Eine verrückte Geschichte der Zeit – Teil 1

Eine verrückte Geschichte der Zeit – Teil 1
Preis: 0,99 €
Autor:
Genres: Humor, Science-Fiction
Webseite: http://bradroderick.jimdo.com
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als E-Book
Eine verrückte Geschichte der Zeit – Teil 1 ist der perfekte Einstiegspunkt in die Romanwelten des Brad Roderick. Würden Sie einem abgewrackten Typen glauben, der an Ihre Tür klingelt und behauptet, er müsste Sie mit seinem Taxi in eine andere Zeit bringen, weil Sie eigentlich gar nicht hierher gehören? Dazu noch im Auftrag Gottes? "Was geht hier denn ab?", würden Sie sicher sagen. Sicher? Was, wenn Sie sich schon selbst gefragt hätten, für was Ihr Dasein denn gut sein solle? Wenn plötzlich alles, was Ihr Leben bedeutete, hinfällig wäre? Steffen Sander findet es schon bald heraus. Begleiten Sie Ihn?
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Leseprobe

Kapitel 1

– Eine verrückte Geschichte –

»Sander!«

Die Stimme donnerte durch die Halle und erreichte das Erprobungsmuster der G19A. Vor dem Touchscreen der Kontrolleinheit zuckte eine hagere Gestalt zusammen. Die Maschine befand sich im Leerlauf, dennoch hüpften die Zeiger der Vibrationsmessgeräte die Skalen rauf und runter – mit jedem Schritt etwas mehr. Steffen Sander krabbelte instinktiv unter ein offenes Steuerpult und bereitete sich auf den Einschlag vor.

»Sander, wo stecken Sie? Kommen Sie raus!«

»Geht grade schlecht, Chef.«

»Raus da! Oder muss ich zu Ihnen kommen?«

»Keine gute Idee, Chef. Erstens ist es hier zu eng, zweitens steht hier alles unter Spannung – schreckliche 24 Volt warten nur darauf, sie anzuspringen und durchzugaren!«

»Reden Sie keinen Stuss! Ich habe gerade zwei Kilo abgenommen. Aber was geht Sie das überhaupt an? Raus da!«

Steffen kroch rückwärts wieder hervor, legte einen Schraubendreher beiseite und stellte sich vor seinen Vorgesetzten.

»Was ist denn so wichtig, Herr Köhlinger?«

»Lassen Sie sich das halbe Hähnchen heute Mittag nochmal schmecken, wir sehen uns um halb Zwei in der Personalabteilung. Raum 3.12, bei Frau Friedrich.«

»Sind Sie wegen irgendetwas sauer auf mich?«

»Das werden Sie dann erfahren.«

»Läuft das Projekt denn nicht gut?«

»Das Projekt? Ja, das Projekt. Wissen Sie, diese…«

»G19A.«

»Genau! Diese G19A ist ein wichtiges Projekt, wir können damit…«, Köhlinger zeigte auf den Bildschirm, »…läuft da gerade ein Test?«

»Ja, bis jetzt alles in Ordnung.«

»Warum läuft das denn so langsam? Da ist ja meine alte Kiste im Büro schneller.«

»Das ist…«, Sander kratzte sich am Hinterkopf. »Der Rechner in der Kontrolleinheit ist auch um einiges älter als Ihrer, das Budget könnte ruhig etwas höher sein.«

»Mumpitz, stellen Sie sich nicht so an. Was soll ich da sagen, ich hab meine Kiste schon eineinhalb Jahre! Bei der Umstellung auf die neuen Geräte stehe ich ganz hinten. Ich hab immer noch einen kleinen 26-Zoll-Monitor, meine Augen machen das nicht länger mit. Und das neue Windows sieht ja so viel schöner als das alte aus.«

»Wenn das so ist, kann ich es auch nicht verstehen, warum man Sie warten lässt. Sie müssen schließlich Urlaubstage genehmigen, unsere Zeiten kontrollieren, ihre Emails lesen. Sonst noch etwas Wichtiges? Für die Arbeitskleidung werden ja Materialkarten ausgefüllt.«

»Wenigstens das läuft noch nicht elektronisch, umso weniger kann schiefgehen.«

»Wie viel bekommen Sie nochmal? Lohngruppe 14? Das ist nur eine Stufe unter einem Entwickler.«

»Leistung weiß man hier halt zu schätzen«, lächelte Köhlinger, verzog das Gesicht aber wieder. »Was geht Sie denn mein Gehalt an? Halb Zwei, Raum 3.12, Friedrich.«

Mit diesen Worten drehte sich Steffen Sanders Vorgesetzter um und stampfte schweren Fußes zurück in sein Büro.

»3.14, 3.13, 3.12«, Steffen Sander stand im Gang des Personalbüros, vor der Tür von Frau Friedrich. Er klopfte.

»Kommen Sie nur rein, wir warten schon.«

Steffen Sander war nicht spät dran, aber er war wieder letzter. Er hasste es. Dass die Dame sowieso die ganze Zeit in ihrem Büro saß, war ein schwacher Trost.

»Setzen Sie sich, Herr Sander«, sagte Frau Friedrich und lächelte ihn dabei an, als wären sie zum Abendessen verabredet. Steffen schlug sich diesen Gedanken sofort wieder aus dem Kopf. Wahrscheinlich strahlte die Dame so, weil sie eben nicht mit ihm zum Essen verabredet war.

»Frau Friedrich, Herr Köhlinger«, Steffen nickte beiden zu.

»Nennen Sie mich ruhig Jasmin.«

»Steffen«, dabei gab er Jasmin die Hand, woraufhin sich sein Chef laut räusperte.

»Nun setzen Sie sich endlich, Sander! Wir sind hier nicht bei einer Kaffeepause«, sagte Köhlinger. »Die es für solche wie Sie offiziell sowieso nicht gibt.«

»Von wegen keine Unterschiede mehr zwischen Arbeitern und Angestellten…«

»Sparen Sie sich das. Kommen wir zum Punkt. Also?«

»Sie haben mich hergebeten, Herr Köhlinger.«

»Richtig erkannt. Sie sind gefeuert!«

»Bitte?«

»Sie haben richtig gehört, Sander. Ich schmeiße Sie raus.« Köhlinger grinste. »Endlich!«

»Moment mal«, warf Frau Friedrich ein, »Sie können ihn nicht einfach feuern, er hat gewisse Rechte.«

»Rechte, so ein Quark. Machen Sie mal meinen Ordner auf, da sind alle Beweise drin. Sander war im vergangenen Jahr vier Tage krank, kam zwei Mal um eine Minute zu spät, konnte in einem Monat 14 Minuten seiner Anwesenheitszeit nicht belegen und außerdem schaut er immer so neidisch auf meine Klimaanlage im Büro.«

»Klimaanlagen werden sowieso wegen zu hoher Energie- und Wartungskosten abgeschafft, Herr Köhlinger. Und die anderen Anschuldigungen sind ja wohl mehr als haltlos.«

Köhlinger schnaubte vor Wut. »Sind Sie etwa im Betriebsrat? Wo ist ihr Vorgesetzter? Ich kann auch anders!«

»Mein Vorgesetzter wäre sicher interessiert an diesem Gespräch, soll ich ihn aus der Besprechung mit der Vorstandschaft holen?«

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Seitenaufrufe: 60 mal Aufgerufen Am 2. März 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Humor, SciFi, Zeitreise
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