Es muss brennen

Es muss brennen
Preis: 2,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Krimi & Thriller
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781535183451
Seit der Silvesternacht in Köln wird immer wieder über sexuelle Übergriffe von Migranten berichtet. Willkommenspolitik prallt auf den Ruf nach Abschottung, Verständnis auf Hass, der Glaube an eine gemeinsame Zukunft auf Angst vor Jobverlust und zunehmender Kriminalität. Die zwei Geschichten in diesem Buch spielen vor dem Hintergrund dieses gesellschaftlichen Umbruchs, ohne zu bewerten oder zu moralisieren. Dominik studiert Jus und hat vor nicht allzu langer Zeit eine neue Freundin kennengelernt. Die versuchte Vergewaltigung seiner Schwester reißt ihn jäh aus seinem geordneten Alltag. Drei afghanische Asylwerber werden als Tatverdächtige ausgemacht. Dominik wird zwischen der Meinung seiner weltoffenen Freundin und den rechten Ansichten seiner Sportsfreunde hin und her geworfen. Gustav Ehrlicher ist Organisationsberater. Auf dem Weg zu einem wichtigen Termin lernt er auf kuriose Weise einen zehnjährigen Jungen aus dem Irak kennen. Gustav hat es sehr eilig und gibt dem Jungen seine Visitenkarte. Dies bleibt nicht ohne Folgen.
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Der Schlüssel findet nicht sofort ins Schloss. Dann ein metallisches Schnarren und das Klicken des zurückschnappenden Schließbarts. Ein leises Quietschen begleitet das Öffnen der Tür. Dominik liegt nackt auf seinem Bett. Die Vorhänge sind zugezogen und seine Augen starren schon seit einer Stunde in die Dunkelheit.

Seine Tür ist nur angelehnt. Licht dringt durch den Spalt ins Zimmer und stört seine Konzentration. Noch dazu knarrt der Holzboden im Vorzimmer.

„Auch schon da?“, ruft er aus seinem Zimmer.

„Gute Nacht“, antwortet sie. Ihre Stimme klingt anders als sonst. Schwach und zittrig.

„Ist was?“. Keine Antwort. Er hört nur das Schließen der Tür zu Nadines Zimmer. Sicher wieder einmal unglücklich verliebt, denkt Dominik. Es ist wieder dunkel und still. Er macht sich aufs Neue bereit, nur in seiner Gedankenwelt zu sein, ungestört von allen äußeren Einflüssen. Schluchzen. Es kommt aus Nadines Zimmer. Nur eine dünne Rigipswand trennt sein Zimmer von dem seiner Schwester. Das war schon oft Grund für Streitereien. Nadine telefoniert oft endlos und das in einer Lautstärke, die Dominik jedes Wort verstehen lässt. Oder sie hört viel zu laut Musik, noch dazu eine, die Dominik nicht mag. Kommerz halt. Das Schluchzen hört nicht auf.

„Was ist los?“, ruft Dominik laut genug, dass es seine Schwester auch durch die Wand hören kann. Kurz ist es still, doch nach wenigen Sekunden beginnt das krampf-

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artige Schluchzen wieder. Es geht in ein auf- und ab-schwellendes Weinen über. Dominik steht auf und geht zu Nadines Zimmertür. Er klopft.

„Geh weg, lass mich in Ruh.“

Dominik öffnet die Tür. Nadine liegt mit dem Bauch auf ihrem Bett. Ihr Kleid ist schmutzig und zerrissen.

„Was ist passiert? Sag schon.“

Er dreht Nadine zur Seite. Sie hält sich sofort die Hände vors Gesicht, aber Dominik sieht trotzdem kurz eine blutverkrustete Platzwunde an ihrer Stirn und das verschmierte Make-up.

„Wer hat das getan? Jetzt red doch schon.“

Nadine reagiert nicht. Mit den Händen vorm Gesicht wimmert sie weiter. Dominik nimmt sie in die Arme. Er kommt sich dabei komisch vor, aber sie tut ihm leid. Sie sieht schlimm zugerichtet aus. Auch die Hände und Arme sind voller Kratzer, einige der langen, aufgeklebten Fingernägel sind abgebrochen. Er drückt sie fester an sich und tätschelt ihren Rücken.

„Schwesterherz, ich will dir ja helfen. Wir müssen deine Wunden desinfizieren.“

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Seitenaufrufe: 55 mal Aufgerufen Am 6. September 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Abschiebung, Asyl, Flüchtlingskrise, rechtsextrem, sexueller Missbrauch, Vergewaltigung, Willkommenskultur
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