Fragwürdige Identität Teil 3

Fragwürdige Identität Teil 3
Preis: 2,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Krimi & Thriller
Webseite: www.Angela-Planert.de
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781514803301
Ohne jede Erinnerung erwacht ein Mann im Krankenhaus aus einem diabetischen Koma. Man nennt ihn Nicolás Rodriguez. Er selbst erinnert sich jedoch nicht an diesen Namen, erkennt weder seine Frau Falicia noch seinen besten Freund Juan. Ja, sogar sein angeblicher Vater ist ihm unbekannt. Sein Zuhause kommt ihm fremd vor und schließlich ist er überzeugt, dass eine Verwechslung vorliegen muss. Seine Zweifel beginnen sich aufzulösen, als er sich ein Video ansieht, welches ihn während seiner sechs Monate dauernden Geiselhaft zeigt. War die Folter, der er dort ausgesetzt war, der Auslöser für seinen Gedächtnisverlust? Oder hat das alles ganz andere, mysteriösere Hintergründe? Obwohl er Beweise für seine Identität findet, stellt er sie immer wieder in Frage. Nichts scheint wirklich hundertprozentig zu passen. Nicolás Rodríguez - ist er wirklich dieser Mann? Warum war er eine Geisel? Die Zweifel türmen sich haushoch vor ihm auf. Und dann gibt es eine Explosion…
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Leseprobe

Ein Hupen riss ihn aus seinen Gedanken. Entsetzt sah Nicolás, wie ein LKW beim Überholvorgang direkt auf ihn zuraste. In Bruchteilen von Millisekunden schienen die paar Wochen seines bewussten, kurzen Lebens an ihm vorbeizurasen: das Erwachen im Krankenhaus, Falicias Fürsorge, sein angeblicher Suizidversuch, die Explosion der Yacht, bei der Falicia ums Leben kam, seine Geburtstagsfeier in San Nicolás, der Einzug in sein neues Haus, der erste Arbeitstag, der Anschlag und letztlich der Streit mit seinem Vater. Im Hintergrund dieser Szenen realisierte Nicolás, dass der entgegenkommende LKW so weit wie möglich links fuhr und der überholende Lastkraftwagen somit genug Platz hatte, ebenfalls nach links zu ziehen. Geistesgegenwärtig lenkte Nicolás seinerseits den Touareg nach rechts, sodass die Reifen zwar bereits über den schmalen grünen Seitenstreifen neben der Fahrbahn rasten, ohne jedoch die Bäume zu streifen. Es glich einem Wunder, als im nächsten Atemzug der Lastwagen mit einem kreischenden Geräusch und merklichen Sog mittig zwischen LKW und Nicolás‘ SUV hindurchsauste. Geräuschvoll blies Nicolás seinen Atem aus, als er sein Auto auf die Straße zurückführte. Bei der nächsten Gelegenheit machte er auf einem Seitenweg Halt und stieg aus. Seine Hände zitterten noch immer, sein Puls raste. Das war haarscharf. Er hätte jetzt tot sein können! Um ruhiger zu werden, ging er einige Schritte und atmete ein paar Mal tief durch. Er setzte sich wieder in den Wagen, schloss seine Augen und suchte in Gedanken seinen Wohlfühlort auf, wie er es in den Therapiesitzungen mit der Psychologin gelernt hatte. Nachdem er sich beruhigt hatte, spürte er eine nie dagewesene Lebendigkeit in sich wachsen. Er war dankbar, am Leben zu sein. Damit kehrten auch die Überlegungen zurück, die er seit seiner Rückkehr aus der Klinik auf seine Yacht verfolgt hatte. Er wollte sich ein selbstbestimmtes Leben ohne seinen dominanten Vater und ohne diesen luxuriösen, oberflächlichen Lebensstil aufbauen. Er stand genau da, wo er sich hingesehnt hatte. Er war frei, hatte keinerlei Verpflichtungen gegenüber irgendjemand. Derweil er seine Fahrt auf der Route 80 weiter Richtung Westen aufnahm, versuchte er, die Fakten seiner Vergangenheit zusammensuchen. Die Narben an seinen Knien bewiesen, dass er einer Operation unterzogen worden war. Die Fesselmale an seinen Handgelenken und die DVD über seine Folter waren Tatsachen, die für eine Geiselhaft sprachen. Zwar konnte man Bilder manipulieren, aber dieses Video schien echt zu sein. Oder etwa nicht? Mit der richtigen Technik und dem entsprechenden Wissen war eine Fälschung sicherlich genauso machbar. Zumindest könnten seine wiederkehrenden Albträume in dieser Entführungsgeschichte ihren Ursprung haben, und die Frage, wie er die Monate während seiner Entführung ohne Insulin ausgekommen war, fand mit der Erklärung seines Vaters, dass er in Wirklichkeit gar kein Diabetiker war, eine Antwort. Falicia, seine angebliche Ehefrau, Juan und Catalina waren von seinem Vater angeheuert worden. Das hatte er bereits vermutet, als er vor der Explosion seiner Yacht ein Gespräch zwischen Falicia und Juan belauscht hatte. Auf Falicias Aussage, ›mich interessiert das Geld nicht, ich will aussteigen‹ hatte Juan geantwortet: ›Sei nicht blöd, Licy, so schlimm ist der Typ ja nun nicht‹. Im Nachhinein wurde ihm klar, dass diese Unterhaltung sein Misstrauen erheblich geschürt hatte. Ob Falicia hatte sterben müssen, weil sie bei diesem Betrug nicht weiter mitmachen wollte? Nein, Inspector Estrada hatte von einem Defekt am Küchenherd gesprochen, als er die Untersuchungen zur Ursache der Explosion der Yacht abschloss. Vermutlich stand auch Señora Botero, die Psychologin, die ihm eingeredet hatte, seine Wahrnehmung sei gestört, auf der Gehaltsliste seines Vaters. Zumal er sie dabei beobachtet hatte, wie sie nach seinem Besuch in der Klinik ihr Namensschild an der Praxistür entfernt hatte. So ein Quatsch! Lebhaft hatte Nicolás die Sitzung in Erinnerung, bei der Señora Botero ihm nach seinem angeblichen Suizidversuch glaubhaft versichert hatte: ›Das klingt im Moment für Sie vielleicht etwas schräg, aber genauso ist es. Ihre Realität fühlt sich für Sie richtig an, für Ihre Mitmenschen tun Sie jedoch erschreckende Dinge.‹ Sollte das alles zu dem Überwachungsplan seines Vaters gehört haben? Mit großem Unbehagen dachte er an die Tage der völligen Kontrolle auf der Yacht seines Vaters, an die Überwachungskameras, die in allen Räumen installiert waren. Er war wirklich ein Idiot, dass er all diese Spielchen nicht früher durchschaut hatte. Sein Blick fiel auf sein Smartphone, welches beim Ausweichmanöver in den Fußraum der Beifahrerseite gerutscht war. Sollte er das Handy nicht besser wegwerfen? Nur so war er sicher, dass sein alter Herr ihn nicht wiederfinden und weiter manipulieren würde. Je länger er über diese vergangenen Wochen als Bodyguard nachdachte, desto deutlicher wurde ihm, wie sehr er das Verhalten seines Vaters verachtete.

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Seitenaufrufe: 53 mal Aufgerufen Am 17. August 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Gedächtnisverlust, Intrigen, Karibik, Kolumbien, Liebe, Suche, Tod, Waffen
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