Frostbiss

Frostbiss
Preis: 0,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Romantik
Webseite: http://oldsouls.de
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als E-Book
Die Liebe klopft immer bei jenen an, die sie am wenigsten erwarten. Dörte wusste nicht, dass ihr etwas fehlt, bis eine neue Schülerin in ihre Klasse kommt. Philippa ist schweigsam, unabhängig und bringt Dörtes Gefühlswelt durcheinander. Doch der zarten Liebe der zwei Mädchen stehen traditionelle Werte und persönliche Ängste im Weg. Wird es ihnen gelingen, diese zu überwinden? "FROSTBISS" Ein Roman über die erste Jugendliebe, Geduld und die Verantwortung, mit Herzen nicht zu spielen.
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Leseprobe

Wir schweben auf Wolke 7. In der Schule läuft alles nach Plan, meine Gefühle für Philippa blühen auf wie Hyazinthen und ich kann mich eigentlich über nichts beschweren. Ab und an mache ich mir Sorgen darüber, dass unsere geheime Beziehung ans Licht kommt, aber da wir sehr vorsichtig sind, lösen sich diese Bedenken mit der Zeit in Luft auf.

Wir sind wie Nachtfalter, wir fliegen nur zum Licht.

Ich verschwende auch nur noch wenige Gedanken an Uli, die mir die kalte Schulter zeigt. Nicht dass ich noch erpicht darauf wäre, mit ihr befreundet zu sein, nachdem sie mich eine perverse Kampflesbe genannt hat. Aber es schmerzt trotzdem tief in meiner Brust wenn ich daran denke, dass sie einst meine einzige Freundin gewesen ist und dass diese Zeiten vorbei sind. Es ist, als würde sie sich gar nicht mehr daran erinnern, während ich mich ab und an dabei erwische, wie ich in Nostalgie schwelge. Manchmal drängt es mich so sehr, mich mit ihr auszusprechen, dass ich gewillt bin, ihr früheres Verhalten zu entschuldigen.

Das ändert sich erst, als ich an einem Mittwoch nach der Schule in mein Auto steigen und nach Hause fahren will und dabei feststelle, dass meine beiden Vorderreifen platt sind. Ich stehe vor meinem Auto und starre die zusammengesackten Reifen an, während ich mich frage, wie es dazu gekommen sein kann. Mir kommt nicht einmal in den Sinn, dass jemand sie zerstochen haben könnte. Erst, als ich den angeklemmten Zettel unter meinen Scheibenwischern entdecke. Irritiert falte ich ihn auf und spüre, wie mir das Blut aus dem Gesicht weich.

M I S S G E B U R T

Mein Mund wird ganz trocken. Meine Hände zittern, mein Blick wird fiebrig und ich spüre ein festes Ziehen in meinem Bauch als würde sich ein Angelhaken in meinem Darm festsetzen. Die Worte verschwimmen vor meinen Augen und ich sehe mich um. Beobachtet sie mich? Will sie meine Reaktion feststellen?

Aber der Parkplatz hat sich bereits geleert. Philippa ist schon losgefahren, um ihre Geschwister abzuholen und ich habe niemanden, an den ich mich sonst wenden kann. Niemand weiß von Philippa und mir, also kann es nur Uli gewesen sein, die meine Reifen zerstochen hat.

Ich spüre unweigerlich Tränen in meine Augen schießen und der Angelhaken zerrt an meinen Innereien. Missgeburt, Missgeburt, Missgeburt. Dieses Wort tanzt in meinem Kopf hin und her, bis aus meinem Schock eisige Wut wird. Ich zerknülle den Zettel und bin drauf und dran, ihn wegzuschmeißen, aber besinne mich schließlich eines besseren. Der Zettel ist ein Beweis, den ich unbedingt aufheben sollte, auch wenn ich ihn am liebsten zerstören und dieses elende Wort auslöschen möchte.

Mit Händen, die wie Espenlaub zittern, wische ich mir die Tränen vom Gesicht und ziehe mein Handy hervor. Ich überlege, wen ich anrufen kann und widerstehe dem Drang, Philippas Handynummer zu wählen und ihr die Ohren vollzuheulen. Sicherlich würde es meine Wut mindern und sie würde dafür sorgen, dass ich mich besser fühle, aber zur gleichen Zeit will ich das Feuer nicht noch schüren. Uli hat meine Reifen zerstochen, um sich an uns zu rächen. Wenn Philippa davon erfährt, wird sie sich ebenfalls rächen wollen — und das kann einfach nicht gut ausgehen. Um uns zu schaden müsste Uli lediglich herumerzählen, dass wir ein Paar sind. Das wäre das Schlimmste, was ich mir habe vorstellen können, aber mittlerweile bin ich mir da nicht mehr so sicher. Zu was ist sie noch fähig, wenn sie es sogar wagt, mein Eigentum zu beschädigen?

Meine Eltern anzurufen ist auch keine gute Idee. Meine Mutter würde mit ihren Eltern reden wollen — wozu sie Philippa und mich outen müsste — und mein Vater würde vermutlich zu einer Anzeige tendieren. Keines von beidem erscheint mir die richtige Lösung zu sein.

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Seitenaufrufe: 54 mal Aufgerufen Am 12. Februar 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Jugendliebe, lesbisch, lesbische Liebe, lesbischer Liebesroman, Liebesroman, Mädchenliebe, Winter, Zwei Mädchen
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