Himbeerpaule

Himbeerpaule
Preis: 6,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Kinder & Jugend
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781500589288
Dem liebenswerten Volltrottel Paul passiert ein Missgeschick nach dem anderen. Keiner nimmt ihn so richtig ernst. Sein Fahrrad ist kaputt und das schönste Mädchen der Welt behandelt ihn wie Luft. Das ändert sich jedoch vollkommen, als er bei einer Dummheit erwischt und bestraft wird.
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Pauls Fingerspitzen waren schon ganz weiß, so fest schnitt ihm das Gummiband in die Haut. Entschlossen legte er einen kleinen Kieselstein hinein und zog das Gummi noch ein Stück weiter zu sich heran. Dann zielte er auf Martin, der mit seinem Rucksack in der Hand vor der Tür zum Schulgebäude stand und mit Justin und Sebastian redete. Alle drei lachten.

Hastig warf Paul noch einen Blick nach rechts und links. Die dichten Himbeerbüsche waren eine gute Tarnung. Niemand nahm Notiz von ihm. Das einzig Blöde waren die Dornen an den Zweigen.

Paul schluckte die saure Himbeere hinunter, auf der er schon eine Weile herum kaute. Aufgeregt leckte er sich über die Lippen. Die Zunge klemmte ihm noch im Mundwinkel, als er die Kugel abfeuerte.

„Treffer!«, murmelte er stolz, als Martin zusammenzuckte.

Besonders schön fand Paul den hohen Bogen, in dem Martins Rucksack davon flog. Ein paar Hefte machten sich sogar selbständig und segelten ein gutes Stück weiter hinten auf das graue Schulhofpflaster. Was für eine Show! Triumphierend kicherte er. Bis Martins Blick ihn streifte.

Schnell duckte er sich. Doch nicht schnell genug.

„Alter!«, schrie Martin mit finsterer Miene.

Andere Stimmen schlossen sich an: „Paul!«

Natürlich hatten sie ihn sofort entdeckt. Bei seinen Außenmaßen war das ja klar.

„Paaauuuul!«, wiederholte Martin und hielt ihm eine Faust entgegen. „Du fettes Schwein!« Er bückte sich nach dem Geschoss.

Paul verlor das Gleichgewicht. ›Scheiße!‹, dachte er. ›Himbeeren sind doch keine gute Tarnung.‹ Vergeblich versuchte er, sich an einem Ast festzuhalten. Er rutschte ab. Kleinere Zweige knackten, zerbrachen und schrammten an seinen Handflächen entlang. Während er vor Schmerz die Zähne zusammenbiss, schlug sein Hintern mit einem dumpfen mpf auf dem Boden auf.

„Huuuh«, stöhnte er – zum ersten Mal in seinem Leben wirklich froh über die dicken Polster in den Pobacken.

Dann hörte er das Getrampel vieler Kinderfüße auf sich zurasen und stand auf, so schnell er konnte. Was bei seiner Körperfülle nicht einfach war. Im Gegenteil. Es glich geradezu einem Kunststück, spontan runde 80 Kilo hochzuwuchten, wenn man nur 1,51 Meter groß und 11 Jahre alt war.

„Scheieieiße«, stöhnte Paul panisch. Keuchend wischte er den gröbsten Schmutz von den aufge-schrammten Händen an der Hose ab.

Als er endlich aufrecht stand und sieben Jungs mit der unübersehbaren Mia heranstürmen sah, hielt er kurz die Luft an. Ihm schlug das Herz bis zum Hals. Kläglich wisperte er: „Aaalter!«

Ihm war klar, dass seine Hände das kleinste Problem waren, wenn sie ihn in die Finger bekamen. Und er wusste, dass er besser sofort abhauen sollte. Doch das einzige, was sich an ihm bewegte, waren seine Augen, die immer größer wurden.

Martin war der erste, der ihn erreichen würde. Höchs-tens 10 Schritte war er noch entfernt. Hinter ihm rann-ten Mia, die alle anderen um mindestens 10 cm über-ragte, der dürre Swen und der rothaarige Sebastian auf ihn zu. Sie schwangen ihre Schultaschen über den Köpfen und riefen sowas, wie: „Yippie!«, und: „Jetzt kriegst du ein paar Fettbeulen, du Kloß!«

„Was sind denn Fettbeulen?«, fragte jemand.

Mehr konnte Paul auf die Schnelle nicht erkennen. Er hielt die Luft an. Keine fünf Schritte und Martin würde ihn erreicht haben. In Gedanken spürte Paul schon dessen Faustschläge im Gesicht.

Zwei oder drei Schritte noch, dann würde Martin ihn zu Boden schicken. Automatisch verkrampfte sich Pauls Magen. Schützend legte er den einen Arm vor den Kopf und den anderen vor den Bauch. Er sackte bereits in die Knie, bevor ihn die erste Berührung streifte.

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Seitenaufrufe: 47 mal Aufgerufen Am 8. Februar 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Computerspiel, Dick, Fahrrad, Geld verdienen, geschiedene Eltern, Gitarre, Schule, Schwimmen, Theater
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