Die unglaubliche Reise nach Kamerun

Die unglaubliche Reise nach Kamerun
Preis: 0,49 €
Autor:
Genres: Fantasy, Science-Fiction
Webseite: www.saschaschlueter.com
Erscheinungsjahr: 2015
Erhältlich: Als E-Book
ISBN: 9783738650037
Am 4. Mai 1899 wird in Berlin die neue Tannhäuser II eingeweiht. Die modernste Dampflokomotive der Welt soll erstmalig in der Geschichte Europa und Afrika miteinander verbinden. Auf der Jungfernfahrt in die kamerunische Hauptstadt Youndé begegnet ein Journalist des deutschen Abendblattes einem alten Kriegsveteranen, der sich auf die Entwicklung genialer Körperprothesen spezialisiert hat und einem einarmigen Hilfskoch mit dramatischer Vergangenheit. Der Journalist erhofft sich von der Bekanntschaft mit diesen beiden Herren eine interessante Story, ahnt jedoch nicht im Geringsten, welches unglaubliche Abenteuer er auf dieser Fahrt zum afrikanischen Kontinent noch erleben wird.
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Die unglaubliche Reise nach Kamerun

Über ein halbes Jahr hatte ich mich intensiv auf diese Reise vorbereitet. Es blieben mir noch viele Wochen, ehe wir den Bahnhof von Youndé erreichen würden. Zumal uns eine technische Panne kurz vor der französischen Stadt Montpellier beinahe diese Jungfernfahrt verdorben hätte. Ich kann nicht genau beschreiben, um welchen Defekt es sich an der gerade erst erbauten Tannhäuser II handelte. Aber eben dieser Umstand hat uns einen mehrstündigen Aufenthalt am Bahnhof von Montpellier auferlegt. Ich will keinesfalls behaupten, dass die Wartezeit für mich nicht ohne Nutzen gewesen wäre. Im Gegenteil: Ich setzte mich in aller Ruhe auf eine Bank, direkt am Bahnsteig, und stopfte mir frischen Tabak in meine Pfeife, die mir meine Frau zum Anlass dieser Expedition geschenkt hatte. Sie musste ein kleines Vermögen dafür ausgegeben haben, denn das gesamte Mundstück, welches an der Filterkammer befestigt war, bestand aus zweikarätigem Gold. Vom Holm bis zum Kopf war die Calabash-Pfeife, wie sie offiziell genannt wird, aus einem Flaschenkürbis geschnitzt. Es war beinahe eine Schande, dass ich eine solch hochwertige Pfeife mit billigem zwei-Groschen-Tabak stopfte. Während ich den Rauch des Tabaks inhalierte, zog mich der Anblick Montpelliers mit seiner betörenden Schönheit in seinen Bann. Aus einem Wald von Wolkenkratzern, die teilweise mit einer Höhe von über eintausend Fuß in den Himmel ragten, bahnten sich die Dampflokomotiven auf Schienenaquädukten ihren Weg. Gleich einer grazilen Seiltänzerin, die jedem Zuschauer den Atem zu rauben vermag. Hoch oben flogen Luftschiffe kreuz und quer. Durch den Rauch ihrer dampfbetriebenen Turbinen zogen sie lange Streifen hinter sich her, die, alle zusammen betrachtet, ein abstraktes Gemälde ergaben. Noch vor wenigen Stunden mochten diese Dampfluftschiffe den Atlantik überquert haben. Nun legten sie an den Plattformen der Hochhäuser an. Die angekommenen Passagiere stiegen aus und jene, die noch eine lange Reise vor sich hatten, nahmen ihren Platz in den Luftschiffen ein.

Zu jener Zeit standen die Bahnlinien Persiens und Chinas bereits mit den Unseren in Verbindung. Die Welt verwandelte sich mehr und mehr in ein Dorf, in dem man schon sehr bald binnen weniger Tage von London nach Peking reisen können würde.

Das schrille Pfeifen der Tannhäuser II weckte mich aus meinem Tagtraum. Ein Schaffner kam auf mich zu und erklärte mir, dass der Zug in wenigen Minuten wieder zur Abfahrt bereitstünde. Nur einmal noch zog ich an meiner Pfeife, ehe ich die heiße Glut ausklopfte und das Innere des Kopfes mit einem Tuch säuberte. Ich stieg wieder in den Zug und freute mich auf die Weiterfahrt. Die Sonne ging langsam unter, und während das Abendrot auf der Fahrt zu unserem nächsten planmäßigen Zwischenhalt in Barcelona an uns vorüberglitt, verspürte ich ein starkes Hungergefühl. Nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass ich beinahe zwölf Stunden nichts zu mir genommen hatte. Ich lief durch zwei Waggons direkt zum Speisewagen. Es war ein sehr modernes, beinahe protzig geschmücktes Restaurant. Das Dach war gegen ein Panoramaglas ausgewechselt worden, sodass am Tage sehr viel Sonnenlicht hereinschien. Nachts konnte man durch dieses Fenster den Sternenhimmel beobachten. Im gesamten Speisewagen lagen mehrere hochwertige Perserteppiche verteilt.

Bewertung: 5.0 von 5 (1 Bewertung)
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Seitenaufrufe: 88 mal Aufgerufen Am 21. Oktober 2015 auf Autoren-Bücherei.de veröffentlicht.

Tags: Kurzgeschichte, Prothese, Reise, steampunk
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