Fated Shadow II – Pentref Mawre

Fated Shadow II – Pentref Mawre
Preis: 3,99 €
Autor:
Genre: Fantasy
Webseite: www.kim-rylee.de
Erscheinungsjahr: 2017
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783743845459
Schlummert in Aveline noch ein Fünkchen der Dimensionswandlerin Nagual? Das zumindest vermuten Samael, der Höllendämon, und Azrael, der gefallene Engel. Um Gewissheit zu erlangen, macht sich das ungleiche Trio auf den Weg nach Pentref Mawre, eine andere und magische Dimension. Doch dort erwartet sie eine Überraschung: Das Reich hat einen neuen Herrscher. Und der hat seine ganz eigenen Pläne mit ihnen ...
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Leseprobe

Lektionen
»Knie dich hin.« Der unterschwellige Befehlston stand im Widerspruch zu seiner sanften Stimme. Mit wenigen Schritten war er beim Fenster und verdunkelte den Raum, indem er die schweren fliederfarbenen Vorhänge zuzog.
Ohne Widerworte sank Aveline auf die Knie. Die innere Anspannung wollte sie auffressen, als sie aufsah und den hochgewachsenen Mann vor sich beobachtete. Eine kleine Lampe mit mattem Schein war die einzige Lichtquelle. Während sich ihre Augen an die dunklen Lichtverhältnisse gewöhnten, versteifte sich ihr Körper spürbar.
Die Temperatur im Zimmer schien kontinuierlich anzusteigen. Die dicken Vorhänge konnten die Hitze von draußen nicht gänzlich verbannen. Er zog sein schwarzes T-Shirt aus, warf es lässig auf den opulenten Sessel neben sich, bevor er sich umdrehte und sie anschaute.
Zum ersten Mal konnte Aveline seinen Oberkörper genauer betrachten und spürte plötzlich Hitze in sich aufsteigen. Ihre kleinen Flügel entfalteten sich. So sehr sie auch versuchte, es zu unterbinden, es gelang ihr nicht. Sie streckte ihre Brust heraus. Als wollten sie ihr Luft zufächeln, bewegten sich die Schwingen mit leichten Schlägen. Mit gebanntem Blick starrte sie ihn an und musste unweigerlich schlucken. Ein leichter Schweißfilm legte sich über ihre Stirn.
Jeder Muskel seines durchtrainierten Oberkörpers, der von wohlgeformten Armen eingerahmt wurde, zeichnete sich ab. Die Proportionen stimmten bis ins kleinste
Detail.
Während er sie umrundete, schaute er sie aus seinen blauen Augen durchdringend an, wie ein Tiger, der seine Beute ins Visier nahm. Mit wachsamem Blick verfolgte Aveline jede seiner Bewegung. Schließlich war er aus ihrem Sichtfeld verschwunden, als er hinter ihr zum Stehen kam. Ihre kleinen Flügel streckten sich zu den Seiten, dehnten sich aus, bis die Kralle an jedem Ende in bedrohlicher Stellung verharrte. Aveline schloss die Augen und legte den Kopf in den Nacken. In dieser Position wartete sie darauf, was passieren würde.
Azrael so nah hinter ihrem Rücken zu wissen, verursachte ihr ein seltsames Gefühl in der Magengegend. Bilder, die sie eigentlich vergessen wollte, tauchten vor ihrem geistigen Auge auf. Eine Gänsehaut schoss ihre Wirbelsäule hinunter.
In diesem Moment ergriffen seine Hände ihre Flügel, hielten sie kraftvoll fest und drückten sie nach unten.
Aveline erstarrte und keuchte. Ihr Puls begann zu rasen. Die Flügel wehrten sich heftig und wollten der Umklammerung entfliehen. Immer wieder wurde ihr Oberkörper kräftig vor und zurück gerissen. Verzweifelt versuchte sie, die Schwingen zur Ruhe zu zwingen, sie zu bändigen. Sie wollte aufstehen, doch Azrael hielt ihre Flügel fest im Griff, und damit auch sie.
»Atme, Aveline! Ganz ruhig«, hauchte er ihr von hinten ins Ohr.
»Konzentriere dich auf die Schwingen.«
So sehr sie es auch versuchte, es wollte ihr nicht gelingen. Verbissen presste sie die Lippen zusammen.
»Es geht nicht«, keuchte sie hilflos.
»Gib jetzt nicht auf, Aveline«, ermahnte er sie. Seine Stimme wurde forscher, drängender.
Noch immer spürte sie die kräftigen Hände, die verhinderten, dass sie von dem wilden Geflatter ihrer Schwingen durch das Zimmer gezerrt wurde.
Schließlich riss sie sich zusammen, schloss die Augen und schaffte es tatsächlich, etwas ruhiger zu werden. Das Schlagen der Flügel ließ allmählich nach, als ein Seufzer der Erleichterung aus ihr herausbrach. Ein Schweißtropfen rann ihre Wange hinunter, während sie sich dazu zwang, weiterhin ruhig zu bleiben. Krampfhaft konzentrierte sie sich auf ihre Atmung. Presste die Lippen zu einem schmalen Streifen zusammen. Versuchte, ihren wild pochenden Herzschlag zu bändigen.
Langsam und ganz sachte strich er mit dem Finger an der äußeren Kante ihres ledrigen Flügels entlang, der sofort erstarrte, bis er schließlich bei der Kralle angelangt war. Das Gefühl, das sich in ihr entwickelte, war unbeschreiblich. Fast erotisch. Diese körperliche Reaktion verwirrte sie. Avelines Wangen erröteten, zugleich stellten sich ihre Nackenhärchen auf. Erneut beschleunigte sich ihr Atem und die Schwingen begannen wieder um sich zu schlagen.
Ohne Vorwarnung bohrte sich eine der Krallen in ihren Oberarm wie der Stachel eines Skorpions, verhakte sich in ihrem Fleisch und riss mit einem Ruck ein Loch in die Haut.
Sie schrie schmerzerfüllt auf. Blut rann an ihrem linken Arm hinab. Reflexartig schnellte ihre Hand zur Wunde und bedeckte sie. Gerade noch konnte sie verhindern, das Gleichgewicht zu verlieren.
Noch immer wollten sich die Flügel nicht beruhigen.
Sie versuchte erneut, sich zu konzentrieren. Tatsächlich hatte sie das Gefühl, dass die Flügel langsamer in ihren Bewegungen wurden, bis sie ausgebreitet verharrten.
»Setz dich auf die Fersen, Engelchen, dann hast du mehr Halt, und atme tief ein und aus.« Behutsam strich er kurz mit der Hand über ihr glattes Haar.
Aveline folgte seiner Anweisung, während er ein weiteres Mal zu einer Runde um sie herum ansetzte.
»Das machst du sehr gut.«

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Seitenaufrufe: 12 mal Aufgerufen Am 21. Januar 2018 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Dämonen, Engel, England, Freundschaft, Hölle, Magie, Stonehenge, Tyrann, Young Adult
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