Für Königin und Vaterland

Für Königin und Vaterland
Preis: 3,49 €
Autor:
Genre: Krimi & Thriller
Webseite: www.blog-und-stift.de
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783739318677
Als ihre zehnjährige Tochter Julie nicht nach Hause kommt, weiß Profilerin Andrea, daß ihr etwas zugestoßen sein muß. Die Suche nach dem Mädchen verläuft jedoch zunächst erfolglos. Andrea glaubt ihre Tochter schon tot, als Julie überraschend und unversehrt nach Hause kommt. Durch gezieltes Nachfragen finden Andrea und Kollege Joshua heraus, daß Julie die Vorbereitungen eines terroristischen Anschlags mit immenser Tragweite beobachtet hat ...
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Christy schlug sich die Hand vor den Mund, um nicht laut loszuprusten.

„Guck mal, was die machen!“ wisperte sie zwischen ihren Fingern hindurch. „Er steckt ihr ja fast die Zunge in den Hals.“

Julie grinste breit und beobachtete das Schauspiel auf der nahen Parkbank genauso fasziniert wie ihre Freundin. Im Woodlands Park gab es immer eine Menge zu sehen, vor allem bei so schönem Wetter. Es war schon richtig warm, in der Luft lag der Duft von Frühling.

Ganz in der Nähe eines der großen Wege hatten Julie und Christy sich in einem Gebüsch auf den Boden gelegt. Inbrünstig hoffte Julie darauf, daß endlich etwas Verdächtiges passierte. Etwas, was sie Onkel Christopher hätte berichten können. Sie wollte ihm und der Polizei bei der Arbeit helfen. So wie eine Detektivin.

So wie ihre Mutter.

Christy kicherte schon wieder. Genau gegenüber auf der Bank saß ein pickliger Teenager mit seiner Freundin. Die beiden knutschten heftig und standen schon seit einigen Minuten im Mittelpunkt des detektivischen Interesses der beiden Mädchen. Ein wenig angewidert verzog Christy das Gesicht.

„Das sieht ja aus“, kommentierte sie kritisch.

Julie nickte stumm. Als der Junge seine Hand unter das T-Shirt seiner Freundin steckte, prusteten die Mädchen erstickt. Das Pärchen merkte noch immer nichts davon.

So funktionierte das also, dachte Julie. Merkwürdige Sache, dieses Knutschen. Mit allem, was dazugehörte. Julie stellte sich vor, wie sich das wohl anfühlte, was der Junge da mit seiner Freundin machte. Seltsame Vorstellung, von jemand anderem so angefaßt zu werden. Julie fand Jungs allenfalls nützlich zum Verhauen. Erwachsenwerden hatte höchstens einen mittleren Rang auf der Erledigungsliste inne.

„Komm.“ Christy gab ihr einen Wink. Julie folgte ihr so leise wie möglich, aber nicht leise genug. Das trockene Laub des Vorjahres raschelte verräterisch unter ihren Schritten. Aufgeschreckt starrte das Pärchen ins Gebüsch. Unerkannt und kichernd rannten Julie und Christy weg. Erst, als sie das Gebüsch auf der anderen Seite verlassen hatten, blieben sie lachend stehen.

„Das hat total komisch ausgesehen!“ fand Christy und schnappte nach Luft.

„Allerdings. Keine Ahnung, was daran so toll ist“, sagte Julie schulterzuckend.

„Nee, wirklich nicht“, stimmte Christy zu.

Amüsiert suchten die beiden sich ein anderes Gebüsch. Ein junger Mann mit Hund kam vorüber, gefolgt von einem telefonierenden Anzug, wie Christy respektlos kundtat. Diesen Anblick fanden beide Mädchen ziemlich witzig. Mit Headset und Aktentasche wollte der Manager unersetzlich wirken. Wenig später schlenderte ein älteres Pärchen den Weg entlang. Ein Junge, etwa im Alter der Mädchen, flitzte auf seinem Fahrrad vorüber.

Kurz darauf verließ ein Mann mit filzigen Haaren und in ungepflegter, abgetragener Kleidung den Weg und näherte sich dem Gebüsch. Julie und Christy hielten die Luft an und beobachteten ihn. Es dauerte nicht lang, bis ein weiterer junger Mann auftauchte.

„Hast du was?“ begrüßte er den ersten. Der hielt ihm die Hand hin. Nachdem sie etwas ausgetauscht hatten, ging der zweite wieder. Der erste wartete einen kurzen Moment und verschwand ebenfalls.

„Was war das?“ wisperte Christy.

„Das war bestimmt jemand mit Drogen!“ sagte Julie verschwörerisch.

„Hm“, machte Christy. „Was du alles weißt.“

Wieder mußte Julie an Christopher denken und überlegte, ob sie noch wußte, wie der Mann ausgesehen hatte. Vielleicht konnte sie das ihrem Onkel erzählen.

„Ich freue mich schon auf deinen Geburtstag“, riß Christy sie aus ihren Gedanken.

„Ich mich auch“, sagte Julie. „Hoffentlich regnet es nicht.“

„Ja, hoffentlich.“

In drei Wochen wurde Julie elf. Sie liebte es, Ende Mai Geburtstag zu haben, denn zu dieser Jahreszeit konnte man mit etwas Glück schon eine Gartenparty veranstalten. Ihre Vorfreude war riesig.

Vielleicht bekam sie ja diesmal endlich einen Hund.

In Christys Hosentasche piepte und dudelte eine Melodie. Sie zog ihr Handy heraus und verdrehte nach einem Blick aufs Display genervt die Augen. „Meine Mum.“

„Oh“, machte Julie und belauschte das Telefonat und Christys einsilbige Antworten mit halbem Ohr. Noch genervter als vorher steckte Christy das Handy schließlich wieder weg.

„Ich muß nach Hause“, brummte sie. „Mum will, daß ich noch für den Mathetest lerne.“

„Pff“, machte Julie und fügte sarkastisch hinzu: „Viel Spaß …“

„Danke“, erwiderte Christy in ähnlichem Tonfall und schlug sich aus dem Gebüsch. „Bis morgen.“

„Bis morgen“, rief Julie ihr hinterher und stand Augenblicke später ebenfalls auf. Allein im Park auf dem Boden zu liegen machte keinen Spaß. Sie kämpfte sich aus dem Gebüsch und schüttelte ihre langen dunklen Locken, um alle Zweige und Blätter loszuwerden.

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Seitenaufrufe: 53 mal Aufgerufen Am 21. Oktober 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Anschlag, London, Profiling, Psychothriller, Spannung, Terrorismus, Virus
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