Drachenseele

Drachenseele
Preis: 3,99 €
Autor:
Genres: Belletristik, Fantasy
Webseite: www.Angela-Planert.de
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
ISBN: 9783939465911
Für den im Kinderheim aufgewachsenen Marcus Sonntag bedeutet der bevorstehende Auszug aus der Wohngemeinschaft einen großen Schritt in die Freiheit. Nach einem Blackout erwacht Marcus in einem Krankenhaus, wo er sich unter den auffallend interessierten Ärzten wie ein Versuchskaninchen fühlt. Sein Verdacht erhärtet sich, als Dr. Schneider ihn mit Medikamenten ruhig stellt. Als Findelkind, ohne Angehörige sieht sich Marcus verloren.
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Leseprobe

Vorbei

In seinem Kopf hämmerte ein pochender Schmerz, genau hinter der Stirn. Ein ungewohnter Geruch stieg ihm in die Nase. Marcus bewegte seine Finger, seine Hand. Seine Glieder fühlten sich steif an. Kein Wunder, so kalt, wie ihm war. Deckte man ihn nicht mehr zu? Ihm fiel auf, wie deutlich seine Gedanken heute waren. Er blinzelte, grelles Licht schmerzte in seinen Augen, verschlimmerte seinen Kopfschmerz. Hoffentlich kam das Licht nicht von einer OP-Lampe. Kopfschmerzen? Verdammt! Jetzt musste er der Wahrheit ins Auge blicken. Erneut schlug er die Lider auf. Die Helligkeit blendete ihn anfangs sehr. Einige Momente benötigte er, bis er Konturen einer Tür mit Spiegelfliesen darauf erfasste. Da er auf dem Bauch lag, hob er seinen Kopf, um sich ein besseres Bild verschaffen zu können. Der Anblick erinnerte ihn an seine Badezimmertür, in der sich die Sonne spiegelte. Aber das war unmöglich.

Aber nein!

Er befand sich in seiner Wohnung, in der es immer noch nach Farbe roch. Das ging nicht mit rechten Dingen zu. Hatte er das alles nur geträumt oder träumte er in diesem Atemzug? Wie versteinert verharrte er einen Moment, bis er sich aufrichtete. Dabei spürte er viele kleine Stiche in seinem Bauch, in seiner Brust, ja eigentlich am ganzen Körper. Wie er langsam an sich herunterschaute, durchfuhr ihn ein Ruck. Er lag mitten in einem breit verteilten Haufen Glasscherben. Manche Scherben steckten noch in seiner Haut. Er war nackt! Kein Krankenhaushemdchen, keine Unterhose. Er schwenkte seinen Blick auf das Wohnzimmerfenster hinter sich. Die Scheibe war zerbrochen. Für den Augenblick hielt er den Atem an. Es sah beinah so aus, als sei er durch die Scheibe gekommen und lag nun auf den Scherben. Eine merkwürdige Vorstellung, ohne Bekleidung Fensterscheiben zu durchbrechen. In Wirklichkeit lag er bestimmt noch immer bei Dr. Schneider und diese Situation gehörte zu einer Halluzination.

Nein!

Seine Gedanken, seine Empfindungen waren zu klar, zu deutlich. Angestrengt begann er nachzudenken, wie er nach Hause, in seine Wohnung gelangt sein könnte.

Ihm fiel es nicht ein. Claras Besuch, daran erinnerte er sich noch, an seinen Versuch zu sprechen. Nachdenklich griff er sich an seinen Brummschädel. Beim besten Willen fand er keine Erklärung für diese Situation. Der erneute Blick zum kaputten Fenster, dann wieder an sich herunter, brachte ihn auf keine vernünftige Idee. Sollte er wirklich nackt von der Straße in den ersten Stock durch die Fensterscheibe gesprungen sein?

Das war Unsinn!

Sein Verstand funktionierte nicht, oder doch? Unter Drogen soll man ja die merkwürdigsten Dinge tun. Marcus beschloss seinen wachen Zustand zu genießen und begann sich von den Glassplittern zu befreien. Manche Schnitte bluteten nicht, andere umso mehr. Pflaster oder Verbandsmaterial besaß er nicht. Aber so gespickt, wie er aussah, sollte er ohnehin nicht auf die Straße gehen. Im Badezimmer blickte er lange in den Spiegel. An der linken Schläfe, sogar auf dem rechten Wangenknochen klaffte die Haut ein Stück auseinander, das Blut rann in einem Rinnsal herunter. Hundert Fragen fielen wie ein Vorhang auf ihn herab, welcher Tag heute war, ob Clara noch im Krankenhaus war, vor allem aber, was mit ihm passierte. Über Tumore und hochgradig ansteckende Erreger dachte er besser nicht nach. Doch auch dafür musste er eine Lösung finden. Plötzlich steckte jemand von draußen den Schlüssel in die Wohnungstür. Marcus schnappte sich schnell ein Handtuch, um es um die Hüfte zu schlingen, da er keine andere Bekleidungsmöglichkeit griffbereit hatte. Es konnte ja eigentlich nur Clara sein.

„Ach du heiliger Strohsack!“, rief Nicole beim Hereinkommen. Sie ging auf die Glasscherben im Wohnzimmer zu. Wie sie auf das zerbrochene Fenster schaute, schüttelte sie den Kopf. Dann entdeckte sie Blutsspuren und folgte ihnen mit ihrem Blick, bis sie Marcus im Badezimmer stehen sah. Wie durch einen starken Stromschlag verursacht, zuckte sie zusammen, dabei atmete sie geräuschvoll ein, sogar ihr Unterkiefer fiel mit jedem Atemzug weiter nach unten. Eine gefühlte Ewigkeit verging, in denen die beiden sich bewegungslos anstarrten. Marcus wusste nicht, was sich zugetragen hatte und wie er das Nicole oder überhaupt jemandem erklären sollte. Clara! Warum war sie nicht hier? Diese Situation war zu blöd, er musste sie beenden.

„Wieso hast du meinen Wohnungsschlüssel?“

Langsam machte Nicole ihren Mund zu, schien Marcus Gesicht zu studieren, als würde sie darin etwas suchen.

„Wenn du schon mal hier bist, wärest du so nett, mir zu helfen? Ich besitze nicht mal ein Pflaster und ich könnte ein paar davon gebrauchen.“ Er schaute kurz an sich herunter, sah dann Nicole wieder an. „Und bevor du von mir wissen willst, was passiert ist – ich weiß es nicht. Ehrlich, ich habe keine Ahnung.“

„Marcus?“, flüsterte sie und es klang nach einer Frage. Jetzt kam sie auf ihn zu, langsam.

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Seitenaufrufe: 121 mal Aufgerufen Am 11. März 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Abenteuer, Berlin, Drachen, England, Erwachsen werden, Gefangen, Gestaltwandel, Liebe, Sonntag, Tierarzt
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