Dunkelwärts

Dunkelwärts
Preis: 12,95 €
Autor:
Genre: Science-Fiction
Webseite: www.ulf-fildebrandt.de
Erscheinungsjahr: 2014
Erhältlich: Als gedrucktes Buch
Eine Seite der Welt liegt immer in der Sonne. Auf der anderen herrschen Kälte und Finsternis. Diese Welt ist die Heimat von Tuoma Leta. Er lebt in der Lanet Republik, in der ewig währenden Dämmerung zwischen brennender Hitze und eisiger Kälte. Um gegen sein reiches Elternhaus zu rebellieren, lässt er sein bisheriges Leben zurück. Er führt eine Expedition dunkelwärts in die Nacht, um zu erforschen, was sich in der Finsternis des ewigen Eises verbirgt. Bereits die frühesten Legenden berichten von Orten, an denen Menschen nicht willkommen sind.
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Leseprobe

Awate drehte der Sonne den Rücken zu und schaute in den blauen Himmel. Er warf einen langen Schatten über das Grasland, das sich wie bei Sonnenuntergang vor ihm erstreckte, aber das Zentralgestirn würde niemals untergehen. Die Pflanzen hatten sich an die fortwährende Helligkeit angepasst. Ihre Blätter waren schmaler geworden. Die Photosynthese war nicht mehr dem Wechsel von Tag und Nacht unterworfen. Es gab nur noch die ewige Dämmerung.

Seine Schritte führten ihn den Hügel hinauf, und er geriet ins Schwitzen. Die warme Luft strich sanft über sein Gesicht. Der Wind wehte nicht sehr stark, aber immer aus derselben Richtung. Auf der Hügelkuppe blieb Awate stehen und sah in das Tal. Ein Bach mit kristallklarem Wasser schlängelte sich unter ihm entlang. Bäume wuchsen vereinzelt und spendeten Schatten, in denen Hütten aus Ästen und Zweigen standen. Auf staubigen Wegen liefen ein paar Menschen von einer Behausung zur anderen. Ihre Bekleidung bestand nur aus einem Lendenschurz aus Fell.

Sie leben sich ein, erklang Freunds Stimme in Awates Kopf.

Wie weit ist Elen noch entfernt?, fragte Awate.

Für einen Moment hörte er das Rauschen des Windes. Der erdige Geruch des weiten Landes stieg ihm in die Nase. Sein unsichtbarer Begleiter nahm Funkkontakt zum Rechner der Stadt auf und holte Informationen ein.

Elen Mebrahtu wird gleich da sein, sprach die lautlose Stimme.

Der Wind frischte auf und schlug Awate entgegen. Er lächelte. Der Gleiter unter dem Tarnschirm verdrängte die Luft und erzeugte einen Sturm, blieb aber verborgen für die Wilden im Dorf. Sie mussten den aufkommenden Wind für ein Zeichen ihrer Götter halten, das ihre Ankunft ankündigte.

Auf einer Lichtung nahe einer Flussbiegung begann die Luft, zu flimmern. Sie verdichtete sich und erlangte mehr und mehr Substanz. Es bestand aus glänzendem Alasit, einem schwarzen Metall, und wirkte wie ein Schatten, der mitten über dem Boden schwebte. Das schlanke, zylindrische Fluggerät war so groß wie ein dreistöckiges Haus und lief vorne spitz zu. Es besaß Stummelflügel an beiden Seiten, die mehr aus ästhetischen Gründen angebracht waren, anstatt dem Auftrieb zu dienen. Der Antrieb hielt es bewegungslos einen Meter über dem Boden.

Die Menschen des Dorfes verbargen sich ängstlich hinter ihren Hütten. Awate setzte sich in Bewegung und stieg den Hügel hinab. Der Gleiter hing unbeweglich und geräuschlos in der Luft.

Awate liebte es, über das herrlich duftende Gras zu laufen. Die Welt, auf die er und seine Gefährten geflüchtet waren, hatte ihre Vorteile. Ihr Exil gestaltete sich nicht so langweilig wie befürchtet, und doch wünschte er sich, in die Zivilisation zurückzukehren. Ihm fehlten die Städte mit ihrem pulsierenden Leben, in dem die Technik alle Aufgaben übernahm. Leider es war nicht mehr sicher für sie auf den anderen Welten. Sie mussten auf diesem Planeten bleiben und sich verbergen. Vielleicht durften sie in einigen Jahrtausenden wieder zurück zu den Sternen, wenn es akzeptiert war, dass sie ewig lebten. Unsterblichkeit erlaubten die anderen Völker nicht.

Der letzte Rest seines Weges führte ihn am rauschenden Bach entlang. Fangkraut wuchs in Windrichtung und fing die Insekten, die am Ufer herumschwirrten, ein. Das Wasser war so klar, dass Awate an jeder Stelle bis auf den Grund schauen konnte. Fische schwammen träge vorbei. Er blieb vor dem Gleiter stehen und wartete. Einen Augenblick später öffnete sich der Ausstieg und gab den Blick auf die Gestalt dahinter frei. Eine Frau lächelte ihn an. Sie war groß und in einen weiten, überwiegend blauen Anzug gekleidet. Schwarze Haare umrahmten ihr außergewöhnlich schönes Gesicht. Ihre Haut hatte einen sanften Braunton und bildete einen harten Kontrast zu ihren himmelblauen Augen, die wie Eiskristalle hervorstachen.

»Herzlich willkommen«, rief Awate.

Eine Rampe fuhr aus der grauen Metallwand des Fluggeräts und erlaubte ihr, auf den Boden hinabzusteigen. Sie näherte sich Awate gemächlich und blieb lächelnd vor ihm stehen.

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Seitenaufrufe: 76 mal Aufgerufen Am 9. Februar 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Götter, Reise, Science Fiction, Welt
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