten verschwommener Traumbilder – kleine Fetzen nur – galten seiner Mutter. Er hatte sie lange nicht mehr gesehen. Der einzige Kontakt, den es noch gab, bestand aus ritualisierten Postkarten. Einmal im Jahr ein »Hallo«, mehr nicht. Früher gab es Gespräche. Früher, da er klein war. Heute wohnt sie in einem dieser Altersheime … unten in Bayern.

Schönes Haus. Habe Fotos gesehen. Mit Garten dran und so. Dieses Heim ist nicht schlecht. Das Essen steht auf dem Tisch. Es sind Leute da, die sich um sie kümmern. Hier, bei mir, hätte sie auf dem Sofa pennen müssen. Das Essen würde der Service machen, denn nebenbei habe ich keine Zeit.

Nachdem ihm seine Gedanken bewusst wurden, versenkte er sein Gesicht noch einmal tief im Kissen. »Man«, ertönte gedämpft seine Stimme, »meine Mutter, so ein Blödsinn!« Er warf die Bettdecke zurück. Dann zwang er seinen Oberkörper in die Höhe und ließ seine Beine über die Bettkante hinabgleiten. Im ersten Moment rebellierte sein Kreislauf, und es fühlte sich an wie eine Gänsehaut im Magen. Irgendwas schwappte darin umher und ließ ihn aufstoßen.

Hätte gestern Abend aufhören sollen, derweil ich von dem, was die Kleine sagte, nur noch ihre Blicke wahrnahm. Wie ging es weiter? Bier? Amy? Amanda? … Egal! Sie war voll gut drauf, soff fast wie ich und tanzte mit den Händen in der Luft herum, dass mir das Blut im Körper qualmte. Tür. Genau, da war eine Tür! Und sie griff durch die Scheibe. Dachte mir: Krass, was für eine Sauerei! Wollte ja mit hoch und bei ihr pennen. Mal sehen, was mit der Kleinen noch so abgeht. Traute ihr alles zu. Bin ich mit hoch? Sie schrie …

»Scheiße!«, … mein Kopf. Wie das hämmert!

Das Licht im Bad flackerte, als er mit der Faust auf den Schalter schlug. Am Waschbecken hielt er seinen Schädel unters kalte Wasser. Erleichtert atmete er aus. Nachdem der Schmerz nachließ, richtete er sich auf und wischte mit der flachen Hand – für einen Blick in den Spiegel – das Wasser aus seinem Gesicht. Doch spürte er schon wieder, wie sich der Schmerz leise aus dem Hintergrund nach vorn in die Stirn grub.

Hilft ein Bier? Keine Zeit. Mann, ich muss zur Schicht! O.K., wie war das gestern?

»Reiß dich zusammen!«, zischte er sein Spiegelbild an. Er schüttelte seinen Kopf, dass die Wassertropfen aus seinem Haar in alle Richtungen spritzten und vom Spiegel herabperlten.

Wir haben gefeiert ohne Ende. Gesoffen. Diskutiert … nicht lange, gebe das auf, wenn es zu lange dauert. Hatten wir Sex? Und wie bin ich Heim gekommen? Langsam jetzt! Also, wir waren bei ihr. Krochen die Treppe rauf und klingelten. Ja genau, sie hatte keinen Schlüssel. Wir klingelten, und dieser versiffte Penner im Unterhemd von nebenan kam raus und schrie irgendwas von Arbeit und drei Uhr morgens. Wir machten uns ´ne Party aus seinem wütenden Gesicht und gingen. Zu mir.

»Scheiße!«, Aspirin alle.

Laut krachend knallte er den Plastikschieber unter dem Spiegel zu, und dann passierte es. Das lauteste Geräusch, das er in seinem Leben gehört hatte. – Die Klingel der Wohnungstür.

»Das darf nicht wahr sein!« Mit letzter Kraft schleppte er sich zur Tür und öffnete.

»Gestern zulange gefeiert, Weinmann?«, begrüßte ihn Hesse. Das Bild, das sich diesem bot, ließ ihn schadenfroh grinsen.

Weinmann stand da und sah aus wie ausgekotzt. »Mann, schrei nicht so! Hab‘ genug zu kämpfen. Was steht an? Wo müssen wir hin?«

»Keine Ahnung. Müssen wir noch rausfinden.« Hesse stieß ihm gegen die Schultern und schob ihn beiseite, dann ging er einfach an ihm vorbei.

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Seitenaufrufe: 120 mal Aufgerufen Am 4. Juli 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Anthologie, Gedichte, Kurzgeschichten
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