Einladung an die Erde

Einladung an die Erde
Preis: 2,99 €
Autor:
Genre: Science-Fiction
Webseite: www.gerd-kramer.de
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781507762967
Die Nachricht einer fremden Zivilisation gelangt auf ungewöhnliche Weise zur Erde. Die Außerirdischen nutzen ihre Sonne als Sender. Dem Hobby-Astronomen Oliver Gersten und dem Physikstudenten Steffen Oster gelingt es, das Signal zu entschlüsseln. Nach und nach erkennen sie die Tragweite ihrer Entdeckung. Als mysteriöse Ereignisse folgen, zweifeln sie an ihrem Verstand. Doch es gibt eine Erklärung, die außerhalb jeglicher Vorstellungskraft liegt. Sie erhalten die Möglichkeit, an einem Vorhaben teilzunehmen, das vor 45 000 Jahren auf einem fernen Planeten seinen Anfang nahm.
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Er wählte Olivers Telefonnummer.

„Hast du was Neues?“, fragte dieser sofort.

„Ich hab’ die Nachricht entschlüsselt.“

„Cool! – Und?“

„Sag mal, glaubst du an Außerirdische?“

„Klar doch. Allein in unserer Milchstraße gibt es Milliarden von Planeten. Es würde mich echt wundern, wenn nicht irgendwo intelligente Bewohner anzutreffen wären. Aber sag schon, was hast du herausgefunden?“

„Kann es sein, dass jemand die Daten manipuliert hat?“

„Mann, was soll das? Du warst doch selbst dabei. Da konnte niemand von außen was manipulieren.“

Steffen schwieg eine Weile.

„Du glaubst doch nicht, dass ich …? Solche Scherze mach’ ich nicht.“ Aus Olivers Tonfall war deutlich Entrüstung herauszuhören.

„Nein, natürlich nicht. Sorry, aber es ist einfach unglaublich.“

„Mensch, rede schon!“

„Die Aliens haben uns chemische Formeln geschickt.“

„Was?“

„Soweit ich es mit meinem begrenzten Chemiewissen beurteilen kann: alles Formeln für organische Moleküle.“

„Du spinnst. Was für Moleküle?“

„CH4N2O – Harnstoff.“

„Okay, hab’ verstanden. Wäre fast drauf reingefallen. Die Aliens haben uns die Formel für Pisse geschickt.“ Oliver lachte. „Nein, im Ernst, was hast du rausgefunden?“

„Mann! Ich hab’ im Internet nachgeguckt. Harnstoff, Glycin, Milchsäure, Wasser und diverse andere Stoffe.“

„Echt?“

„Echt!“

„Das ist ein Ding.“

„Das kannst du laut sagen.“

„Bist du dir sicher?“

„Ja. Kein Zweifel. Das ist aber noch nicht alles. Ich glaub’, die haben uns sogar Mengen angegeben.“

„Ja, ja. In Gramm vermutlich, was?“

In Steffen gärte es. „Du wolltest doch, dass wir das Rätsel zusammen lösen. Also lass mal für einen Moment die Witze.“

„Sorry. Hast ja recht.“

„Ich bin sicher, dass die Mengenangaben auf der Masse des Wasserstoffatoms beruhen.“

„Das klingt logisch. Hast du eine Ahnung, was sie uns da zusammengebraut haben?“

„Nein. Vielleicht sollten wir das Rezept einfach mal ausprobieren.“

„Klar, Mensch. Kannst du mir die Formeln rüberschicken? Ich werde versuchen, das Zeug zu besorgen.“

„Wir brauchen das gesamte Signal, Oliver. Du hast ja nur elf Minuten aufgenommen. Ich nehme an, dass es sich irgendwann wiederholt. Du musst einen Check in dein Programm einbauen, der das Ende erkennt.“

„Ja, mach’ ich. Sag mal, kannst du nicht deine Zahnbürste einpacken und für ein paar Tage bei mir einziehen? Dann könnten wir gemeinsam forschen. Du kannst die gesamte obere Etage haben.“

Steffen überlegte einige Sekunden. „Die Idee ist gut. Vorher besorge ich uns aber etwas Proviant.“

Etwas mehr als eine Zahnbürste war es schon, was Steffen mitnahm, um sich bei seinem Freund häuslich einzurichten. Nach einigen Tagen fühlte er sich in der neuen Umgebung wohl. Mit Vanessa hatte er sich schnell angefreundet.

Eine Schlechtwetterfront verhinderte zunächst weitere Spektralanalysen. Als endlich wieder klare Nächte folgten, stieg die Spannung erneut an. Den beiden Freunden gelang eine Aufnahme von über vier Stunden Dauer, ausreichend, um eine vollständige Sequenz zu erhalten. Nach drei Stunden und acht Minuten wiederholte sich das Signal offenbar. Zur Sicherheit zeichneten sie zwei weitere Sequenzen auf und verglichen die Ergebnisse miteinander. Da es keine Abweichungen gab, waren sie sich schließlich sicher, dass die Daten keine Fehler enthielten.

Die Auswertung mit Steffens Programm lieferte eine Liste mit Formeln, die allesamt organische Moleküle beschrieben. Besonders interessant war der letzte Abschnitt, der vier Basen und danach eine Abfolge dieser Moleküle angab. Es bestand kein Zweifel: Diese Sequenz stellte eine DNA dar.

Oliver erzählte, seine Schwester kenne einen Kommilitonen aus dem Chemie-Institut der Uni, der das Material, außer der DNA, besorgen könne.

„Und die DNA?“, fragte Steffen.

„Bestellen wir im Internet.“

„Einfach so?“

„Ja. Du füllst ein Formular aus, gibst die Buchstabenfolge an, und ein Laborroboter setzt die Molekülkette zusammen. In ein paar Tagen bringt uns ein Kurier den Stoff. Die vier Zahlen am Ende der Liste stehen für die Basen Cytosin, Guanin, Adenin und Thymin, C, G, A, T.“

„Ich bin platt. Woher weißt du das?“

„Hab’ mich schlaugemacht. Unsere Buchstabenfolge ist CCCAGGGAT – und so weiter. Sicherheitshalber werde ich einen schönen Briefkopf entwerfen, sagen wir: StefOli Chemical Research.“

Oliver hatte nicht zu viel versprochen. Nach weniger als einer Woche traf das Genmaterial ein, sorgfältig in einer Kühlbox verpackt. Am späten Nachmittag des Folgetages brachte Yvonne das restliche Material. Die Männer schleppten die Kiste mit den Chemiebehältern ins Wohnzimmer. Einige Chemikalien waren in Kunststoff-, andere in Glasflaschen abgefüllt.

„Was habt ihr vor?“, fragte sie, nachdem sich alle gesetzt hatten.

Steffen wäre auf der Straße an ihr vorbeigelaufen. Er hätte sie nicht wiedererkannt. Der Pferdeschwanz war zu einer frechen Kurzhaarfrisur geworden, und ihre Formen hatten sich entwickelt, fast ein wenig zu weit, wie er feststellte.

Während Oliver ihr die Geschichte in groben Zügen erzählte, schüttelte sie wiederholt ungläubig den Kopf.

„Und ihr binde

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Seitenaufrufe: 101 mal Aufgerufen Am 26. April 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Interstellar, Science Fiction, Wurmloch
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