Elaine – Teil 1

Elaine – Teil 1
Preis: 14,49 €
Autor:
Genre: Fantasy
Webseite: www.bibi-rend.de
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783842300088
Die 17-jährige Elaine wächst als ganz normales Mädchen auf, doch mit einem Mal ändert sich alles: Auf dem Weg zu der Tierklinik, in der sie ihre Ausbildung zur Tierpflegerin beginnt, hört sie eine leise wispernde Stimme. Den ganzen Tag über wird sie von deren frechen Kommentaren in den unpassendsten Momenten begleitet. Als sie am Abend ihrer Großmutter davon erzählt, ist diese nicht überrascht. Elaine erfährt von ihr, dass sie eine Gabe in sich trägt und später eine Tierversteherin wird. Die Stimmen der kleinen Tiere werden sie während der Ausbildung begleiten und sie sind alles andere als zaghaft. Mutig und neugierig stürzt sie sich in die ihr bevorstehenden Abenteuer. Bei einem Abenteuer lernt sie Louis kennen. Findet sie ihre große Liebe?
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Leseprobe

Kapitel 2 – Die furzende Giraffe

Elaine ist es gewohnt, ohne Nachfrage ihrer Oma zu gehorchen und setzt sich zu ihr auf die Sessellehne. »Oma, was ist denn mit dir? Du bist ja käseweiß«, fragt Elaine besorgt nach.

»Was ich dir jetzt erzähle, ist ein lang gehütetes Familiengeheimnis. Dein Großvater hatte die Gabe auch«, erzählt die Großmutter stolz mit Tränen in den Augen.

»Nein, unterbrich mich nicht!«, sagt die Groß-mutter streng, als sie bemerkt, dass Elaine etwas fragen will, und erzählt weiter.

»Ein Vorfahr von dir, Alawis, der im Jahr 1639 gelebt hat, hatte eine Begegnung mit einem Bären und wurde schwer verletzt. Eine Wolfshündin vertrieb den Bären. Der Familienchronik nach kümmerte sich die Wolfshündin um den Mann. Als Alawis hohes Fieber bekam, träumte er, dass die Wolfshündin eine junge, schlanke Frau war, die am Feuer stand und in einem Kessel rührte. Nach zehn Tagen ging es ihm wieder besser, er stand auf und fand einen Kessel über einer Feuerstelle. Neben der Feuerstelle standen mehrere Suppenschalen aus Holz, die gefüllt waren mit einer zähen, grünlichen Flüssigkeit. Er schüttelte sich bei dem Gedanken, diesen grünen Schleim zu sich zu nehmen. Nachdem er sich nur wenige Minuten in seinem Lager umgesehen hatte, ermüdete er so stark, das er sich wieder hinlegen musste. Bevor er einschlief, sah er die Wolfshündin auf sich zu laufen. Bei den letzten Schritten zur Feuerstelle verwandelte sich die Hündin wieder in die junge Frau. Die Frau brachte   deinem Vorfahren eine Schale mit dem zähen,  grünen Schleim und fütterte ihn damit.

Als er die Augen öffnete, schaute ihm die junge Frau direkt in die Augen und hauchte ihm zu: »Deinem Blick entnehme ich, dass du eine verloren geglaubte Gabe hast. Du siehst mich als Frau und nicht als Wolfshündin. Meine Kinder wirst du auch nicht als Wolfswelpen sehen. Der magische Trank wird dir helfen, deine Gabe wiederzuerlangen.«

Damit verwandelte sich die junge Frau zurück in die Wolfshündin und rief heulend ihre Welpen. Es kamen fünf junge tapsige Wolfswelpen angelaufen, die sich neben dem Muttertier platzierten. Auf ein Nicken hin verwandelte sich die ganze Familie zu Menschen. Nein, es waren keine Menschen. Dein Vorfahr hatte sie nicht richtig gesehen gehabt, nun erkannte er sie. Es waren Wölfe, die aufrecht gingen und die sprechen konnten. Er versuchte Worte zu finden, um sich zu bedanken, kam sich bei dem Gedanken, mit Tieren zu sprechen, etwas merkwürdig vor. Ein freundliches Augenzwinkern  ermunterte Alawis: »Ich bedanke mich bei dir für die gute Pflege. Mir geht es jetzt so gut, dass ich dich und deinen Nachwuchs verlassen kann. Wie darf ich mich erkenntlich zeigen?«

Die Wolfshündin fing an zu heulen und sagte dann: »Du zeigst dich erkenntlich, wenn du deine Gabe weiterentwickelst. Du kannst Tiere sehen, du kannst mit ihnen sprechen. Du verstehst mit ihnen umzugehen, dass es ihnen bei dir gut gehen wird. Kümmere dich um verlassene, verwaiste Tiere. Gib ihnen ein zu Hause. Lecke die Wunden, die andere Menschen den Tieren zugefügt haben! Du bist sehr wichtig, achte auf dich!« Und mit den letzten Worten löste sich das ganze Wolfsrudel in Luft auf,  zurück blieb nur ein großer Haufen Wolfshaare, die Alawis in seinen Jutesack steckte, bevor er sich auf den Weg nach Hause machte.«

Elaine hat der Großmutter ruhig und mit glänzenden Augen zugehört, dann stellt sie eine wichtige Frage: »Ist das der Grund, warum ich heute das sprechende Chinchilla gesehen habe?«

»Ja, Elaine, mein Mädchen. Du bist die erste Frau in der Familie, die diese Fähigkeit hat. Deine Mutter besitzt die Gabe nicht. Laut der Familienchronik bekommst du die Gabe erst mit dem Erreichen des 18. Lebensjahres, aber bei dir scheint es ein bisschen früher zu sein. Dein Großvater hat die Gabe auch besessen und am Anfang unserer Ehe hat es mich Überwindung gekostet, es zu akzeptieren, dass dein Großvater die Tiere besser behandelt hat, als so manchen Menschen. Bis er mich in sein Geheimnis einweihte. Ab diesem Tag verstand ich ihn besser und lernte ihn von ganzem Herzen lieben. Er fehlt mir sehr. Der Chronik nach, kann  eine Frau diese Gabe nicht in sich tragen, aber du beweist, dass es doch möglich ist. Vielleicht bist du der einzige weibliche Mensch weltweit, der diese Gabe besitzt. Lerne damit weise umzugehen. Es darf kein Außenstehender wissen, es bleibt dein Geheimnis, bis du den Mann fürs Leben findest. Du merkst, wenn es der Richtige ist. Opa wäre sehr stolz auf seine Nachfahrin. Leider ist er nur wenige Wochen vor deiner Geburt gestorben, wie du weißt. Er hat dir ein Vermächtnis vererbt, bewahre es gut auf. Die Tiere, die du sehen wirst, sind nur so groß wie eine Streichholzschachtel. Und nun geh und kümmere dich um deinen Hund, ich bin müde«, verabschiedet sich die Großmutter vor Stolz weinend von Elaine und drückt ihr noch ein Küsschen auf beide Wangen.

Bewertung: 4.8 von 5 (4 Bewertung)
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Seitenaufrufe: 155 mal Aufgerufen Am 19. Mai 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Elaine, Fantasy, Gabe, Tiere, Tierpflegerin
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