Ein Hauch von Karamell – das Geheimnis von Riege

Ein Hauch von Karamell – das Geheimnis von Riege
Preis: 14,90 €
Autor:
Genres: Belletristik, Krimi & Thriller
Webseite: http://charlotte-schroeter.de
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch
ISBN: 9783943380415
Riege 1928. Ein gemeiner Kinderstreich endet für Clara mit dem Tod. Vier Freundinnen schwören, niemals preiszugeben, was an jenem tragischen Tag im Wald bei den Ramselhöfen tatsächlich geschah. 30 Jahre später stößt der englisch Journalist Henry Miller auf das Geheimnis um Claras Tod und kommt bei seinen Recherchen der Wahrheit gefährlich nahe. Claras Todestag nähert sich und unheimliche Dinge geschehen in Riege. Die vier Freundinnen bekommen es mit der Angst zu tun – und das zu Recht.
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Leseprobe

„Konzentriert euch auf Clara“, befahl Röschen. Claras Name hinterließ bei den Freundinnen ein bittersüßes Gefühl. Plötzlich erinnerten sie sich an ihre Jugend, an ihre Kindheit, an die unbeschwerten Tage, die nun schon so weit zurück lagen und an jenen verhängnisvollen Tag im Wald.

Unvermutet durchfuhr ein pfeifender Windzug den Raum und brachte die Kerzenflamme zum Zittern. Trude schrie auf und presste ihre Hände vor die Brust.

„Lass den Finger am Glas!“, zischte Röschen knapp, die Augen starr auf die Tischmitte gerichtet. Auch Mia begann zu zittern. „Wir…wir sollten es vielleicht doch lieber lassen.“

Da begann sich das Gefäß mit einem Ruck zu bewegen. Die Freundinnen schauten sich unsicher an, die Angst der einen spiegelte sich in den Augen der anderen wieder. „Wer von euch hat es getan?“, wisperte Mia. „Das fragst du noch? Röschen war es natürlich. Ich gehe jede Wette ein, dass sie uns erschrecken wollte, damit wir endlich zugeben, dass wir Clara auf dem Gewissen haben.“

Ein jäher Windhauch brachte die Kerze zum Erlöschen. Im Zimmer war es nun stockfinster, kein Laut war zu hören, sogar Trude hatte es die Sprache verschlagen.

Röschen zog eilig den Finger zurück und entzündete mit zitternden Händen ein Streichholz, das sie an die Kerze hielt. Unter leisem Knistern glomm sie wieder auf.

„Clara ist hier“, flüsterte Röschen. „Spürt ihr es nicht? Sie ist hier, in diesem Raum.“ Mit diesen Worten legte sie den Finger wieder zurück auf das Glas, das unter ihrer Berührung zu vibrieren schien. Röschen atmete tief ein, um sich zu sammeln und bemerkte einen leichten Geruch, der zunehmend stärker wurde.

„Karamell“, hauchte sie. „Es riecht nach Karamell. Merkt ihr es nicht?“

Agnes, Mia und Trude hoben nun ebenfalls die Nase und schnüffelten.

„Tatsächlich“, stimmte Agnes stockend zu.

Röschen warf einen schnellen Blick zu Mia und Trude. Es war offensichtlich, dass keine von ihnen an der Übernatürlichkeit der Phänomene, die sich vor ihren Sinnen entfalteten, zweifelte. Nur Agnes runzelte noch immer zweifelnd die Stirn, als versuche sie zu ergründen, wie Röschen all dies inszeniert haben könnte.

„Agnes“, zischte Röschen. „Wie kannst du noch daran zweifeln, dass hier etwas geschieht, das wir nicht fassen können?“

„Weil es nicht möglich ist!“, fuhr Agnes sie mit gesenkter Stimme an. „Es ist einfach nicht möglich.“

Die Raumtemperatur hatte in den letzten Minuten merklich abgenommen und alle vier fröstelten vor Kälte und Angst, die sich ihrer bereits vollkommen bemächtigt hatte. Aus dem Flur waren ungewöhnliche Geräusche zu hören.

„Dddddaaa, da ist jemand!“, stotterte Trude verängstigt.

Agnes schüttelte den Kopf und nahm den Finger von dem Glas. „Hier kann keiner rein ohne Schlüssel. Kommt, wir gehen nachschauen. Vielleicht hat sich eine Katze verirrt.“ Folgsam schlichen Mia, Röschen und Trude hinter Agnes zur Tür und spähten hinaus. Nichts war zu sehen. Entschlossen trat Agnes über die Schwelle und  auf den Flur, um sich umzusehen.

„Vielleicht im Schulzimmer“, hauchte Mia. Als die vier sich zur nächsten Tür bewegten, fiel Röschens Blick unwillkürlich auf das Goldene ABC und legte die Hand gegen die kalte Wand, die unter ihrer Berührung zu beben schien.

„Fühlt doch, hier ist etwas“, flüsterte sie beeindruckt und deutete mit dem Kopf zur Wand. Als alle Freundinnen neben ihr standen und die Wand betrachteten, begannen sich die dunklen Buchstaben des Leitspruches plötzlich gespenstisch leuchtend von dem Hintergrund abzuheben.

„Was ist das, Agnes?“, wisperte Trude panisch und klammerte sich am Arm ihrer Freundin fest.

Unter ihren Blicken blitzten nun einzelne Lettern auf, es waren die Anfangsbuchstaben der kleinen Strophen, die mit roter Farbe ausgemalt waren. Die Freundinnen sprachen leise die Buchstaben mit.

„C – L – A – R – A. Clara“, hauchte Röschen. Agnes entfuhr ein gequältes Stöhnen.

Dann erlosch der Name und das Alphabet lag wieder im Dunkeln.

„Ich will hier raus“, kreischte Trude panisch und rüttelte an der großen Eingangstür, die jedoch verschlossen war. Rösc….

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Seitenaufrufe: 63 mal Aufgerufen Am 12. Januar 2016 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: 50er, Dorf, Krimi, Rache, regional, Spuk
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