Felis Vigor – Qualvolle Experimente

Felis Vigor – Qualvolle Experimente
Preis: 4,49 €
Autor:
Genres: Fantasy, Horror & Mystery
Webseite: www.Angela-Planert.de
Erscheinungsjahr: 2006
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783935660877
Durch qualvolle Rituale gekennzeichnet, kann Nurel aus der Gefangenschaft fliehen. Sämtliche Erinnerungen sind vollkommen gelöscht. Er ist mit seinen Kräften am Ende, als ihn drei Argusaner finden. Seine animalischen Fähigkeiten machen ihm schnell bewusst, dass er anders ist als seine Retter Jasur und Unasuh. Auf dem langen Weg nach Selarun beginnt Nurel, den beiden Freunden zu vertrauen. Im Haus der Argusaner angekommen, lernt er sie zu schätzen. Eines Tages ist Nurel spurlos verschwunden. Erst nach langer Zeit entdeckt Unasuh Nurels Schwert bei einem Waffenhändler und schöpft neue Hoffnung …
Jetzt das Buch bei Apple iTunes kaufen.
Jetzt das Buch bei Weltbild.de kaufen.
Jetzt das Buch bei Thalia.de kaufen.
Jetzt das Buch bei ebook.de kaufen.
Jetzt das Buch bei Amazon kaufen.
Jetzt das Buch bei Amazon Kindle kaufen.

Leseprobe

Jasur nahm sich eine Fackel von der Eingangshalle und stieg damit die Stufen hinunter. Vor der geschlossenen Gittertür blieb er stehen, versuchte mit dem Feuer, den Dieb zu beleuchten. Ein nicht erkennbarer Mann hockte mit dem Rücken zu ihm gewandt in der Ecke. „Nurel? Bist du das?“ Die Gestalt reagierte nicht. „Sag doch bitte etwas!“ Jasur bemühte sich, noch einen Moment lang den Langfinger anzusehen. Bei der Dunkelheit war es zwecklos, dazu müsste er zu ihm in die Zelle hinein. Er kehrte nach oben zurück, suchte Kelo, der den Schlüssel verwaltete, im Speisesaal auf.

„Schließt mir bitte die Tür auf. Ich muss ihn zur Rede stellen!“

„Dieser Kerl ist ein Verbrecher, Jasur! Wozu wollt Ihr …?“ Kelo stand vom Tisch auf.

„Ich muss wissen, wer dieser Dieb ist! Ich übernehme jede Verantwortung!“

„Nun gut!“ Kelo lief zur Tür, die hinunter ins Verlies führte. Er öffnete die Gefängniszelle, ließ Jasur eintreten und schloss hinter ihm wieder ab.

„Und nun lasst mich mit ihm allein!“, forderte Jasur.

Kelo setzte zum Protest an: „Aber …“

„Bitte, Kelo!“

Kelo nickte, steckte die Fackel in eine Halterung und ging die Treppe hinauf. Oben drehte er sich noch mal erkundend um, bevor er die Tür hinter sich zumachte.

Ein mulmiges Gefühl stellte sich in Jasurs Magengegend ein. War er denn von allen Monden verlassen? Wenn der Langfinger nun gar nicht Nurel war und ihm vielleicht an die Kehle ging? Bedächtig schritt Jasur seitlich an den Mann heran. Seine Wangenknochen zeichneten sich auffallend ab. Die ungewöhnlich kurzen Haare betonten das hagere Antlitz. Der Dieb hatte seine Arme um die angezogenen Beine gelegt. Nicht gerade eine Kampfhaltung für jemanden, vor dem Jasur Angst haben müsste. Beim Nähertreten fielen Jasur als Erstes breite Wundmale an den Handgelenken auf, die mit Sicherheit durch Fesseln entstanden waren. Sie zeigten sich teils blutig, teils verschorft, sogar entzündet. Noch immer war sich Jasur nicht sicher, ob es sich wirklich um Nurel handelte.

„Ich möchte mir nur deinen Oberarm ansehen, ja?“ Jasur trat nach links, hockte sich hin und löste langsam die Ösen, die das Leinenhemd am Hals zusammenhielten. Dann schob er den Stoff zur Seite. Jasur war, als habe ihm jemand ins Gesicht geschlagen. Vamuns Brandzeichen sprach tatsächlich dafür, dass Nurel vor ihm saß. Als Jasur das Hemd zurechtrücken wollte, lugten blutige Striemen auf der Schulter hervor, sodass er die Kleidung am Rücken ein Stück wegzog. Bisher hatte Nurel nicht mal gezuckt. Sein Rücken, soweit Jasur das erkennen konnte, bestand aus unzähligen Narben und relativ frischen Wunden einer Peitsche. Nurel musste Furchtbares hinter sich haben. Jasur richtete sich wieder auf. „Solange du nicht im Verlies des Konsiliums sitzt, kann ich dir helfen.“ Was sollte er jetzt nur tun? Er würde es nicht übers Herz bringen, Nurel auszuliefern. Noch immer verließ keine Reaktion diesen Körper. „Nurel! Bitte sieh mich wenigstens an!“ Jasur meinte, dass sein Atmen zumindest schneller wurde. „Unasuh glaubt, dass du freiwillig diesen Weg gewählt hast. Ich denke, ich sehe, dass man dich dazu gezwungen hat!“ Eine entsetzliche Vorstellung. Jasur musste einen Zugang zu ihm finden. „Sieh mich an!“, schrie er, so laut er konnte.

Merkwürdig langsam hob Nurel den Kopf und blickte wie teilnahmslos in Jasurs Gesicht. Allein der Blick war für Jasur eine schwere Niederlage. „Wir bringen dich hier fort!“ Jasur wagte, seine Hand vorsichtig auf Nurels Schulter zu legen.

Sacht verneinte Nurel mit einer Kopfbewegung. Unterdessen tauchte Kelo oben an der Tür auf. „Seid Ihr in Ordnung, Jasur?“

„Aber ja! Schließt mir bitte auf!“ Jasur wandte sich an Nurel: „Das Konsilium wird dich hinrichten. Begreifst du das nicht?“ Nurel antwortete mit einem Nicken.

Kelo öffnete das Gefängnis, schloss jedoch gleich hinter Jasur wieder zu. In der Eingangshalle zurück, fragte Kelo: „Habt Ihr erreicht, was Ihr wolltet?“

„Bedingt“, murrte Jasur. Er hatte keine Idee, wie er Nurel helfen sollte und doch wusste er, dass er einen Weg finden musste. Kelo schob Jasur in den leeren Speisesaal.

„Sagt! Was gedenkt Ihr zu tun?“

„Habt Ihr Euch diesen Dieb einmal genauer betrachtet?“, wollte Jasur wissen, während er am Tisch auf und ab ging.

„Er hat wie ein Wahnsinniger um sich geschlagen. Wir brauchten sieben Männer, um den Kerl zu bändigen! Warum sollte ich ihn eingehend betrachten?“, entrüstete sich Kelo.

„Weil – weil es Nurel ist! Oder besser, das, was von ihm übrig ist. Sein Blick ist so leer, als wäre kein Leben mehr in ihm. Die Wunden an den Handgelenken können gar nicht verheilen, weil sie wahrscheinlich immer wieder aufgerissen werden. Sein Rücken ist erkennbar mehrfach ausgepeitscht worden. Ich weiß nicht, was er sonst noch hinter sich hat.“ Jasur drehte sich gerade zum Eingang um, als er dort Unasuh mit weit aufgerissenen Augen stehen sah.

Bewertung: 0.0 von 5 (0 Bewertung)
Sending
Seitenaufrufe: 24 mal Aufgerufen Am 5. August 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Abenteuer, Blut, Freundschaft, Kampf, Magie, Mond, Mondsteine, Quälen, Schwert, Suche
Kommentare zum Buch Buch melden / Problem klären
Das Werk einschließlich aller Inhalte ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder Reproduktion (auch auszugsweise) in irgendeiner Form (Druck, Fotokopie oder anderes Verfahren) sowie die Einspeicherung, Verarbeitung, Vervielfältigung und Verbreitung mit Hilfe elektronischer Systeme jeglicher Art, gesamt oder auszugsweise, ist ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des oben genannten Autors bzw. der Autoren untersagt. Alle Übersetzungsrechte vorbehalten.

Diese Bücher könnten Dich auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.