Es dämmerten die Tage

Es dämmerten die Tage
Preis: 0,49 €
Autor:
Genres: Fantasy, Science-Fiction
Webseite: www.saschaschlueter.com
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als E-Book
ISBN: 9783738656916
Im Jahre 2045 entdeckt die Raumsonde "Hera II" einen von intelligenten Insektoiden bevölkerten Planeten.Da dort seltene und wertvolle Rohstoffe vermutet werden, entscheiden sich internationale Raum- und Militärbündnisse einstimmig für eine militärische Operation.Nachdem die menschlichen Invasoren den Planeten eingenommen haben, werden die wenigen überlebenden Insektoiden in Internierungslager eingesperrt. Dort sind sie täglich Hunger, Krankheit und Schikanen ausgesetzt. Nur eine kleine Gruppe von Widerstandskämpfern hat sich weit außerhalb der menschlichen Militärbasen versteckt, um auf eine Gelegenheit zur Vergeltung zu warten.Ein Überlebender aus dem Vernichtungslager schildert die letzten Momente vor der Befreiung.
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Leseprobe

Zum dritten Zenit unserer Sonne sollte frische Nahrung kommen. Die Wächter hatten es uns schon lange versprochen. Aufgeregt tummelten sich unsere Leute vor den Baracken herum. Bis auf die Knochen ausgehungert, sehnten wir uns Fühler leckend nach dem friedlichen Gefühl der Sättigung, das wir beinahe vergessen hatten. Alle Münder sollten gestopft werden, so hieß es. Wir stellten es uns schon alle vor, wie auf den Gehpfaden große Tische aufgestellt werden. Das Lager, in das die Menschen uns vertrieben hatten, wird ein großes Mahl abhalten. Alle werden friedlich zusammen speisen.

An einem Tag wurde die Baracke eines Mannes erbrochen. Nicht, weil die Meute etwas Essbares darin vermutete, vielmehr aus dem Versuch heraus, sich damit die Langeweile der endlosen Zeit zu vertreiben. Drei Männer, eine Wespe, die aus dem Gebiet stammt, das die Menschen als erstes unterjocht hatten und zwei Adorno Ameisen aus dem Süden. Sie griffen sich den einstigen Begatter der Königin seiner Rasse. Sie rissen ihm beide Flügel, sowie auch die Fühler heraus. Brachen zwei seiner sechs Beine, banden ihm anschließend ein Tuch um die Augen und traten ihn beinahe bis zur Bewusstlosigkeit. Zwei Menschen, es waren Wächter, spazierten derweil vergnüglich an der umherstehenden Masse, die sich mittlerweile gebildet hatte vorbei, ohne sich in irgendeiner Weise davon aus der Ruhe bringen zu lassen. Als sie einige Meter entfernt waren, stellte sich die Wespe auf ihre zwei hinteren Beine auf, um die Wächter nachzuäffen. Dabei trat sie ihr am Boden liegendes Opfer und schrie es an:

»Du verfluchte Kakerlake! Wir werden dich vergasen! Zertreten werden wir dich und deine ganze erbärmliche Brut auf diesem Planeten!«

Ihr Opfer fing an zu jammern und erstickte beinahe vor der zahllosen Menge an grinsenden Gesichtern, die vor ihm standen. Ein weiterer trat aus der Masse hervor. Er versuchte ebenfalls auf zwei Beinen zu gehen. Er sprach zu seinem Publikum:

»Kameraden, lassen wir dieses wertlose Insekt am Leben. Sperren wir es ein, am Rande dieser stinkenden Welt. Lassen wir es vorerst am Leben, aber nur, wenn es mir den Eid nach spricht. Wirst du den Eid nach sprechen?« Sein Opfer sprach: »Den Eid. Lassen Sie mich den Eid nach sprechen.«

Von aller Kraft verlassen, flehte der Armselige vor seinen Peinigern. Der Andere sprach seinem Opfer vor:

»Ich bin ein wertloser Mehlwurm.«

Das Opfer sprach nach: »Ich bin ein wertloser Mehlwurm.«

Der Andere: »Ich bin ein lästiger Parasit und stinke auf tausend Meter nach Dreck.«

Er: »Ich bin ein lästiger Parasit und stinke auf tausend Meter nach Dreck.«

Der Andere: »Ich bin der großen Menschheit nicht würdig.«

Er: »Ich bin der großen Menschheit nicht würdig.«

Einige fingen an hämisch zu lachen. Der Peiniger des Opfers selbst konnte vor Lachen kaum mit seinem Spott fortfahren. Irgendwann jedoch, wurde dieses primitive Treiben den Leuten zu langweilig. Sie gingen erneut ihrer Wege und ließen das mittlerweile regungslose Opfer am Boden zurück.

Bewertung: 5.0 von 5 (1 Bewertung)
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Seitenaufrufe: 67 mal Aufgerufen Am 26. Oktober 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Insektoiden, Invasion, Käfer, Kurzgeschichte, Revolution, Science Fiction
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