Emma und der Fluch der Haguzza

Emma und der Fluch der Haguzza
Preis: 9,99 €
Autor:
Genres: Fantasy, Kinder & Jugend
Webseite: www.angelagaede.de
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781512168983
Eigentlich wollte Emma ein paar nette Wochen bei ihrer Tante verbringen, weg von ihren Geschwistern, mit viel Spaß und Schlaf, doch es kommt anders. Ein Unwetter, ein Traum und eine schwarze Katze lassen sie sowohl an der geistigen Gesundheit ihrer Tante, wie auch an ihrer eigenen zweifeln. Entweder Emma leidet unter pubertätsbedingtem Wahnsinn oder ihre Tante ist völlig durchgeknallt. Die Alternative, dass sie nämlich eine Haguzza ist, will sie gar nicht erst andenken. Selbst als sich die beiden auf eine abenteuerliche Reise in eine andere Welt voller Gefahren begeben, ist Emma noch immer voller Zweifel. Dumm nur, dass ihr Leben davon abhängt, an sich selbst und an das Haguzzawesen zu glauben.
Jetzt das Buch bei Amazon kaufen.
Jetzt das Buch bei Amazon Kindle kaufen.

Leseprobe

So etwas hatte sie noch nie erlebt und sie hatte schon einiges erlebt. Im Gegensatz zu Emma war sich Agathe sicher, dass es der Sturm auf sie abgesehen hatte, auch wenn sie nicht wusste, warum und auf wen von ihnen genau.

„Was?“, fragte Agathe und sah durch die Heckscheibe nach Emma.

Da war eine Stimme gewesen, dessen war sich Agathe ganz sicher, doch Emma saß auf ihrem Sitz und schüttelte sich die nassen Haare. Langsam blickte sich Agathe um, versuchte jemanden in der Landschaft zu entdecken. Da war niemand, nicht soweit sie das sehen konnte, denn der Regen, der immer stärker wurde, erschwerte die Sicht.

Ein leises Flüstern direkt neben Agathe ließ sie herumfahren.

Kein Mensch, nur Regen.

Da war eine Stimme!

Kein Rauschen des Windes, was man für Worte halten konnte, sondern eine richtige Stimme.

Agathe hastete zur Wagentür, streckte den Arm aus und befand sich im nächsten Moment am Boden. Eine Windböe hatte sie so überraschend getroffen, dass sie das Gleichgewicht verlor und Bekanntschaft mit dem mittlerweile matschigen Boden machte.

„Flüchtet nur, ich krieg euch doch!“

Das undeutliche Flüstern war zu klaren Worten geworden, die Agathe einen Stich ins Herz versetzten. Kaum war sie wieder auf den Beinen, riss sie die Tür auf und saß schon halb im Auto, als ihr Blick auf Emma fiel.

Emma!

Ein Gedanke, nur ein kurzer Gedanke und das Gefühl handeln zu müssen, brachten Agathe zu einer wagemutigen Entscheidung.

„Oh nein – ich hab mein Handy verloren. Du bleibst schön hier im Auto und ich suche es eben schnell“, sagte Agathe und war schon wieder ausgestiegen.

„Du kannst nicht dein Handy suchen, wenn da draußen die Welt untergeht!“, sagte Emma voller Unverständnis.

„Ich muss aber. Wenn ich warte, könnte es kaputtgehen und das kann ich mir nicht leisten, weil wichtige Daten drauf sind“, erwiderte Agathe streng.

„Und was nützen dir deine Daten, wenn dich ein Blitz gegrillt hat?“, fragte Emma und wurde allmählich sauer.

„Lieb, dass du dir Sorgen machst, aber mir wird nichts geschehen, versprochen. Und jetzt geh ich mein Handy suchen. Du bleibst schön, wo du bist!“

Emma wollte Widerspruch einlegen, ihre Tante fragen, ob sie noch ganz dicht sei, aber kaum hatte Agathe ihren Satz beendet, war sie auch schon im Regen verschwunden.

Fassungslos starrte Emma nach draußen, versuchte einen Blick auf ihre Tante zu erhaschen, doch der Regen bildete einen grauen Vorhang, der alles verschluckte.

Das war nicht merkwürdig, das war bekloppt, einfach nur gefährlich.

Agathe kämpfte sich durch das Unwetter, beseelt von nur einem Gedanken, leg dich nicht mit mir an. Die Ausrede mit dem Handy war nicht die Beste gewesen, auf die Schnelle war ihr allerdings nichts anderes eingefallen. Emma musste sie für wahnsinnig halten.

Egal!

Es ging um Wichtigeres, als einen schlechten Eindruck zu hinterlassen. Wenn die Stimme wirklich die war, für die sie sie hielt, dann musste sie etwas unternehmen. Es konnte nicht seine Stimme sein, das war unmöglich, aber wenn doch, hatte sie keine Wahl. Sie musste zeigen, was sie konnte, dem Bösen klar machen, dass es sich fernzuhalten hatte.

In der Mitte des Feldes blieb sie stehen, blickte Richtung Auto, es war kaum noch zu erkennen. Sie straffte die Schultern und schloss die Augen.

Mit geschlossenen Augen, ganz still, stand sie da, als könne sie nichts erschüttern. Sie spürte die Wärme des Regens auf ihrer Haut, den Wind, wie er an ihren Haaren zerrte, die Energie der Natur, wie sie durch ihre Adern floss. Langsam erhob sie ihre Arme zum Himmel und begann fast unhörbar etwas aufzusagen.

Blitze zerrissen die Dunkelheit, Donner grollte über sie hinweg, der Sturm toste in den Baumwipfeln. Dessen ungeachtet stand Agathe ganz ruhig inmitten der Naturgewalten, völlig frei von jeglicher Angst. Immer schneller wurden ihre Worte, doch der Wind trug sie davon, ohne dass sie jemand hätte verstehen können. Erneut grollte und blitzte es, Agathe riss die Arme noch ein Stück höher und öffnete die Augen.

„Genug!“, schrie sie und plötzlich veränderte sich etwas.

Der Regen berührte sie, ohne sie bis auf die Knochen zu durchnässen. Der Wind zerrte nicht mehr, sondern strich sanft über ihren Körper. Die Dunkelheit brach auf und die ersten zaghaften Sonnenstrahlen schienen hindurch. Der Sturm wurde wieder zu einem Wind und das Grollen des Gewitters wurde immer leiser.

Ganz langsam nahm sie ihre Arme runter, während sie erneut ein paar unverständliche Worte murmelte. Mitten in der Bewegung hielt sie inne, die Arme immer noch angewinkelt. Eine leise Stimme in ihrem Inneren mahnte sie zur Vorsicht, das war zu leicht gewesen.

Als hätte der Wind nur auf diesen Moment der Unachtsamkeit gewartet, schob er die Wolken wieder zusammen und sammelte seine Kraft, um herniederzustürmen.

Bewertung: 0.0 von 5 (0 Bewertung)
Sending
Seitenaufrufe: 58 mal Aufgerufen Am 25. Juni 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Fantasy, Hexen, Hexerei, Jugendbuch, Magie, Urban Fantasy, Zauberei
Kommentare zum Buch Buch melden / Problem klären
Das Werk einschließlich aller Inhalte ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder Reproduktion (auch auszugsweise) in irgendeiner Form (Druck, Fotokopie oder anderes Verfahren) sowie die Einspeicherung, Verarbeitung, Vervielfältigung und Verbreitung mit Hilfe elektronischer Systeme jeglicher Art, gesamt oder auszugsweise, ist ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des oben genannten Autors bzw. der Autoren untersagt. Alle Übersetzungsrechte vorbehalten.

Diese Bücher könnten Dich auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.