Grauzone Erde – verschlagene Freunde

Grauzone Erde – verschlagene Freunde
Preis: 4,99 €
Autor:
Genres: Krimi & Thriller, Science-Fiction
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9780692237038
In einer nahen Zukunft teilen sich die Menschen ihren Planeten mit Außerirdischen. Doch der Schein trügt, die Fremden, die sich Freunde nennen, haben den Menschen zwar zu Frieden und Wohlstand verholfen, doch alles hat seinen Preis. Eines Tages erfährt der junge Student Cedric Sato von den üblen Machenschaften der Freunde und wie sie die Menschen unter Kontrolle halten und bei Bedarf sogar mit Medikamenten ruhigstellen. Er beginnt, auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen und wird immer tiefer in die dunklen Machenschaften der Regierung und des Sicherheitsdienstes verstrickt ...
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Es war schon dunkel, als wir uns auf den Weg machten. Die blinkenden Leuchttafeln in der Straße wetteiferten bereits darum, Passanten in Geschäfte zu locken und sie mit Dingen zu überhäufen, von denen sie noch gar nicht wussten, dass sie sie kaufen wollten. Ich betrachtete die Menschen auf der Straße. Mir fiel auf, wie leer der Blick vieler und wie monoton ihre Bewegungen waren, aufgeschnappte Unterhaltungen klangen hohl und gezwungen. Ich überlegte, ob mir das früher nur nicht so aufgefallen war, ob sie sich verändert hatten oder ich mich.

Professor Kyle Brenner spazierte neben mir, seine Frau Beatrix umschlang seinen Arm. Auf Fremde hätten wir wohl wie eine Familie gewirkt: Die Eltern gingen mit ihrem erwachsenen Sohn einkaufen. Brenner schritt langsam, aber zielstrebig. Mit seiner gedrungenen Gestalt und dem kurzen Hals sah er immer etwas schlurfend und geduckt aus. Beatrix ging aufrecht und voller Elan nebenher, was sie viel jünger erscheinen ließ. Auch wiesen ihre fülligen kupferroten Haare im Gegensatz zu den dunklen Locken ihres Mannes noch kein Weiß auf. Vielleicht waren sie gefärbt, was ich bei dieser Farbe jedoch bezweifelte.

Mir war noch immer nicht richtig bewusst, warum ich das eigentlich tat, warum ich meinem Chemieprofessor und dessen Frau an diesem Abend alleine durch die Straßen folgte.  Zu viel war geschehen in den letzten Tagen, sodass ich mit Nachdenken nicht mehr hinterherkam.

„Wir sind bald da, Cedric“, meinte der Professor jetzt. „Es ist hier in der Nebenstraße.“

„Wohnen Sie hier?“, fragte ich irritiert. Diese Gegend war nicht gerade für ihren guten Ruf bekannt, geschweige denn geeignetes Wohngebiet für einen Pädagogen.

„Nein“, meinte Brenner. „Hier unten ist ein Lagerraum, den ein Bekannter für uns gemietet hat.“

Das klang seltsam, aber ich erwiderte nichts.

Er führte uns eine alte Steintreppe hinab, die von der Straße aus in einer ausrangierten Tiefgarage endete, und schloss die Metalltür auf. Es roch muffig nach modrigem Regenwasser und Urin, doch hinter der Tür ließ der Gestank nach. Wir gingen einen Gang entlang, der mit alten Neonröhren schwach beleuchtet war, von denen einige nur lustlos flackerten.

„Wir kommen ab und zu hierher, um einfach mal alleine zu sein“, sagte Beatrix lächelnd. „Hier unten gibt es keine Kameras.“

„Keine Kameras?“, wunderte ich mich. „Ist das denn nicht gefährlich?“

„Wieso gefährlich?“, fragte Frau Brenner zurück.

„Nun ja, wenn ein Verbrechen geschehen sollte, könnte man es ohne Kameras nur schwer aufklären.“

„Dann hoffen wir mal, dass kein Verbrechen geschieht“, meinte der Professor nur. Seine Stimme klang beinahe zynisch.

Wir gingen an etlichen Kellertüren vorbei, die mit Nummern versehen waren. Vor der Tür mit einer aufgemalten 23 blieb er stehen und schloss auf.

„Hereinspaziert“, sagte er freundlich. Ich zögerte, mir wurde jetzt doch etwas mulmig, so lange kannte ich die beiden schließlich noch nicht.

„Keine Angst“, lachte Beatrix. „Wir wollen Ihnen wirklich nur die Unterlagen zeigen.“

Ich nickte und trat vorsichtig ein. Immerhin war ich einen guten Kopf größer als der Professor und beherrschte Karate, die beiden würden mich selbst zu zweit nicht so einfach überwältigen können.

Kyle führte uns in einen recht großen Lagerraum und schaltete das Licht an, das hier drinnen von hellen und, wie ich fand, weitaus freundlicheren LED-Lampen erzeugt wurde. Der Raum war vollgestopft mit Regalen und Kartons, aber auch ein Schreibtisch und eine Couchecke befanden sich darin. Es war eigentlich ganz gemütlich.

„Setzen Sie sich“, sagte Beatrix dann und wies auf das alte Sofa. „Ich hole die Mappe, ich weiß in etwa, wo sie ist. Das kann aber ein paar Minuten dauern“, zwinkerte sie. „Ich muss erst ein paar Kartons umschichten.“

Als sie hinter den Regalen verschwunden war, holte Kyle eine Flasche aus dem Schreibtisch, und drei Gläser, die wirklich winzig waren. Dann setzte er sich zu mir auf die Couch und stellte alles auf den kleinen Tisch. Er füllte zwei der drei Gläser mit einer dunkelroten Flüssigkeit.

„Auch einen Schluck?“, fragte er und wies auf das noch leere Glas.

„Was ist das?“

„Alkohol.“

„Aber … aber das ist doch illegal!“

„Na und?“

„Alkohol ist ein Zellgift, macht einen aggressiv und tötet!“ Kaum hatte ich das ausgesprochen, fiel mir selbst auf, dass es wie auswendig gelernt klang.

„Nur, wenn man es übertreibt“, winkte der Professor unbeirrt ab. „Ab und zu ein bisschen ist völlig ungefährlich. Um wirklich süchtig zu werden, bräuchten wir mehr, als wir uns je leisten könnten.“

„Trotzdem ist es verboten.“

„Junge, ich halte nichts von den Gesetzen des Staates. Ich sehe ein, dass Verbrecher, die Menschen Leid zufügen, verfolgt werden müssen, aber dann hört es auch schon auf. Wenn ich mit meinen Handlungen keinem anderen schade, werde ich tun und lassen, was ich will.“

Ich schwieg nur betreten.

„Wollen Sie ihn jetzt mal versuchen oder nicht?“, fragte er schmunzelnd.

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Seitenaufrufe: 91 mal Aufgerufen Am 6. März 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Außerirdische, Dystopie, Unterdrückung, Unterwanderung
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