Himmelsfeuer

Himmelsfeuer
Preis: 3,99 €
Autor:
Genre: Fantasy
Webseite: www.blog-und-stift.de
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als E-Book
Die 18-jährige Caelidh führt ein Leben im Verborgenen: Sie gehört der Schwesternschaft der Klinge an, einer verbotenen Vereinigung von gelehrten Kriegerinnen. Ihr zurückgezogenes Leben im Exil findet ein jähes Ende, als sie von einem Überfall auf ihr Heimatdorf erfährt: Soldaten haben es verwüstet und ihre geliebte Schwester Fianna verschleppt, um sie dem König als Sklavin zu bringen. Einzig Fiannas verzweifelter Ehemann bringt den Mut auf, gemeinsam mit Caelidh das Unmögliche zu wagen: Sie wollen Fianna befreien. Doch das ist nur der Anfang eines beschwerlichen, gefahrvollen Weges ins Ungewisse...
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Prolog

Gileond gürtete sein Schwert, ehe er sich prüfend im Spiegel musterte. Er schnippte einen Krümel von seinem mit Silberfäden bestickten Wappenrock und lächelte zufrieden. Seine tadellose Erscheinung würde niemals an Bedeutung verlieren – niemals, solange er Wächter des Königs war. Zwar hatte seine Mutter einmal gemeint, er sollte eher etwas Nützliches erlernen wie ein Handwerk, doch Gileond war der Meinung, daß es überaus nützlich war, das Leben des Königs zu schützen. Seit nunmehr vier Jahren ging er dieser Aufgabe nach und er tat es jeden Tag mit demselben Stolz und immer gleichbleibender Freude.

Mit polternden Schritten lief er die Treppe hinab und spähte in die Küche. Staub tanzte im Licht der Morgensonne, die durch das hohe, schmale Fenster in den zentralen Raum des kleinen Hauses fiel. Seine Mutter saß am Tisch und knetete Teig für frisches Brot.

Sie schaute auf, als Gileond die Küche betrat und aus einem Korb den Rest des Brotes vom Vortag stibitzte. „Möchtest du ein Stück Käse dazu?“ fragte sie augenzwinkernd.

Der blonde Bursche schüttelte den Kopf und biß ein Stück vom Brot ab. Zwar würde es frisches Brot im Palast geben, aber bis er dort eintraf, wäre er ohne einen Bissen im Magen elendig verhungert, da war er sicher.

Er schluckte und winkte ab. „Bin spät dran, aber danke. Ihr wißt, ihr müßt heute Abend nicht auf mich warten.“

„Das tun wir doch gern“, widersprach seine Mutter. „Und gib Acht auf dich.“

Gileond nickte beiläufig, hob die Hand zum Gruß und verschwand. Das sagte sie jeden Morgen, wurde dessen wohl niemals müde. Aber er hatte einen Eid geschworen, im Notfall sein Leben für das des Königs zu opfern.

Er warf die Tür hinter sich zu und eilte schnellen Schrittes über das unebene Straßenpflaster Samacias, der Hauptstadt des Königreiches Untosia. Aus einem offenen Fenster drang Kindergeschrei an seine Ohren, er vernahm Gelächter. Während er den Kanten Brot verspeiste, nickte er den Passanten zum Gruß zu und wich einem Händlerkarren aus, der zahlreiche Ballen grauer Wolle transportierte. Eine Frau schrubbte die Fensterläden ihres Hauses, eine andere hastete mit einem Korb in der Hand an ihm vorüber.

Es dauerte nicht lang, bis auch er den Marktplatz erreichte. Dicht an dicht drängten sich die Stände der Händler, es roch nach Rauch, Brot und einer verräterischen Spur Apfelwein, die aus einem nahen Gasthaus auf die Straße drang.

Gileond hielt sich nicht lang am Markt auf, warf den Händlern einige neugierige Blicke zu und verschwand im Gewirr der folgenden Straßen. Bald wichen die kleinen, verwitterten Fachwerkhäuser mit ihren Lehmwänden den prachtvollen Häusern der reichen Händler, die aus glattem Gestein erbaut waren und ausnahmslos Fensterscheiben aus Glas hatten. Vornehme Leute in teuren Kleidern begegneten ihm zu Fuß oder zu Pferd, eine Kutsche fuhr an ihm vorüber. Gileond atmete tief durch und schaute den Schwalben hinterher, die über seinem Kopf dahinschwirrten und lärmend in einem Dachstuhl verschwanden.

Die Straße verbreiterte sich zu einer Allee. Hier begegneten ihm keine gewöhnlichen Passanten mehr, ihm fielen nur zwei seiner Kameraden ins Auge, die sich ebenfalls beeilten, ihren Dienst anzutreten.

Gileond war eines der jüngsten Mitglieder der Wachmannschaft und nahm seine Aufgaben umso ernster. Er nickte den Torwächtern freundlich zu, als er den Hof des Palastes betrat und eilte an den Stallungen vorbei zum Hintereingang des Ostflügels, der zum Wachraum führte. Der Palast erstrahlte im Licht der warmen Morgensonne, die das riesige Gebäude aus Sandstein golden leuchten ließ. Zwei Gärtner eilten an ihm vorüber in den von Bäumen gesäumten Hof, von dem aus ein kieselbedeckter Weg zum Haupttor des Palastes führte. Auf den Mauern und vor den Türen standen Wächter, die allesamt die gleiche Kleidung trugen wie Gileond: schwarze, fast kniehohe Lederstiefel, helle Hosen, eine einfaches Hemd und darüber der nachtblaue Wappenrock mit dem Siegel des Königs.

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Seitenaufrufe: 34 mal Aufgerufen Am 9. Februar 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Abenteuer, Fantasy, Freundschaft, Gefahr, Liebe, Spannung
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