Eine magische Weltgeschichte: Die acht Zepter

Eine magische Weltgeschichte: Die acht Zepter
Preis: 6,99 €
Autor:
Genre: Fantasy
Erscheinungsjahr: 2016
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783845919362
Ohne jede Erinnerung erwacht ein junger Mann auf Ethon, dessen fantastische Welt durch den 'Rat der Propheten' mit Hilfe von sieben magischen Zeptern gelenkt wird. Über die Zeitalter hinweg kam es immer wieder zu Machtmissbrauch und Katastrophen, was zum fortschreitenden Verfall des Lebensraumes geführt hat. Hineingeworfen in diese fremde Welt gerät der junge Mann in die Suche nach dem legendenumwobenen 'Eisernen Zepter', in das die einheimischen Bewohner von Ethon auf unterschiedliche, rätselhafte Weise ihre Hoffnung setzen.
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Leseprobe

MARCO WAGNER
EINE MAGISCHE WELTGESCHICHTE

Marco Wagner
Eine magische Weltgeschichte
Die acht Zepter

Fantasy

© 2016 AAVAA Verlag

Alle Rechte vorbehalten

1. Auflage 2016

Umschlaggestaltung: AAVAA Verlag
Coverbild: fotolia: Alien Planet With planets, Earth Moon And Mountains 3D Rendered Computer Artwork. Elements of this image furnished by NASA Datei: 85040979, Urheber: ralwel

Printed in Germany

Taschenbuch: ISBN 978-3-8459-1936-2
Großdruck: ISBN 978-3-8459-1937-9
eBook epub: ISBN 978-3-8459-1938-6
eBook PDF: ISBN 978-3-8459-1939-3
Sonderdruck Mini-Buch ohne ISBN

AAVAA Verlag, Hohen Neuendorf, bei Berlin
www.aavaa-verlag.com

Alle Personen und Namen innerhalb dieses Buches sind frei erfunden.
Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Aura

Es war wie das Erwachen nach einem sehr langen Schlaf mit der dunklen Erinnerung geträumt zu haben, ohne genau zu wissen, wovon.

Ein schroffes Felsgewirr umgab mich und je mehr mein Blick über die Landschaft schweifte, wunderte ich mich. Zwei Monde standen am Nachthimmel und beleuchteten eine ausgedehnte Fläche ringsumher, die nur aus Felsblöcken bestand. Vereinzelt traf das Auge einen knorrigen Baum; etwas weiter entfernt begrenzte ein kleiner Wald das Sichtfeld. Ganz in meiner Nähe plätscherte ein Bach vorüber, in dessen Wasser sich das silberne Mondlicht spiegelte. Der eine der beiden Monde, der ganz flach am Horizont stand, war nicht mehr als eine schmale Sichel, während der andere, im Zenit, schon sein letztes Drittel erreicht hatte. Es roch nach sonnigem Stein, und die kahlen Blöcke strahlten eine angenehme Wärme aus. Nach einer Erinnerung an diesen Ort suchend blieb ich stehen, um in die Nacht hinein zu lauschen. Keines der Sternbilder, die ich erblickte, kam mir auch nur annähernd bekannt vor, kein Nord- oder Südstern, der mir eine Richtung hätte zeigen können. Nur das eindringliche Murmeln des Baches zu meiner Linken, als wollte mir dieser ein Geheimnis anvertrauen, in einer Sprache, die ich nicht verstand.

Woher ich kam? Ich wusste es nicht. Wohin ich gehen sollte, was ich überhaupt hier tat? Ich wusste es nicht. Wer ich war, wie ich hieß, oder, ob ich überhaupt einen Namen hatte, was ich bisher in meinem Leben getan und erfahren hatte – von alldem wusste ich nichts. Aber dunkel erinnerte ich mich an eine Welt, in der es auch Flüsse und Bäume und Steine gab, eine Welt, die sich im regelmäßigen Wechsel von Jahreszeiten um sich selbst und um eine Sonne drehte; eine Welt mit nur einem Mond am gestirnten Nachthimmel.

Ein langgezogenes Brüllen, wie das eines Löwen, riss mich aus meinen Gedanken und lenkte meine Aufmerksamkeit wieder auf die Umgebung. Eine aufrechte Gestalt kam in meiner Richtung über die Felswüste gerannt, selbst schwarz, wie der kleine Wald im Hintergrund, und daher nur zu erahnen. Jetzt machte das Wesen ein paar größere Sprünge von Stein zu Stein, die es ganz in meine Nähe brachten. Ich sah, wie es bei jedem Sprung zwei schwarz gefiederte Schwingen ausbreitete, die es ihm erlaubten, kleine Strecken durch die Luft zu gleiten.
Mit einem Ruck blieb es drei Schritte vor mir stehen und blickte mir gerade entgegen, so wie ich ihm. Die Erscheinung wirkte vom Kopf bis zum Unterleib beinahe menschlich, die einer jungen Frau vielleicht, abgesehen von dem dunklen Federkleid, das den Körper vollständig bedeckte. Die Beine aber waren die eines Laufvogels, mit Krallen statt der Zehen und direkt hinter den Armen befanden sich Flügel.
Einen Moment sah ich in ihre Augen mit leuchtend goldener Iris, bevor sie mit einer raschen Kopfbewegung hinter sich blickte. Ich folgte der Bewegung mit den Augen und erkannte ein Tier von der Art eines Löwen, aber ebenfalls geflügelt. Kein Zweifel: Es hatte mich nun auch entdeckt, denn es schien zu stutzen und zu überlegen, ob es sich auf mich stürzen, oder lieber bei seinem bisherigen Opfer bleiben sollte.
Ich überlegte auch: Ob es geflügelte Löwen gibt und ob ich mich vor ihnen fürchten müsste. Ich überlegte, ob ich mich fürchten müsste? Ja, ich fragte mich das ernsthaft, doch bevor ich zu einem Ergebnis gekommen war, hörte ich eine sanfte Stimme neben meinem Ohr: „Lege den Arm um meinen Nacken und halte dich fest. Er kann heute nicht fliegen.“
Ohne weiter zu zögern oder zu fragen tat ich, wie die Vogelfrau gesagt hatte und fühlte mich im nächsten Augenblick von ihr im Rücken gepackt. Wir machten einige ungelenke Sprünge, dann stürzte sie sich mit mir über die schroffe Kante eines haushohen Felsabbruchs hinab. Nach einer kurzen Zeit des Fallens segelten wir lautlos über die Geröllfelder einer Schlucht. Hinter uns dröhnte das wütende, Mark und Bein durchdringende Brüllen des Löwen, der uns offenbar nicht weiter folgen konnte.

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Seitenaufrufe: 10 mal Aufgerufen Am 3. Oktober 2017 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Abenteuer, Fantastische Welten, Fantasy, Freundschaft, Magie, Magier, Zauberei, Zeitreise
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