Götterflucht

Götterflucht
Preis: 2,49 €
Autor:
Genre: Science-Fiction
Webseite: http://olis-weite-welt-des-wahns.blogspot.com
Erscheinungsjahr: 2017
Erhältlich: Als E-Book
2615: Lyandra Bridges und ihr Team werden von ihrem Arbeitgeber, dem Großkonzern BRIACO, nach Pulvis geschickt, um zu prüfen, ob sich auf dem Kolonieplaneten der Abbau seltener Erze lohnen könnte. Schnell stellen sie fest, dass dort in den Tiefen des Alls eine Bedrohung für die Menschheit lauert. Werden auf Pulvis tatsächlich die Deinoiden angebetet? Oder treffen Lyandra, ihre jüngere Schwester Jayla, Reg Harting und der Wissenschaftler Jacob Lyle auf ein noch gefährlicheres Erbe aus der Rebellion der Digger?
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Leseprobe

Kapstadt, Zentrale der BRIACO, 2615

Ihre Schritte hallten auf dem glänzenden Marmorboden, obwohl Lyandra Bridges sich bemühte, leise aufzutreten. Wofür es keinen Grund gab. Sie war nicht in geheimer Mission unterwegs, musste sich nicht verstecken.
Es war einfach die Umgebung, die sie nervös machte. Sie fühlte sich unwohl. Es kam ihr vor, als würden die vorbeieilenden Menschen sie ansehen und von oben bis unten mustern.
Sicher, der eine oder andere Blick wurde ihr zugeworfen. Ihr feingeschnittenes Gesicht, das von schulterlangem, blauschwarzem Haaren umweht wurde, sorgte ebenso dafür, wie ihr sportlicher, schlanker Körper. Doch die Aufmerksamkeit, verflog, wenn das Auge des Betrachters ihre Kleidung in Augenschein nahm. Allerdings traf das nur auf diese Umgebung zu.
Ihr zweckmäßiger Raumanzug, den sie bei allen Einsätzen trug, passte nicht zu den Anzugträgern in der Zentrale der BRIACO. Er verriet, dass sie anders war als die Geschäftsleute. Und die blieben eben gern unter sich. Egal, wie hübsch das Gesicht ihres Gegenübers war.
Lyandra war es egal. Sie legte keinen Kontakt auf Bekanntschaften in dieser Szene, die vor Standesdünkel nur so trotzte. Dass sie im Endeffekt denselben Arbeitgeber hatte, spielte dabei erst recht keine Rolle.
Sie war hier, um ihren Auftrag entgegenzunehmen. Zumindest ging sie davon aus. Um etwas anderes konnte es sich nicht handeln. Normalerweise wurden ihr die Aufgaben übermittelt. Dass sie jetzt persönlich zu Jendram Prakash kommen sollte, verwunderte sie. Es musste sich also um einen ganz speziellen Auftrag handeln.
Aber um was für einen? So sehr sie sich ihren Kopf zerbrach, sie fand keinen Anhaltspunkt. Die Zwanzigjährige, die zu den jüngsten Schiffskapitänen der BRIACO gehörte, musste sich noch etwas in Geduld fassen.
Je mehr Kontrollpunkte sie passierte, desto leeren wurden die Gänge. Von Etage zu Etage sank die Zahl der Menschen, die eine Zugangsberechtigung zu den heiligen Hallen hatte.
Als sie im dreiundvierzigsten Stock aus dem Antigravlift trat, blickten ihr zwei dunkel gekleidete Wachmänner entgegen. Ihre Mienen verrieten nicht, ob Lyandras Auftauchen sie störte. Ihre Gesichter reglos, als wären sie aus Stein gemeißelt.
Lyandra zog ihre ID-Card hervor, der die Wachmänner ihre Berechtigungsstufe entnehmen konnten. Ihr Griff in die Tasche wurde misstrauisch beobachtet. Sie reichte dem kleineren der Männer die Karte. Er steckte sie in ein Lesegerät und schien mit der Überprüfung zufrieden zu sein, denn sie erhielt ihre Karte zurück. »Mrs. Silk wird Sie in Empfang nehmen«, sagte er.
Lyandra schritt durch den langen Gang, ohne den wertvollen Gemälden und Kunstgegenständen darin größere Aufmerksamkeit zu schenken. Das war nicht ihre Welt.
Kurz bevor sie die zweiflügelige Tür erreichte, hinter der Jendram Prakashs Refugium lag, wurde ihr geöffnet.
Eine ältere Frau im eleganten Hosenanzug trat heraus und betrachtete sie, während Lyandra ihr näher kam. Diesmal kam der Blick ihres Gegenübers wirklich einer Musterung gleich. Mrs. Silks Gesichtsausdruck war abschätzig wie immer. Es fehlte nur noch, dass sie eine Augenbraue hochzog und affektiert hüstelte.
»Mr. Prakash erwartet Sie bereits«, sagte Sylvana Silk anstelle einer Begrüßung. Sie war Prakashs Chefassistentin. Wie immer lag ein leicht schnippischer Unterton in ihrer Stimme. Als wäre Lyandra zu spät. Dabei war sie definitiv pünktlich.
Lyandra hatte schon bemerkt, dass die Silk vornehmlich Frauen mit dieser Ausdrucksweise bedachte. Vielleicht lag der Grund darin, dass das Alter die ersten Spuren an ihrem Körper hinterließ.
Mrs. Silk hatte die fünfzig hinter sich gelassen und war immer noch eine gutaussehende Frau. Sie war stets peinlich darum bemüht, jedes Anzeichen von Alterung zu verhindern. Ihr blondes Haar lag perfekt gestylt. Das Make-Up war dezent, konnte aber die kleinen Fältchen rund um die Augen nicht verdecken. Der sicher maßgeschneiderte Hosenanzug kaschierte ihre etwas zu breiten Hüften, dennoch konnte man erahnen, dass Sylvana Silk es verstand, das Leben zu genießen.
Der Zahn der Zeit nagt unaufhaltsam an dir, alte Schachtel, dachte Lyandra und musste sich ein Grinsen verkneifen.

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Seitenaufrufe: 23 mal Aufgerufen Am 19. Juli 2017 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Deinoid, Sci-Fi, vph
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