Geliebtes fremdes Wesen

Geliebtes fremdes Wesen
Preis: 12,90 €
Autor:
Genre: Fantasy
Webseite: http://autorin-angela-zimmermann.jimdo.com
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783739246215
Die 25-jährige Linda ist glücklich, studiert und hat gute Freunde um sich, bei denen sie sich wohl fühlt. Doch das ändert sich im wahrstem Sinne, mit einem Wimpernschlag. Nun wird sie von einen Fremden verfolgt, bis sie den Mut findet, sich ihm gegenüber zu stellen. Dadurch wird es aber noch mysteriöser. Sie soll jemand anders sein und plötzlich hört sie auch noch Stimmen. Kann sie all diese Geheimnisse lösen und herausfinden, wer und wo die andere Frau ist? Und was ist mit dem Schmetterling, den nur sie sehen kann? Ist er ein Trugbild oder die Lösung? Kann er ihr sogar den Weg zeigen?
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1      

Ich rutsche auf der Bank hin und her und versuche mich zu konzentrieren, indem ich dem Stab, den Professor Wagner wie immer in einer unbeschreiblichen Monotonie schwingt, zu folgen versuche.

Meine Augen gehen den Bewegungen hinterher, aber es fällt mir immer schwerer, sie offen zu halten. Der gleichmäßige trockene Ton, mit dem der Professor die Paragraphen erklärt, ist noch zusätzlich einschläfernd. Er könnte sie doch an ein paar Beispielen darstellen, aber nein, es wäre dann wohl verständlicher für uns und das Lernen würde uns leichter fallen und vielleicht sogar noch Spaß machen. Uns Studenten soll es eben nicht zu gut gehen. Kurz bevor sich meine Augen schließen und meine langen blonden Haare nach vorn über mein Gesicht fallen, stupst mich Pia von der Seite an.

„Noch zehn Minuten, dann hast du es geschafft“, sagt sie und lächelt mich verschmitzt an.

Ich raffe meine Haare wieder nach hinten und schaue kurz auf die Uhr, dann heftet mein Blick wieder an dem Stab, und ich komme mir augenblicklich vor wie bei einen Hypnotiseur.  Mit aller Kraft halte ich die Augen offen, aber es funktioniert nicht. Mit einem lauten Knall schlägt mein Kopf auf der Bank auf. Blitzartig sitze ich wieder kerzengerade da und spüre, wie mir die Röte in das Gesicht steigt. Nervös streiche ich meine dadurch unordentlichen Haare glatt und schiebe sie hinter die Ohren. Der Professor bleibt abrupt stehen und klopft mit dem Stab auf sein Lesepult, denn es geht ein lautes Lachen quer durch den Hörsaal. Ich könnte mich vor Scham, vor allem wegen der immer weiter aufsteigenden Röte in meinem Gesicht, unter der Bank verkriechen. Sogar Pia dreht sich von mir weg und kann sich kaum beherrschen, um nicht zu lachen. Nach einem weiteren Schlag des Stabes beruhigt sich die Menge, sodass wieder die gewohnte Aufmerksamkeit und Ruhe bei den Studenten einkehrt. Mein Herz schlägt mir wie ein Hammer im Hals und ich brauche ein paar Minuten, um mich wiederzufinden. Als ich das einigermaßen geschafft habe, ist die Vorlesung zu Ende und die Studenten machen sich daran, den Hörsaal zu verlassen. Einige gehen kopfschüttelnd an mir vorbei, andere fangen nochmals an zu lachen. Ich sitze einfach nur da und lasse es über mich ergehen. Das ist mir noch nie passiert, auch wenn die Stunden bei diesem Professor immer ausgesprochen langweilig sind.

Was mache ich hier nur? Ich bin todmüde und übel ist mir auch noch. Hätte ich nicht lieber im Bett bleiben sollen? Warum habe ich es nicht einfach getan? Wen hätte es gekümmert, wenn ich einen Tag nicht da gewesen wäre? Die Fragen kreisen in meinem Kopf, ich bin dankbar, dass Pia sie unterbricht.

„Wir können jetzt auch gehen“, spricht sie mich an, denn der Saal ist schon menschenleer.

So packe ich meine Sachen zusammen. Als Letzte gehen wir hinaus, als mir plötzlich richtig übel wird. Mein Magen hängt mir fast in den Kniekehlen und er ist mit dem, was ich am Vorabend zu mir genommen habe, absolut nicht mehr einverstanden. Ich lehne mich an das Geländer vor der großen Treppe, die in die Eingangshalle führt, und versuche gleichmäßig und tief zu atmen. Zusätzlich breiten sich starke Kopfschmerzen aus und mir wird bei dem Blick auf die hinabführende Treppe schwindlig. Pia, die sieht, was los ist, steht sofort neben mir und stützt mich ab.

„Du hättest heute zu Hause bleiben sollen“, bemerkt sie und schaut mich mitleidig an.

„Wegen einer Geburtstagsfeier kann ich doch keine Vorlesung schwänzen“, entgegne ich ihr und denke daran, wie ich mir vor kurzem selbst noch die Frage gestellt habe, warum ich es nicht getan habe.

„Wir hätten am Sonnabend in deinen Geburtstag hinein feiern sollen.“

„Das wollte ich nicht. Nicht zu meinem Fünfundzwanzigsten.“

Bewertung: 5.0 von 5 (23 Bewertung)
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Seitenaufrufe: 357 mal Aufgerufen Am 2. März 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Fantasy, Paranormales, Übersinnliches
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