Gestatten, Kümmel. Von Beruf Katze

Gestatten, Kümmel. Von Beruf Katze
Preis: 3,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Humor
Erhältlich: Als E-Book
Nicht nur für Katzenfreunde, sondern für alle, die gerne lachen, schmunzeln, grinsen oder kichern. Vorsicht, Satire! Nicht nachahmen. Geschichten aus Kümmels Revier. Theo und seine graugetigerte Katze mit dem sonderbaren Namen Kümmel sind ein unzertrennliches Gespann, wobei Theo viel sonderbarer als der Name seiner Katze ist. Er unternimmt alles, um seinem pelzigen Liebling ein angenehmes und sorgenfreies Katzenleben zu bescheren und tritt dabei von einem Fettnapf in den anderen. Seine Frau Ulrike, der ruhende Pol in Kümmels Revier, tippt sich so manches Mal automatisch an die Stirn, wenn ihr Theo mal wieder das optimale Futter für seine Katze sucht, die Katzensprache erlernt oder den Nachbarkater Toni vertreibt. Aber nicht nur Theo und Kümmel leben im Katzenrevier, sondern viele andere skurrile Bewohner treiben dort ihr Unwesen. Der Autor Theo Graufell ist Texter und Schriftsteller und lebt nach einer glänzenden Karriere als Baumwollpflücker in Israel und Erntehelfer auf einer Tabakfarm in Zimbabwe mit Frau und Katze in der ländlichen Umgebung von Berlin.
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Leseprobe

Die Tür bleibt zu

„Wir sind uns also einig.“

Ulrike Vierauge setzte wieder diesen Gesichtsausdruck auf, den Ärzte automatisch bekommen, wenn sie ihrem Patienten mitteilen, warum eine Operation sinnlos ist. Es war ja auch keine Frage, sondern eine Feststellung. Eine endgültige Vereinbarung. Ich setzte meinen Gesichtsausdruck auf, der ein entschlossenes und konsequentes Handeln unterstreicht.

„Jawohl. Einig wie selten. Die Katze bleibt draußen. Unser Schlafzimmer ist komplett tabu für Kümmel.“

Ich lachte bewusst etwas schmierig.

„Hehe. Nicht nur die Katze braucht eine Rückzugsmöglichkeit, sondern wir auch. So für dies und jenes.“

Ulrike nestelte an ihrer Brille herum. „Darüber wollte ich sowieso mit dir reden. In letzter Zeit vermisse ich doch etwas, wie soll ich sagen, Initiative in dieser Angelegenheit von dir. Und grins nicht so schmierig.“

Sie seufzte tief. „Aber vielleicht reden wir darüber ein anderes Mal.“ Es gibt Themen, über die redet der Mann nicht so gerne und lenkt das Gespräch geschickt um.

„Kümmel, Du und ich haben uns alle fürchterlich lieb, aber Mensch und Tier schlafen getrennt. Schon aus Gründen der Hygiene.“

Dazu muss gesagt werden, dass wir ein kleines Häuschen mit großem Garten bewohnen und Frollein Kümmel, unsere halbstarke Katze, gern und lange ihr Revier erkundet. Und wer weiß, wo sie überall mit ihren Pfötchen hineintritt. Oben im ersten Stock unseres Hauses befindet sich ganz links Kümmels Zimmer. Ein voll ausgestattetes Zimmer mit Radio, Fernseher, Sitzgruppe und Bett. In seltenen Fällen wird es auch als Gästezimmer benutzt. Dort schläft Kümmel. In der Mitte der Etage ist unser Schlafzimmer und rechts daneben mein Arbeitszimmer mit kleiner Toilette und Waschgelegenheit. Natürlich in einem separaten Raum.

Diese unsere Absprache trafen wir bereits vor Kümmels Ankunft. Vernünftige Leute klären solche Fragen vorher, damit nachher keine Missverständnisse aufkommen. Wie bei unseren Bekannten Elvira und Robert. Die Schlafzimmerfrage wurde hier leider nicht vorher erörtert, was fatale Folgen hatte. Die zum Haushalt gehörende Katze „Puma“ machte es sich gerne im ehelichen Bett gemütlich und verdrängte so nach und nach den Herrn des Hauses. Bis es ihm eines Tages zu viel wurde.

„Elvira“, sprach Robert. „So geht es nicht weiter. Ich kriege nachts kein Auge zu. Entweder ich oder die Katze.“

Diese Entscheidung fiel Elvira gar nicht leicht. Bis zu seinem Auszug schlief Robert auf dem Sofa und nur wenig später holte sich Elvira einen ganz herzigen gestreiften Kater namens „Zeus“ aus dem Tierheim. Die drei lebten und schliefen glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende.

Nur ein paar Tage nach Roberts Auszug entschieden wir uns, einer kleinen Katze ein behagliches Heim zu schenken. Wir als bodenständiges Paar mittleren Alters haben feste Rituale, bevor wir schlafen gehen. Zuerst belegt meine Frau das Badezimmer, dann ich. In der Wartezeit verschließe ich Garten- und Haustüren und sehe überall nach dem Rechten. Dann verschwindet Ulrike im ersten Stock, während ich unserem Kümmelchen noch eine kleine nächtliche Mahlzeit zubereite. Nach der obligatorischen Napfreinigung gehe ich nach oben, dicht gefolgt von Kümmel, die irrtümlich vor der geschlossenen Schlafzimmertür halt macht und den Türgriff fixiert.

Jeden Abend schaut sie mich aus ihren gelben Augen an, in der ganz klar die Frage steht: „Habt ihr mich denn nicht mehr lieb? Warum darf ich nicht bei euch bleiben?“

Ich tätschele dann ihren Kopf und sage:  „Komm, kleine Kümmel, wir gehen in dein Zimmer.“

Sie folgt mir artig ins Gästezimmer und ich setze mich wie jeden Abend auf ihr Bett mit der karierten Decke. Mit einem eleganten Satz hüpft sie zu mir, ich halte einen Zipfel ihrer Schlafdecke hoch, unser Kätzchen kriecht in die behagliche Höhle, legt sich auf den Rücken und fängt an zu schnurren. Sie schließt ihre Augen und ich kraule wie jeden Abend ihr geflecktes Bäuchlein. Dann lösche ich das Licht und schleiche ganz leise ins benachbarte Schlafzimmer. So geht es jeden Abend in unserem wohlorganisierten Haushalt.

Vorletzten Mittwoch jedoch wachte ich mitten in der Nacht auf.

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Seitenaufrufe: 18 mal Aufgerufen Am 5. Dezember 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Humor, Katzenbuch, satire
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