Die Zeit der Halbblutmagier

Die Zeit der Halbblutmagier
Preis: 3,99 €
Autor:
Genre: Fantasy
Webseite: www.blog-und-stift.de
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als gedrucktes Buch & als E-Book
Grausame Alpträume quälen Marthian - Alpträume, die seinen Todfeind Zartokh zeigen, das Oberhaupt der dunklen Magier. Doch nur Lelaina weiß um seine Nöte, als die Freunde aufbrechen, um Merevas bei den Vandhru zu besuchen. Marthians Alpträume kommen jedoch nicht von ungefähr, denn Zartokh setzt den Vandhru tatsächlich sehr zu. Als er sogar die Hauptstadt in Schutt und Asche legt, werden die Freunde getrennt und sehen sich Zartokh fortan allein gegenüber. Dieser weiß genau, wie gefährlich Marthian ihm werden kann, und macht unbarmherzig Jagd auf ihn, um grausame Rache zu üben ...
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1. Kapitel: Schatten und Licht

Er spürte, wie die Magie aus seinen Händen floß; ein warmes, vertrautes Gefühl. Um sein Ziel zu erreichen und das Metall zu erhitzen, mußte er es nicht einmal berühren.

Durch das weit offenstehende Fenster hörte er Timenors fröhliches Gekreische. Der Vierjährige tobte wild durchs Gras und kicherte laut. Marthian mußte grinsen, als er seinen Neffen so vergnügt hörte. Aber es war nicht nur Timenor, der laut lachte. Daneben hörte Marthian auch seinen eigenen Sohn, der sich glucksend über etwas amüsierte. Als der junge Vater sich dazu hinreißen ließ, kurz aus dem Fenster zu spähen, schüttelte er belustigt den Kopf. Natürlich bewarfen die beiden sich wieder einmal mit Gras. Dazu hatten sie aber auch jeden erdenklichen Platz hinter dem Haus.

Marthian hatte dem Nachbarn, einem alten Mann, im Vorjahr einen Teil seines Landes abgekauft, da der Alte es ohnehin nicht mehr bestellte. Diesen Platz hatte er dazu benutzt, eine Werkstatt hinten ans Haus zu bauen, die größer war als seine alte, doch auch das Haus war ausgebaut worden. An der Seite waren in beiden Stockwerken noch zwei Zimmer hinzugekommen. Kaliron hatte als Tischler viel selbst gemacht, aber Marthian hatte es auch nicht an Geld gemangelt, um Zimmerleute zu bezahlen.

Das übrige Land hatten sie unbebaut gelassen, damit die Kinder eine eigene Fläche zum Spielen und Toben hatten. Ein guter Gedanke, denn mit zwei kleinen Jungen brauchte man viel Platz. So herrschte stets Trubel, aber Marthian mochte das. Er genoß es, seine Werkstatt nun direkt am Haus zu haben. Zur Wiese hin hatte sie eine Tür – und das wußte sein Sohn ganz genau.

Marthian versenkte den Schwertrohling im Wasser. Es zischte laut, als das heiße Metall abkühlte. Dampf stieg in die Luft. Als er sich umdrehte und den Rohling kurz ablegte, ehe er ihn mit magischer Eiseskälte kühlen wollte, stand sein Sohn breit grinsend vor ihm in der Tür.

„Kortas“, sagte Marthian und spürte, wie ihm beim bloßen Anblick des kleinen Jungen warm ums Herz wurde. Er ging in die Knie und schloß ihn in die Arme.

„Papi!“ rief Kortas und wedelte mit den Armen herum. „Komm mal!“

„Was hast du denn?“ Marthian hob den Anderthalbjährigen auf den Arm und ging mit ihm hinaus auf die offene kleine Wiese. An einer Seite standen zwei Apfelbäume. Darunter stand Timenor und zeigte auf etwas. Marthian spähte aufmerksam in den Baum und entdeckte er den Grund für den Aufruhr: Es war ein Eichhörnchen.

„Was ist das?“ fragte Timenor neugierig.

„Das ist ein Eichhörnchen“, erklärte Marthian. Kortas strahlte noch immer übers ganze Gesicht. Er hatte viele Gesichtszüge von seiner Mutter, aber die dunklen Haare seines Vaters. „Beißt es oder ist es nett?“

„Ich weiß nicht… wenn du es am Schwanz ziehst, ist es wahrscheinlich nicht nett!“ mutmaßte Marthian. Er setzte Kortas wieder ab und fuhr ihm durchs Haar. Die grünen Augen seines Sohnes leuchteten vor Freude.

„Haben!“ sagte er knapp und deutete auf das Eichhörnchen.

„Das geht nicht, mein kleiner Racker. Es läuft bestimmt weg. Eichhörnchen sind nicht zum Spielen da.“

Es war Kortas deutlich anzusehen, daß ihm das nicht gefiel. Er schob seine Unterlippe schmollend vor und ließ sich ins Gras plumpsen. Als Timenor ihn dann von der Seite wieder mit Gras bewarf, war alles vergessen. Schmunzelnd wandte Marthian sich ab und ging an die Arbeit zurück. Bis zur Dämmerung arbeitete er, dann hörte er auf und schloß die Werkstatt ab. Der Kinderlärm hatte sich in der Zwischenzeit wieder ins Haus verlagert.

Marthians erster Weg im Haus führte ihn zur Waschschüssel, der zweite zum Schrank. Gewaschen und mit einem frischen Hemd traute er sich in die Küche, um über die Schulter der kleinen Lelaina hinweg in die Töpfe zu spähen. Es gab Gemüseeintopf mit Fleisch, wie Marthian mit einem kurzen Blick zufrieden feststellte.

„Riecht herrlich!“ lobte er die Köchin.

„Danke“, erwiderte Lelaina und errötete leicht. Im Wohnraum balgten die Jungen auf dem Teppich herum. Marthian wollte sich gerade nach dem Verbleib seiner Frau erkundigen, als die Haustür geöffnet wurde und Arinaya eintrat. Sogleich schloß Marthian sie in die Arme und begrüßte sie mit einem Kuß. Timenor kreischte entsetzt, beeindruckte die beiden damit aber überhaupt nicht.

Arinaya hatte ihre Tasche gerade erst weggeräumt, als Kaliron von der Arbeit zurückkehrte. Schnell deckten sie den Tisch und scharten sich darum, als der Eintopf fertig war. Marthian nahm seinen Sohn auf den Schoß und reichte ihm eine Scheibe Brot, die erst als Spielzeug mißbraucht und in viele Teile zerrupft wurde, ehe Kortas sie sich Stück für Stück in den Mund schob. Timenor hingegen saß bemüht gerade am Tisch und rührte in dem Eintopf herum. Alle Ermahnungen seines Vaters verpufften ungehört.

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Seitenaufrufe: 35 mal Aufgerufen Am 12. März 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Abenteuer, Fantasy, Freundschaft, Liebe, Magie, Unsterblichkeit
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