Einen Sommer lang

Einen Sommer lang
Preis: 11,72 €
Autor:
Genre: Belletristik
Webseite: http://heidrun-diegedankensindfrei.blogspot.de
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9781517067083
Autoren schreiben für notleidende Tiere. Autoren – Anthologie - Kurzgeschichten rund um den Sommer - Unser Spendenziel sind Tiere in Not, Tiere, die aus der Tötung gerettet, ausgesetzt, unterernährt, krank und als verwahrlost aufgegriffen werden. Die Autoren verzichten auf jegliches Honorar, der Nettoerlös geht also vollständig als Spende an die „Arca Fabiana - Tierrettung Azoren e.V.“ zum Lesen, Vorlesen und Verschenken –Autoren – Anthologie - Kurzgeschichten und Gedichte – Erlebtes und Gelebtes - Erzählungen und Märchenhaftes rund um den Sommer.
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Leseprobe

Heidrun Böhm: Ein trolliger Urlaub

Am nächsten Morgen entschließen Inge und ich uns dazu, noch einmal mit unseren Männern zum Angeln zu fahren. In meiner Tasche befindet sich das Buch: Hundert Jahre Einsamkeit von  Garcia Marques, eine Flasche Mineralwasser und meine Lesebrille.

Das Boot verlässt mit ruckartigen Bewegungen den Anlegesteg. Helmut fährt. Helmut hat den Bootsführerschein. Karl hat ihn auch. Aber Helmut weiß das nicht. Nach halbstündiger Fahrt am Fjord entlang, kommen wir an einer Angelstelle an. Die Sonne scheint von einem strahlend blauen Himmel auf die Wälder und spiegelt sich im Wasser. Ein paar Möwen fliegen um unser Boot. Hier herrscht Ruhe…himmlische, erholsame Ruhe. Ich mache es mir bequem, und träume mich in den Wald. Das leise Schaukeln des Bootes, das Gluckern des Wassers…Erholung pur.  „Peng“, macht es neben mir. Die Männer legen ihre Angeln aus.  Es wird sicher ein gemütlicher  Tag, denke ich und schließe die Augen. „Peng“ Helmut arbeitet weiter. Karl und er diskutieren darüber, wo die größten Fische sind, und mit welchem Köder man sie bekommt. Inge sagt zum wiederholten Male: „Jetzt musst du aber auch einmal… „ Helmut macht „Peng“ und gibt seiner Frau keine Antwort. Etwas hängt in der Luft. Die Möwen krächzen. Karl zündet sich die zwanzigste Zigarette an. Helmut macht „peng.“ Wir fahren weiter, denn das Echolot zeigt keine Fische, und der Grund ist uneben, erklärt Karl. Inge darf das Boot fahren. Helmut überwacht Inges Fahrstil. Die Männer diskutieren darüber, an welchem Punkt auf der Seekarte man am besten angeln kann. Jeder will Recht haben. Petri Heil.

„Peng“, Karl zündet sich die einundzwanzigste Zigarette an. Inge und ich schweigen. Denken darf man ja. Nach weiteren  dreißig Minuten Fahrt wird wieder geangelt. Karl zieht zwei große Dorsche aus dem Wasser. „Peng“ Helmut wendet das Boot, und macht sich an den Angelruten zu schaffen. „Kannst du das Boot übernehmen? Ich muss hier noch etwas erledigen. Aber fahr langsam an, und wenn ich es sage, fahr schneller. Wir wollen zurückfahren. „ Karl verzieht keine Miene, aber ich sehe, er brodelt innerlich wie ein Schnellkochtopf auf höchster Stufe. Denn Helmut kommandiert Karl, der wie er denkt, keine Ahnung vom Bootfahren hat.

„Mein Sommer mit Jiri“

Enya Kummer

Er stand da, lässig an die Seitenwand des Kiosks gelehnt. Sofort fiel mir „Der Zigeunerbaron“ ein, Sandor … Welche merkwürdige Assoziation, aber dieser Junge hatte etwas von einem Zigeuner, ich war sofort fasziniert. Automatisch verlangsamte ich meinen Schritt. Ich wusste, dass ich ihn unhöflich anstarrte, konnte es aber in diesem Moment nicht verhindern. Schlank, groß gewachsen, schwarze, etwas längere Haare. Er trug ein weißes Hemd ohne Kragen, das über der halblangen engen Hose zusammengeknotet war und er hatte keine Schuhe an, stand einfach barfuß auf dem Gehweg. All das nahm ich in der kurzen Zeit wahr, die ich benötigte, um an ihm vorbeizugehen.

Am nächsten Morgen und auch die folgenden Tage stand er wieder an der gleichen Stelle, immer in einem blütenweißen Hemd. Ob er wohl jeden Tag ein frisches anzieht?, überlegte ich. Immer war er barfuß. Inzwischen hatte ich auch seine Augen gesehen, und ich war sicher, nie schönere erblickt zu haben.

Am dritten Tag dann lächelte er mich spontan an und rief mir ein fröhliches „Hallo“ zu, was dazu führte, dass ich über meine eigenen Füße stolperte, die sich scheinbar im Weg standen. Gerade als er hinzu sprang – vermutlich um mich aufzufangen, falls ich fallen sollte – hatte ich mein Gleichgewicht wiedergefunden und hastete weiter. Bestimmt war ich rot geworden.

Er ist ein Zigeuner, er sieht aus wie Sandor aus dem Zigeunerbaron, nur irgendwie jünger, fast ist er noch ein Junge, kein Mann. Aber er ist älter als ich. Was ist nur mit mir los, dass ich ihn nicht mehr aus dem Kopf bekomme?

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Seitenaufrufe: 43 mal Aufgerufen Am 24. September 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Autoren, Azoren, Beiträge, Bookrix, Gedichte, Geschichten, Not, Sommer, Tiere, Tierrettung
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